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gilfen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gilfen vb.

Bd. 7, Sp. 7503
gilfen, vb., schreien, seitenform zu gelfen (vgl. teil 4, 1, 2, 3014). gilfen entspricht älterniederl. ghilpen, 'pipillare'; vgl. ablautendes gülfen (teil 4, 1, 2, 3014 sowie 4, 1, 6, 1071), dazu nochn. gylpe 'schluchzen, wie ein rabe schreien', weiteres bei Falk-Torp 363, Walde-Pokorny 1, 628. mit dem letztlich lautnachahmenden charakter der sippe hängt wohl die sonst schwer erklärbare bildung von gilfen zusammen; gilpen, gilfen im elementarablaut zu galfen, galpen teil 4, 1, 1, 1160. doch vgl. unten gillen. vereinzelt als gilpfen: das hünlein pfipffset und gilpffet Straszburger quelle von 1637 in d. zs. f. dt. wortf. 11, 172. mundartlich heute bes. schwäbisch lebendig, doch auch sonst verbreitet, s. unten. literarisch besonders im schwäbischalemannischen neben gelfen geläufig. hier ist auch mit der rundung gülfen zu rechnen, sieh Fischer schwäb. 3, 658. bis ins 18. jh. in der bedeutung 'klagend schreien' besonders in geistlichem schrifttum gängig: auch die wilden thier werdend zu dir gilfen, wie die wasserbäch ausgetrocknet seind Züricher bibel (1530) 426b; auch uberkommen die klosterleut wol so vil von den freunden durch teglich gilffen und geylen, das sy jre erbschafft auch bey bringen Eberlin v. Günzburg 133 ndr.; stehend im zusammenklang und reim mit hilf, hilfst u. s. w. sowie in synonymischer, steigernder verbindung: umb hilff ich gilff zu dir, Christe Hans Sachs 22, 104 lit. ver.; mein gaist nach deiner (gottes) hilff zu gilfen (tag und nacht gewartend deines trosts) mit schwachheit wird beschweret G. R. Weckherlin gedichte 1, 382 lit. ver.; wann er in angst laut schreit und gilfft, doch niemand hilfft Burkard Waldis psalter (1553) 27b; da wirt ruffen zu gott seyn mit wehe, zittern, zagen, gilffen, schreyen, ... mit heulen vnd weinen volksbuch v. dr. Faust 37 Braune; hilf, Jesu, hilf, ach, Jesu, hilf. wer das begehrt, schrei, seuftz und gilf Joh. Val. Andreä bei Fischer-Tümpel 3, 250; kannst du nicht mehr gilffen, so seuffze Otho evangel. krankentrost (1671) 248. nach dem ende des 17. jh. seltener: hör ich dich doch offt selbsten gilffen: ich liege gefangen im kercker der sünden J. D. Frisch neuklingende harpfe (Stuttgart 1719) 1232; gilffen und seuffzen ebenda 547; gilffen und lamentieren ebda 282; vgl. noch: sattgeplagte müde seele, ausgegilfter matter geist, auf, verlasz die kammerhöle! Magd Sib. Riegerin ged. neueste samml. (Carlsruhe 1754) 131. im neueren schrifttum nur noch als lautmalendes wort für helles, hohes, klagendes schreien von tieren: mit verlust des schwanzes, der unter jämmerlichem gilfen (des vogels) dem fänger in der hand blieb G. Gerok Karl Gerok ein lebensbild (1897) 292; ganz eigentümlich ist der ton (der weiszwale) ... derselbe gleicht dem gilfen eines ferkels und ist sehr durchdringend und laut M. Th. v. Heuglin reise in Norwegen und Spitzbergen (1872) 1, 122; von auszen hörte er schon das schluchzen und gilfen des hundes, der ihn erkannt hatte E. Strausz kreuzungen (1925) 156; 108. diese neuere verwendung greift auf die mundart zurück, in der das wort lebendig geblieben ist; vgl. besonders schwäbisch gilfen, 'vom wimmern des kranken, vom schrillen schrei des getretenen hundes, von dem leisen ton junger vögel' Fischer 3, 658; gilfa 'klagen, betteln' Kuen oberschwäb. wb. 19; gilfen 'laut schreiend und schnell reden' Vilmar kurhess. 126 (Schmalkalden); 'schreien, zanken' Reinwald henneb. 2, 156; Ruckert unterfr. 61; 'schreien, singen wie die hühner (Aschaffenburg)' Schmeller-Fr. 1, 901; gilpen 'einen schwachen feinen ton von sich geben, winseln junger hunde, piepen junger hühner etc.' Crecelius oberhess. wb. 422; gilfen vom schreien junger vögel Hertel Thür. 106; Salzungen 16; gilpen 'schreien wie enten und kinder' E. Krüger Emden 54; ebenso mecklenburg. vom huhn, s. zs. f. dt. wortf. 11, 173. vgl. dazu gilfer 'schreier' Ruckert unterfränk. 61; gilferin 'zänkerin' Reinwald henneb. 2, 156. —
3958 Zeichen · 86 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gilfenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gilfen , vb. , schreien, seitenform zu gelfen ( vgl. teil 4, 1, 2, 3014). gilfen entspricht älterniederl. ghilpen, ' pip…

  2. modern
    Dialekt
    gilfenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gilfen schw. : ' laut bellen ', auch 'schrill lachen'. Der Hund gilft schun die ganz Nacht [ BZ-Dernb ]. Mer heert die M…

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Cotta, M. (2026). „gilfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gilfen/dwb?formid=G16953
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Cotta, Marcel. „gilfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gilfen/dwb?formid=G16953. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gilfen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gilfen/dwb?formid=G16953.
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