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glaubensbekenntnis

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glaubensbekenntnis n.

Bd. 7, Sp. 7851
glaubensbekenntnis, n. , in älterer sprache auch f., s. teil 1, 1414 s. v. bekanntnis und 1417 s. v. bekenntnis; im späteren 16. jh. auftretend drängt sich das compositum während des 17. jhs. langsam gegenüber dem simplex glaube I A 5 b in den vordergrund und hat im 18. jh. bereits die oberhand. lexikalisch zuerst gebucht bei Widerhold (1669) 146b: glaubensbekandtnusz, f., confession de foy. 11) in religiöser anwendung, für lat. confessio fidei, regula fidei, symbolum. 1@aa) wie älteres glaube I A 5 b β für die festen formeln, in denen die christliche glaubenslehre zusammengefaszt ist; das apostolische, nicänische und athanasianische symbolum: die glaubensbekantnus s. Athanasii fast von wort zu wort im reimengesang gefasset Fischart s. dicht. 3, 152 Kurz; die heiligen vätter und versamlete lehrer zu Nicea haben dieses wort ... in ihr glaubensbekäntnisz hineingerucket, dieweil sie wargenommen, das dasselbe den Arianern ein dorn in augen gewest Dannhauer catech.-milch (1669) 4, 278; das athanasische glaubensbekenntnisz zieht er dem nicenischen vor Gottsched d. neueste (1751) 5, 744; wir haben das apostolische glaubensbekenntnisz und das gebet des herrn ... gelernt Chph. v. Schmid ges. schr. (1858) 10, 24; zu was hernach betet jeder im glaubensbekenntnis, er glaub an die auferstehung des fleisches und an das gericht? Anzengruber ges. w. 3, 38; (der hauslehrer) quälte (mich) mit dem glaubensbekenntnis, das ich nie verstand Fontane ges. w. I 5, 96. für die besonderen bekenntnisformeln einzelner christlicher konfessionen: eingerückt ist hier das glaubensbekenntnisz der Lutheraner im Zipser lande vom jahre 1573 allg. dt. bibl. (1771) anh. 53-86, 818; für die allgemeinen geschäfte (wurden) synoden (in d. frz. reform. gemeinde) ... angeordnet und ein allgemeines glaubensbekenntnisz ward angenommen Ranke s. w. 8, 135. 1@bb) für die religiöse (christliche) lehre in ihrer gesamtheit oder die einzelner christlicher konfessionen und religionsgemeinschaften: (Tirol hat) die anfänglich wahre glaubensbekantnus gantz mackellosz behalten Frz. A. v. Brandis ehrenkräntzel (1678) 12; das heilige abendmahl, die feste stütze dessen, was im christlichen glaubensbekänntnisse hauptsache ist allg. dt. bibl. (1771) anh. 37-52, 2; unmöglich kann ein groszer staat ausschlieszlich auf einem glaubensbekenntnisz beruhen; er braucht zu seinem dasein eine menge von kräften, die von der religiösen wahrheit unabhängig sind Ranke s. w. 27, 62. 1@cc) die mit der zugehörigkeit zu einer kirche oder konfession verbundene religiöse überzeugung: und sollen demnach wir arme, im gewiszen hochbedrängte leuthe ... nicht verhalten, dasz wir nun in die 23 jahr hero in unszerer wahren christlichen religion und glaubensbekänntnüsz hefftig bedränget (worden sind) (v. j. 1619) acta publ. 2, 326 Palm; (an) glaubige christen ... umb und von wegen ihrer glaubenbekantnusz hand anlegen und sie umbbringen Dannhauer catech.-milch (1657) 2, 131; hertzog Henrich ... besiegelte sein ... glaubensbekäntnüs mit seinem heldenblute Lohenstein George Wilhelms lobschrifft (1679) h 2b; du kannst ... dein glaubensbekenntnisz mit deinem blute nicht versiegeln theater d. Deutschen (1768) 4, 136. 1@dd) als merkmal einer bestimmten christlichen konfession, auch diese selbst umschreibend: davon jeder zween ausz den soldaten, so eines jeden glaubensbekandnus zugethan, zu beyständen hatte Grimmelshausen 2, 702 Keller; Reith war in spanischen diensten und konnte ... sein glück nicht höher treiben, ohne sein öffentliches glaubensbekänntnis zu ändern Nicolai literaturbr. (1759) 10, 237; (er) hat mit seiner trapezuntischen gemahlin in der gröszten einigkeit gelebt, die bey ihrem eingebohrnen glaubensbekenntnis geblieben ist A. v. Haller Usong (1771) vorr. 2a; es war eine zeit, ... wo man noch nicht fragte, zu welchem von den drei glaubensbekenntnissen jedermann gehöre Ranke s. w. 7, 54. 