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Gottesfriede

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Gottesfriede

Bd. 3, Sp. 113
Gottesfriede, heißt im allgem. der Zustand des in Gott befriedigten Gemüthes, näher aber die Treuga Dei, d.h. der Inbegriff jener Einrichtungen, wodurch die Kirche das Faust- u. Fehderecht zu beschränken trachtete, im engsten Sinne die Zeit, innerhalb deren die Waffen ruhen mußten. Der wilde Sinn der bekehrten heidnischen, namentlich der german. Völker (Blutrache) konnte nur sehr langsam und allmälig geschwächt werden; ein lockerer Staatsverband, die Schwächung der königl. Gewalt durch die größeren Vasallen, die Unmöglichkeit od. Schwierigkeit sein Recht zu erhalten, förderten die Fortdauer des Fehderechts. Der Landfriede von 1158, wornach bei Strafe des Stranges zuerst bei Gericht Hilfe gesucht und die Fehde 3 Tage vor ihrem Beginn angekündigt werden sollte, blieb ziemlich wirkungslos. Der G., den die Kirche vermittelte, brachte aus kleinen Anfängen Größeres zuwege. Schon 994 erhob sich eine Synode von Limoges gegen ungerechte Fehden, 1016 noch wirksamer das Concil von Orleans; das Elend der Jahre 1028—30 machte die Menschen dem G.n geneigt und 1031 suchten die aquitanischen Bischöfe denselben allgemein zu machen. Das Fehderecht wurde auf gewisse Tage beschränkt, 1041 auf die Zeit vom Sonnenaufgang des Montages bis zum Sonnenuntergang am Mittwoch; 1095 dehnte die Synode von Clermont den G. auf die Zeit vom Advent bis Epiphanie u. vom Beginn der Fasten bis 8 Tage nach Pfingsten aus. Des frühen Schutzes gottgeweihter Orte durch die Treuga Dei wurden immer mehr Festtage theilhaftig, aber je mehr Excommunication u. Interdicte ihre Wirksamkeit verloren, desto mehr traten an die Stelle des G.ns der Kirche die Landfrieden (s. d.) des Staates, bis dieser stark genug war, dem Fehderecht des Einzelnen ganz ein Ende zu machen.
1748 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GottesfriedeDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der Gottesfriede , des — ns , o. Mz . ehemahls, die feierlich verordnete Unverletzlichkeit aller zum öffentlichen Gottes…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gottesfriede

    Goethe-Wörterbuch

    * Gottesfriede aus der alten rechtsspr Bed (zeitl begrenztes Friedensgebot) übertr auf vereinbartes Verhalten im Freunde…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gottesfriede

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gottesfriede , heißt im allgem. der Zustand des in Gott befriedigten Gemüthes, näher aber die Treuga Dei , d.h. der Inbe…

  4. Sprichwörter
    Gottesfriede

    Wander (Sprichwörter)

    Gottesfriede Gottesfriede ist allervorzüglichster Friede. – Graf, 497, 91. Er ist noch heiliger als Haus- und Königsfrie…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gottesfriede

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gottesfriede

gottesfrieden + -e

gottesfriede leitet sich vom Lemma gottesfrieden ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von gottesfriede 2 Komponenten

gottes+friede

gottesfriede setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gottesfriede‑ als Erstglied (1 von 1)

gottesfriedenkreis

DWB

gottesfrieden·kreis

gottesfriedenkreis , m. , ein vor jedem äuszeren zugriff geschützter friedlicher bereich. häufiger bei Rosegger : das asyl bei sich selber i…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gottesfriede". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gottesfriede/herder
MLA
Cotta, Marcel. „gottesfriede". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gottesfriede/herder. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gottesfriede". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gottesfriede/herder.
BibTeX
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