Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
- Anchors
- 1 in 1 Wb.
- Sprachstufen
- 1 von 16
- Verweise rein
- 9
- Verweise raus
- 7
gleff, n., glef(f)e, glef(f)er, genus?, 'lippe'. collectivbildung zu leff (teil 6, 515) und laffe (teil 6, 56) oder zu laffen 'schlürfen' (ebda 57), vgl. auch v. Bahder wortwahl 36, mit mancherlei formvarianten in meist mittelrhein. glossarien des 15. und 16. jh., später noch in mundartlicher oder mundartlich beeinfluszter sphäre: labium, labrum gleff (md. 15. jh.), gleffe (md. 15. jh., nrh. 1472), gleft vel lefftze (1477), gliff (md. 15. jh.) bei Diefenbach gl. 314a; labrum mannes glepf (md. 15. jh.), glepfen (obd. 15. jh.) ebda 314b, labia gleffp der wîbe (md. 15. jh.) ebda 314a; gleff labium Er. Alberus (1540) y 2b; vallecula das theyl zwischen dem öbersten gleff und der nasen ebda q 2a; vgl. wetterauisches augenglef 'augenlid' teil 1, 806 u. Schmeller-Fr. bair. 1, 971; (der ritter hatte) ein scharp menlich gesichte, einen bescheiden mont mit glefsen (var. d. gedruckten ausgabe v. j. 1617: gleffe) etzlicher masze dicke Tilman Elhen Limburg. chron. 51 Wyss (s. u.glefse). fürs schlesische bezeugt Weinhold glefe, f. (neben glâve, f., s. weiter unten) verbreit. u. herkunft d. Deutschen in Schlesien (1887) 61. schweizer. geläff, n., neben läff 'lippe, maul des rindviehs, person mit unflätigem maul' Staub-Tobler 3, 1110; Stalder schweiz. id. 2, 152. —für einige lautlich und bedeutungsmäszig verwandte formen ist, wenn nicht an eine unmittelbare herleitung, so doch an eine vermischung mit der sippe klaffen, teil 5, 894 (s. insbesondere 898), glaffen, gläffen, glaffern, teil 4, 1, 4, 7591 f. 'hiare, offen sein, starren' zu denken, die für gleff, gleffe labium entgegen teil 5, 898 wenig wahrscheinlichkeit hat. hierher als glossierung für oscedo glefer (15. jh., 1477), gliffer (nrh. 1472) bei Diefenbach gl. 402a, die wohl als 'gähnsucht' zu deuten ist und also als bedeutung ein aufsperren des mundes voraussetzt (anders hergeleitet unter gleifer, s. unten), vgl. verglaffern und glafern 'gaffen, mit offenem munde starren' s. v. glaffern, vb., teil 4, 1, 4, 7592, s. auch glaffen, vb., ebda 7591; doch begegnet ein gleffer auch für 'lippe' in varianten aus hss. der 2. hälfte des 16. u. 17. jh. bei Tilman Elhen: einen bescheiden mont mit gleffern etzlicher masze dicke Limburg. chron. 51 Wyss (s. u.glefse). ferner mundartl. schlesisches glâve, f. (neben glefe, s. o.), im plural in der bedeutung 'kinnladen' Weinhold verbreit. u. herkunft d. Deutschen in Schlesien (1887) 61. im gleichen gebiet glaven, pl., freilich auch für 'lippen, maul des viehs': recipe vor die viehe-stauppe: nihm 1½ messerspitz salpeter ..., in warmem brodt eingegeben, ... sodann alsogleich nach dem eingeben den gaumen und die glaven mit gestoszenem salpeter ... gerieben (qu. v. j. 1731) in: von d. in Schlesien üblichen rechten 2 (1741) dorf- u. landrechte 138 v. Friedenberg. —zum ganzen s. noch Höfler krankheitsnamenb. 360b.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.
-
15.–20. Jh.
Neuhochdeutschgleffn.
Grimm (DWB, 1854–1961)
gleff , n. , glef(f)e, glef(f)er, genus?, ' lippe '. collectivbildung zu leff ( teil 6, 515) und laffe ( teil 6, 56) ode…
Verweisungsnetz
12 Knoten, 11 Kanten
Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen
Filter:
Anchor 1
Kompositum 11
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit gleff
5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen
gleff‑ als Erstglied (4 von 4)
Ableitungen von gleff (1 von 1)
gleffe
DWB
gleffe , f. , ' speer ', s. 1 glefe.
Zitieren als…
- APA
-
Cotta, M. (2026). „gleff". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gleff/dwb?formid=G18201
- MLA
-
Cotta, Marcel. „gleff". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gleff/dwb?formid=G18201. Abgerufen 19. May 2026.
- Chicago
-
Cotta, Marcel. „gleff". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gleff/dwb?formid=G18201.
- BibTeX
-
@misc{lautwandel_gleff_2026, author = {Cotta, Marcel}, title = {„gleff"}, year = {2026}, howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern}, url = {https://lautwandel.de/lemma/gleff/dwb?formid=G18201}, urldate = {2026-05-19}, }