grashüpfer,
m. 11)
vornehmlich zur bezeichnung der zur familie der heuschrecken gehörenden gattung gomphocerus; vgl. Brehm
tierl. 9, 587
ff. P.-L. zufrühest im ags.: locusta gres hoppae (8.
jh.) (
3. Mos. 11, 22)
ahd. gl. 4, 460, 29
St.-S.; vgl. Murray
new engl. dict. 4, 2 (1901) 366
c s. v. grasshop
mit belegen seit dem 9.
jh.; engl. grasshopper (
seit dem 15.
jh.)
ebda; im dt. erst seit dem 16.
jh. literarisch bezeugt; vorwiegend in nd. maa., aber auch im md. und schwäb. verbreitet in vielfach variierender lautform und z. t. mit fugenvokal: grashüppers
grüne heuschrecken Richey
id. Hamb. (1755) 79; grashüpper Doornkaat-Koolman
ostfries. 1, 675
b; Schambach
Göttingen 67
b; Mi
Mecklenburg 28
b; Dähnert
plattdt. wb. (1781) 160
a; grashüpfer, -höpper Frischbier
pr. wb. 1, 250
b; grashüpp'r Kück
Lüneburg 1, 606; grashopper, -hüpper, -happer Mensing
schlesw.-holst. 2, 470; grashupper
brem.-nds. wb. 2, 537; Böning
Oldenburg 40; gershoppər Schmidt-Petersen
nordfries. 50
a; grasehüpper Block
Eilsdorf 65; graosehüpper Danneil
altmärk. ma. 69
b; grâsehipper Damköhler
Nordharz 64
a.
im md. gras-hupfer Frisch
t.-lat. (1741) 387
c; grashipper Askenasy
Frankfurt 174; grashibər, -høper
u. ä. rhein. wb. 2, 1359; grashopfer Sartorius
Würzburg 49.
im schwäb. grashupfer, -höpfer Fischer
schwäb. 3, 799; 6, 2064. —
mundartliche bezeichnungen mit abweichender bildung des grundworts sind u. a. grashopser Frischbier
pr. wb. 1, 250
b; grasehipler Kieszling
Oberlausitz 40; grOeshipplich Knothe
Markersdorf 46;
ferner grashüppel (
Hamburg 1523) Lasch-Borchling
mnd. handwb. 1, 2, 150. 1@aa)
in eigentlicher anwendung: und dann ben sie (
die jungen füchse) sich mit springen, nach die graszhpper, oder allerhand grossen fliegen gewrmen Täntzer
Dianen jagtgeheimnis (1682) 1, 108; Fleming
d. vollk. teutsche jäger (1719) 381
b; mir war ganz wunderlich zu muthe geworden. grashupfer tanzten um mich her, ameisen krabbelten heran, bunte käfer hingen an den zweigen Göthe I 25, 44
W.; ihr geschrille schrillt die grille, und im gras grashüpfer hüpft Rückert
ges. poet. w. (1867) 6, 117; der sommer lag heisz auf dem lande ... die grillen zirpten ..., die grashüpfer sprangen auf den blühenden natternkopf und kletterten über die blauen lichte der wegwarte W. Pleyer
d. br. Tommahans (1937) 324. 1@bb)
von a
her vergleichend oder bildlich auf menschen, seltener auf andere gegebenheiten bezogen. bei dieser spöttischen anwendung wird an die grüne färbung, die langen beine oder das hüpfen und springen des insekts gedacht. im vergleich: (
lasz den mond) sich theilen, eine helfte nach morgen, die andre nach niedergang fliegen, in der luft herum hüpfen, wie leichte grashüpfer springen Bodmer
d. Noah (1752) 155; dies modell ... nimmt sich unendlich grandioser hier aus, als der ungeschickte auf dem weiten felde placirte löwe von eisen, der dort einem grashüpfer gleicht Pückler-Muskau
Semilasso in Europa (1835) 2, 164; der kleine schneider wollte im fliegenden, hellgrünen schlafrock wie ein erboster grashüpfer gegen den redner anspringen W. Raabe
s. w. I 5, 266
Klemm. bildlich: ich habe mir zwar den kerl da im bunten seidnen rok nicht so nipp angesehn ... Sophie: die würde es wol wissen, denn sie machte grosse augen als der grashüpfer so geschwind entwischte Hermes
Sophiens reise (1769) 5, 379; hier kehrte sich der rath, der kurzweilige, gegen uns einfache saal- und grashüpfer in tanzschuhen (
tänzer auf einem silvesterball) Jean Paul
w. 36, 17
Hempel; wo steckst du, Genaro? ... — hier bin ich ja, ganz in deiner nähe. soll ich mich dir fühlbar machen? soll ich dir grashüpfer (
einem langen, mageren menschen) eines deiner marklosen, binsenröhrigen beine ausreiszen Gaudy
s. w. (1844) 17, 60; obschon er (
der aufsatz) nicht eine polemische wendung enthält, müssen die thatsachen diesen grashüpfern (
gewissen historikern) doch dermaszen hinter die ohren schlagen, dasz sie gar nicht wissen, wie ihnen geschehen ist (1874) R. Franz
an Senfft. v. Pilsach in: briefw. (1907) 188.
in der soldatensprache als spitzname für den jäger neben ähnlichen bezeichnungen wie laubfrosch, grünspecht, grünschnabel,
vgl. Horn
soldatenspr. (1899) 32; Imme
soldatenspr. (1917) 26. 22)
vereinzelt von dem buschrohrsänger, sylvia locustella Lath. Naumann
vögel (1822) 2, 701;
vgl. wfries. gershipper '
sprinkhaanrietzanger'
frysk wurdboek 1 (1956) 139. —