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grappeln

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grappeln vb.

Bd. 8, Sp. 1892
grappeln, vb., iterativbildung zu 1grappen (s. d.), auch grap(p)len, grapeln, vereinzelt gräpeln. literarisch im hd. des 16. und 17. jhs., vereinzelt noch im 18. jh.; in glossen des 15. jhs. mehrfach: tescheln oder grappeln palpitare (1437) bei Lexer 2, 1429; colatriare grapeln (obd. 1432) bei Frommann zs. f. dt. maa. 4, 295b; zappeln, grappeln (Nürnberg 1482) Diefenbach gl. 408a s. v. palpitare. die grundbedeutung ist ein tastendes, fingerndes umhergreifen, suchen oder bohren: in dem so bisz in ein floch im hindern, nach dem grappelt er endlichen Eulenspiegel 53 ndr. (in teil 5, sp. 1913 fälschlich zu krabbeln gestellt); das kind ... grappelt und suchet die brüsten (der toten mutter), bisz das es sie findet H. Braun kinderspiegel (1610) 193; in deme sie beim hellen liecht der schrifft nichts sehen, und also an den wänden herumb graplen L. Forer lutherischer katzenkrieg (1629) 318; ein anderer (mann) grappelt in den zähnen mit gummendem maul, als stehe schon das thor offen zum mist ausführen Stranitzky ollapatrida 138 Wiener ndr.; wann du die zähne stührest, so nimm messer und gabel darzu, und graple gleichwol mit gähnendem rachen, ohne was vorzuhalten Tölpel baurenmoral (1752) 36; ein kind auffwickeln und eine zeitlang (mit freien händen) grappeln lassen M. Kramer t.-ital. 1 (1700) 556b (vgl. auch grappelhemmetlein ebda). auf geistiges übertragen: also suchen die verleumbder keine gantze gute werck ... sondern sie gripeln vnd grapeln nur in alten vnd bösen händeln Albertinus Lucifers königreich 284 nat.-lit.; etliche graplen vnd grieblen so lang nach, bisz sie an ihren nebenmenschen ein mangel finden Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 682. speziell in erotischem sinne: n. n. gräplet die meitli; das git ärgerniss (1530) in: schweiz. id. 2, 786: (dasz du) dich grappeln laszt die jungen gsellen, als ob sie kelber kaufen wöllen Hans Sachs in: teil 5, sp. 1913 (dort mit unrecht zu krabbeln gestellt); Eyering proverb. copia (1601) 1, 98; dass sie bey liechtem hellen tag ... kein schew haben, mit den händen an vnschambarm ort vmm zu stüren vnd zu graplen Guarinonius grewel (1610) 1279. die hier nur vereinzelte bedeutungsnuance 'greifen' im sinne von 'wegnehmen, stehlen' weist eher nach grappen oder grapsen, grapschen: und sprach: ich geh mit keinem dieb. grappeln und mausen ist dir lieb Hans Sachs 5. 68 lit. ver. das wort lebt in der mundart fort, in teilbezirken des md. (vgl. z. b. Hertel Thür. 101), vornehmlich aber im obd., vgl. Fischer schwäb. 3, 793, schweiz. id. 2, 786, Lexer kärnt. 121, (tirolisch) bei Frommann zs. f. dt. maa. 5, 440, wobei aber auch die für krabbeln bezeichnenden bedeutungen auftreten, so dasz hier vielfach wortmischung mit diesem wort (s. auch 2grappeln) eingetreten zu sein scheint, wie das nach laut und bedeutung naheliegende krabbeln auch in andern fällen gern in den wortbestand der wurzel grap- eingreift. übrigens steht schwäb. und schweizer. neben grappeln ein grâpeln mit vokallänge (s. auch grabeln, grablen unter 1grabbeln 2), so dasz mindestens für einige der oben als grapeln bezeugten literarischen belege mit länge des vokals zu rechnen sein wird, vgl. krâbeln unter krabbeln I b, zâbeln unter zabeln 1 und grâbeln unter 2grabbeln. zu grappeln gehören endlich wohl auch nasalierte mundartbildungen wie schles. grammeln, grampeln 'tastend greifen' Jungandreas schles. zeitwortbildung 36 (in teil 5, sp. 2004 zu krammen gestellt); grampeln 'aufraffen, hastig auflesen' Sartorius Würzburg 48; Ruckert unterfränk. 64; dazu noch, bei offensichtlicher vermischung mit krabbeln, kärnt. gràmm. ln 'herumgreifen, betasten, wimmeln, krabbeln' Lexer 120; grammeln 'befühlen' Frischbier pr. 1, 249a. — fraglich, ob zu dem obigen schles. grampeln gehörig, in einem frühen nachweis: alsz sie sich angefangen wegen des tanzes zu grampeln, were er gleich erst dazu kommen (schles. 1598) in: neuphilolog. mitteilungen 28, 8; vgl. dazu besser krämpeln 2 'zanken', teil 5, sp. 2009, dies seinerseits mit kampeln 4, teil 5, sp. 138.
4058 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grappelnswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    grappeln swv. gr. od. zappeln, tasten, palpitare Voc. 1482.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grappelnvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    grappeln , grapeln , vb. , dasselbe wie krabbeln in dessen lautgerechter hd. form krappeln, aber mit g- anlaut. in md. u…

  3. modern
    Dialekt
    grappeln

    Mecklenburgisches Wb.

    grappeln tastend zugreifen: Ketüffel grappeln E. Krüg. 81; s. grawweln .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grappeln

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Zerlegung von grappeln 2 Komponenten

grapp+eln

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