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golen

mhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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3

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

golen vb.

Bd. 8, Sp. 870
golen, gölen gohlen göhlen, vb., 'laut singen, schreien, lärmen'. literarisch nicht sehr häufig, mundartlich bes. im schweizerdeutschen. schallnachahmend wie jolen (s. d.) jaulen (s. d.), gellen (s. d.), grölen (s. d.) oder 2gogeln (s. d.).; sonitum edere schreyen ruffen gOelen (1550) Schöpper synon. 34a Schulte-K.: (der sich als narr verstellende Tristan) legete sich hin wider ûf sîn narrenstrôel nider. er golte sînen alten sanc, der tœrisch gnuoc von im erklanc Heinrich v. Freiberg Tristan 5455 Bernt; vgl. ebda 5357 u. 5378; darbei die rasenden corybanten auch ein cabirisch vnsinnig wesen, jauchtzen, gOeln, singen, ... muszten fhren Fischart Garg. 154 ndr.; wann er pfeifen, lautenschlagen, singen ... gehört, hat er gesagt: wem soll doch das pfifflen und das golen Zimmer. chron. 3 (21881) 105 B.; welche (lieder) sie als wolbezechte volle leute daher sungen, göhleten und löhreten W. Spangenberg anmüt. weiszh. lustgarten (1621) 13; man ... läszt ungestört sie (die kinder in der schule) löhlen und göhlen Jer. Gotthelf ges. schr. (1856) 19, 74. vom lärmenden toben eines wahnsinnigen: Dauid ... verstalt seyn gebärd ... vnd golet vnder jren henden vnd stiesz sich an die thür am thor vnd seyn geyffer flosz in den bart Zürcher bibel (1531) 1.n. 21d, gegen 'sich einfältig benehmen' des schweiz. id. 2, 215, wo das wort 'narr' der ausgabe von 1548 wohl eine fehlinterpretation veranlaszte. sonst aber auch allgemeiner 'unfug treiben', 'ausgelassen sein' (vielleicht auch unter einflusz von 1gogeln, gaukeln, s. d.): swer dem andern nimt seinen wagen oder sein pferdt und da mit golet, der gibt fünf pfunt Nürnberger polizeiordn. 36 Baader; damals ... hat's geheiszen, es sei nichts böses gemeint — gegolt sei halt worden, wie mädchen und buben tun. und ich habe mir das golen verbeten Ernst Zahn herrgottsfäden (1913) 19. weitere bedeutungsschattierungen mit mundartlichen nachweisen im schweiz. id. 3, 214 u. 234 s. v. galpen; vgl. auch Fischer schwäb. 2, 745 (jetzt ausgestorben); Lexer Kärnten 118; Martin-Lienhart 1, 401. mundartliche weiterbildungen sind: goleien, golheien schweiz. id. 2, 15, Fischer schwäb. 3, 745; goleisteren ebda; gölern rhein. wb. 2, 1304; golisieren schweiz. id. 2, 217; golreien Fischer schwäb. 3, 748; wohl auch gölsen Überfelder Kärnten 114, vgl. golenzen Lexer 1, 1045.
2373 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    golensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    golen , sw. V. nhd. „golen“, laut singen, johlen, scherzen, Possen treiben, Unfug treiben, ausgelassen herumfahren, gröl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    golenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    golen , gölen, gohlen, göhlen , vb. , ' laut singen, schreien, lärmen '. literarisch nicht sehr häufig, mundartlich bes.…

  3. modern
    Dialekt
    golentr. v.

    Lothringisches Wb.

    gole n [gólə Ri. ] tr. v. mit einer Stange Nüsse herabschlagen: Nusse g. — frz. gauler. s. Gol.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit golen

3 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

golen‑ als Erstglied (2 von 2)

Golenischtschew-Kutúsow

Meyers

Golenischtschew-Kutúsow , 1) Arßenij Arkadjewitsch, Graf , talentvoller russ. Schriftsteller und Dichter, geb. 3. Juni (22. Mai) 1848 in Zar…

golenzen

Lexer

golen·zen

golenzen swv. intens. zu goln. dem volkelîn unde den diernlech unde dem knehtelech den vert daʒ herze alle zît golenzende Berth. 83,24.

golen als Zweitglied (1 von 1)