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gräflich

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gräflich

gräflich

Graf m. erblicher Adelstitel, ahd. grāvo (8. Jh.), mhd. grāve ‘Vorsteher des königlichen Gerichts, Verwalter’, asächs. grāvio, mnl. grāve, nl. graaf, daneben mit Umlaut afries. grēva, mnd. mnl. grēve. Die Etymologie ist ungewiß. Man hat versucht, von in der Bedeutung übereinstimmendem aengl. gerēfa (erhalten als zweiter Bestandteil in engl. sheriff) auszugehen, einer Präfixbildung, deren Grundwort aengl. rēfa in einem Ablautverhältnis zu ahd. ruoba (8. Jh.), ruova (9. Jh.) ‘Zahl’ stehen könnte. Doch sind die übrigen germ. Formen nicht als Präfixbildungen nachzuweisen. Eine andere Deutung will eine Beziehung zu got. gagrēfts ‘Beschluß, Verordnung’ und einem daraus erschlossenen got. *grēfan ‘gebieten’ herstellen; dabei bliebe freilich die aengl. Form unerklärt. Vielleicht aber ist das in merowingischen und karolingischen Quellen gut bezeugte mlat. graphio, grafio, grauio ‘Steuerbeamter, gerichtlicher Verwalter’ nicht als Latinisierung eines germ. Wortes, sondern vielmehr als Entlehnung des byzantinischen Hoftitels byzant.-griech. graphé͞us (γραφεύς), eigentlich ‘Schreiber’, zu griech. gráphein (γράφειν) ‘schreiben’, aufzufassen. In frühmerowingischen Quellen bezeichnet graphio einen Polizei- und Vollstreckungsbeamten, dann einen königlichen Beamten mit administrativen und richterlichen Befugnissen. In spätkarolingischer Zeit wird das Grafenamt mit der Verleihung von Landbesitz zu einem erblichen Lehen umgewandelt (vgl. ahd. burg-, lant-, marc-, phalanzgrāvo). Seit dem späteren Mittelalter kann Graf, besonders in md. und nd. Gebieten, auch eine gewählte oder ernannte Amtsperson mit niederer richterlicher Gewalt oder den Vorsitzenden eines genossenschaftlichen Amtes bezeichnen, meist in Zusammensetzungen mit Graf als Grundwort wie Deich-, Wasser-, Feld-, Wald-, Holz-, Salzgraf. – gräflich Adj. ‘zu einem Grafen gehörig, ihn betreffend’, spätmhd. grevelich, greflich. Grafschaft f. ‘Amt und Würde eines Grafen, das unter der Verwaltung oder Herrschaft eines Grafen stehende Gebiet’, ahd. grāfscaft (um 1000), mhd. grāveschaft, grāfschaft.
2065 Zeichen · 48 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gräflich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gräflich , adj. et adv. einem Grafen gleich oder ähnlich, demselben gehörig, in dessen Würde gegründet. Die gräfliche Wü…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gräflich

    Goethe-Wörterbuch

    gräflich in Br u Tgb auch Großschr, öfter abgekürzt ‘gräfl.’; 20 von 60 Belegen bei Nebenlemmata a dem Grafenstand, eine…

  3. modern
    Dialekt
    gräflich

    Nachträge (Rheinisch)

    gräflich Adj.: die Gräfliche Bezeichnung für die Bewohner von May-Monreal u. Virnebg .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graeflich

23 Bildungen · 17 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von graeflich

graef + -lich

graeflich leitet sich vom Lemma graef ab mit Suffix -lich.

graeflich‑ als Erstglied (17 von 17)

gräflichbernstorffisch

GWB

gräflich-bernstorffisch Catalog der Gräfl. Bernstorffischen Bibliothek Tgb 29.10.20 Rüdiger Welter R.W.

gräflichbolzasch

GWB

gräflich-bolzasch Gräflich Bolzaschen Weine probirt Tgb 1.6.07 Rüdiger Welter R.W.

gräflichharrachisch

GWB

gräflich-harrachisch Spedition der Gräfl. Harrachischen Kisten B30,85,18 Göschen 12.6.05 uö(in Br) Rüdiger Welter R.W.

gräflichkeit

DWB

graeflich·keit

gräflichkeit , f. , abstraktbildung zu gräflich ( s. d. ) ; schon für das mnl., in spezieller bedeutung, bezeugt, im dt. erst seit dem 19. j…

gräflichklebelsbergisch

GWB

gräflich-klebelsbergisch in dem gräflich Klebelsbergischen Hof N9,56,16 Marienbad Rüdiger Welter R.W.

gräflichlaczanskysch

GWB

gräflich-laczanskysch Dr. Florian, Gräflich Laczanskyscher Arzt Tgb 10.7.07 Rüdiger Welter R.W.

gräflichluxburgisch

GWB

gräflich-luxburgisch Rücksendung des gräfl. Luxburgischen Briefs Tgb 22.10.25 Rüdiger Welter R.W.

gräflichnostitzisch

GWB

gräflich-nostitzisch die gräflich Nostitzische Familie Tgb 28.7.23 ~ B37,152,16 August 28.7.23 Rüdiger Welter R.W.

gräflichreinhardisch

GWB

gräflich-reinhardisch empfehlen [ Sie ] mich dem theueren Gräflich Reinhardischen Hause B38,163,10 Macco 15.6.24 Das theure gräflich Reinhar…

gräflichreußisch

GWB

graeflich·reussisch

gräflich-reußisch wohl zur Unterscheidung von den gefürsteten Linien des Hauses Reuß die ansehnliche gräflich Reussische Naturaliensammlung …

gräflichsalmisch

GWB

gräflich-salmisch wohl zur Unterscheidung von den gefürsteten Linien des Hauses Salm Pflanzen vom Gräflich-Salmischen Garten [ in Raitz/Mähr…

gräflichschönbornisch

GWB

gräflich-schönbornisch in Heusenstamm, einem gräflich Schönbornischen Schlosse 26,301,2 DuW 5 Rüdiger Welter R.W.

gräflichsternbergisch

GWB

gräflich-sternbergisch die gräflich Sternbergischen .. Kohlenwerke N13,287,7 MinGeol Plp Rüdiger Welter R.W.

gräflichveltheimisch

GWB

gräflich-veltheimisch die gräflich Veltheimische Familie 35,225,17 TuJ 1805 Rüdiger Welter R.W.

Gräflich Wiese

Meyers

graeflich·wiese

Gräflich Wiese , Dorf im preuß. Regbez. Oppeln, Kreis Neustadt in Oberschlesien, hat Damastweberei und (1900) 2085 Einw.

graeflich als Zweitglied (5 von 5)

hochgräflich

DWB

hochgraf·lich

hochgräflich , adj. in devoter rede für gräflich: euer hochgräfliche gnaden, comes celsissime. Frisch 1, 458 c ; das ganze hochgräfliche hau…

pfalzgräflich

DWB

pfalz·graeflich

pfalzgräflich , adj. : sie hatten pfaltzgräflich gleit. Götz v. Berl. 55 neudruck; ein pfaltzgräflicher knecht. 82; als Heidelbergs pfalzgrä…

Ableitungen von graeflich (1 von 1)

Ungräflich

Campe

Ungräflich , adj . u. adv . einem Grafen nicht angemessen.