1@ee) für das bekenntnis, mit dem ein einzelner seiner religiösen überzeugung und ansicht ausdruck verleiht: deszwegen mercket mein glaubensbekäntnüsz und erkäntnüsz Jak. Böhme apologieen (1682) 211; anno 1614 erklährete er (der kurfürst) sich zu der reformirten religion, und liesz ... deswegen öffentlich eine schrifft und glaubensbekänntnüsz ausgehen Chr. Thomasius ernsth. ged. u. erinn. (1720) 2, 241; auf mein eignes glaubensbekenntnisz habe ich mich bereits eingelassen, wenigstens mich darüber ausgelassen Lessing 18, 333 M.; ich habe mit fliegender feder das glaubensbekenntnisz des herrn professors ins deutsche übersetzt Schubart briefe 1, 123 Strausz. 22) übertragen auf das bekenntnis, den ausdruck nicht religiöser überzeugungen, namentlich künstlerischer, philosophischer, wissenschaftlicher, politischer grundanschauungen u. ähnl.: noch zu guter letzte mit dem grösten amtseiffer sein glaubensbekändnisz gethan: das wolte er noch hiermit sagen, dasz er von des Lipsche schreibart nichts hielte J. B. Mencke zwei reden v. d. charlatanerie (1716) 131; hier ... hast du das glaubensbekenntnis meiner vernunft, einen flüchtigen umrisz meiner unternommenen schöpfung Schiller 4, 51 G.; wenn ich zeit finde, so setze ich hierüber (über geologische fragen) mein glaubensbekenntnisz auf Göthe IV 31, 52 W.; interessant wird es ihnen der materie nach schon deshalb seyn, weil es mein sociales glaubensbekenntnisz enthält, so weit ein solcher ausdruck auf ein werk der phantasie anwendung findet Hebbel br. 6, 223 Werner; die art und weise, wie sich ... die kritiken über Payne und seine schrift äuszerten, war ... nach ihrem politischen glaubensbekenntnisse sehr verschieden G. Forster s. schr. (1843) 6, 130; dies bruchstück aus meinem glaubensbekenntnisz über das theater habe ich dir hier hergeschrieben Bettine frühlingskranz (1844) 456; sein (Cléments) wirtschaftspolitisches glaubensbekenntnis war das freihändlerische hwb. d. staatswiss.2 3, 62; sie (die 25 nationalsozialistischen leitsätze) sind gewissermaszen ein politisches glaubensbekenntnis A. Hitler m. kampf (1933) 511; die treue zum führer wurde zum glaubensbekenntnis einer generation H. Stegemann weltwende (1934) 111; besonders verblaszt, 'anschauung, auffassung': das ist so mein glaubensbekenntnisz vom lieben frauenzimmer Laukhard leben u. schicksale 1, 175; in Fritz Wurtens glaubensbekenntnis war kein raum für sentimentales beklagen des unabänderlichen W. v. Polenz Grabenhäger 2, 310. 33) seit dem 17. jh. in fester formel ein glaubensbekenntnis ablegen 'seine religiöse (oder sonstige) überzeugung bekennen'; religiös: Aquila, vor dem Clemens sein glaubensbekentnis ablegte A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 2, 412; gott helf uns dieses bekenntnis vor dem altar ablegen, wo wir ehemals unser glaubensbekenntnis gen himmel ablegten Hippel lebensläufe (1778) 1, 246; da habe wieder einmal einer ... das katholische glaubensbekenntnisz abgelegt, von dem ich recht wohl wuszte, dasz es mit dem religiösen bedürfnis bei ihm betrübt stand Immermann 5, 124 Boxb.; nicht religiös: ich habe endlich darinnen, so zu reden, mein grammatisches glaubensbekenntnisz abgeleget Gottsched sprachkunst (1762) vorr. a 5a; er legt darinne sein poetisches glaubensbekenntnisz ab, indem er sich zugleich Hallern, Neukirchen und Gottscheden ... zu mustern vorstellet Lessing 5, 10 M.
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    Neuhochdeutsch
    glaubensbekenntnisn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    glaubensbekenntnis , n. , in älterer sprache auch f., s. teil 1, 1414 s. v. bekanntnis und 1417 s. v. bekenntnis; im spä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glaubensbekenntnis

    Goethe-Wörterbuch

    Glaubensbekenntnis stets -niß, flekt einmal -niße, mehrmals -kännt-, gelegentl Bindestrichschr; auch idVbdgn ‘Glaubens- …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glaubensbekenntnis

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Glaubensbekenntnis ( Confessio fidei, Symbolum ), die öffentliche Erklärung einer Kirche oder einer religiösen Partei od…

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    Glaubensbekenntnis

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