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Gleichniß

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gleichniß

Bd. 2, Sp. 716
Das Gleichniß, des -sses, plur. die -sse, welches in doppelter Gestalt vorkommt. 1. † Als ein Abstractum, ohne Plural, die Gleichheit, d. i. Ähnlichkeit einer Sache mit einer andern zu bezeichnen; in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen veraltet ist. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Gleichniß Gottes, 1 Mos. 5, 1. Im Isidor Chiliichnissu, bey dem Kero Kelichenisse, bey dem Notker Glichnisso, im Angels. Gelicnys, Licnysse. 2. Als ein Concretum. 1) † Ein körperliches Bild, welches eine andere Person oder Sache abbilden oder doch vorstellen, einige Ähnlichkeit mit derselben haben soll; ein gleichfalls veralteter Gebrauch. Du sollt dir kein Bildniß, noch irgend ein Gleichniß machen, weder deß u. s. f. 2 Mos. 20, 4. Und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichniß eines Ochsens, Ps. 106, 20. Was für ein Gleichniß wollet ihr Gott zurichten? Es. 40, 18. Im Notker Kelichenisse. 2) Ein Wort oder eine Rede, welche eine uneigentliche oder bildliche Vorstellung einer andern Sache enthält. So ist das Wort flehen ein Gleichniß, weil es die dadurch bezeichnete Sache unter dem Bilde des Schmiegens und Krümmens vorstellig machen. In diesem weitesten Verstande sind die meisten Wörter in allen Sprachen Gleichnisse, Gleichnißwörter, oder Figuren. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, eine Rede, welche eine andere Sache unter einem sinnlichen Bilde begreiflich macht, mit Bezeichnung des Gegenbildes, wodurch es[] sich von einer Allegorie unterscheidet; eine Gleichnißrede. In der engsten Bedeutung unterscheidet man ein Gleichniß von einer bloßen Vergleichung dadurch, daß jenes vollständiger und mehr ausgeführet ist, als diese. Jemanden ein Gleichniß geben. Gleichnisse können nur erläutern, nicht aber beweisen. Im Oberdeutschen ist es in dieser Bedeutung sehr häufig weiblichen Geschlechtes, (S. -Niß,) welches auch Luther mehrmahls beybehalten hat, der es über dieß auch für Allegorie gebraucht. Ein solches Gleichniß, Parabola, nennt Notker Widermezza und Widermezzungo, von widermezzen, vergleichen, ingleichen Wortbilida; Kero aber übersetzt Exemplum, ein Beyspiel, durch Keleisanit.
2113 Zeichen · 33 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gleichniß

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Das Gleichniß , des -sses, plur. die -sse, welches in doppelter Gestalt vorkommt. 1. † Als ein Abstractum, ohne Plural, …

  2. Sprichwörter
    Gleichniss

    Wander (Sprichwörter)

    Gleichniss 1. Alle Gleichnisse hinken. – Parömiakon, 2311; Simrock, 3696; Braun, II, 511. Die Vergleichung passt nicht i…

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Wortbildung

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Zerlegung von gleichniss 2 Komponenten

gleich+niss

gleichniss setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gleichniss‑ als Erstglied (5 von 5)

gleichnissisch

DWB

gleichniss·isch

gleichnissisch , adj. , gelegenheitsbildung, ' gleichnishaft, in der art eines gleichnisses ', zu gleichnis F: gleichnüssische beschreibung …

gleichnisspiel

DWB

gleichnis·spiel

gleichnisspiel , n. , als ' spiel mit bildern, vergleichen ', im eigentlichen sinne: aber nun wolle die fraw Julia ein mehrers von den gleic…

gleichnisspruch

DWB

gleichnis·spruch

gleichnisspruch , m. , biblisch, zu gleichnis F 1: aus diesen eingeführten und berührten gleichnüszsprüchen ( der bibel ) ist klar und offen…

Gleichnißrêde

Adelung

gleichniss·rede

Die Gleichnißrêde , plur. die -n, eine Rede, oder ein Satz, welcher ein Gleichniß enthält, S. das vorige.