Eintrag · Westfälisches Wb.
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giᵉwen V. [allg.] geben. — 1.1. als Eigentum geben, zukommen lassen, schenken, spenden. — Paarformel: Günnen un giewen (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). — Ra.: Wat gifste, wat häste (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@RöckinghausenRö) sehr eilig, so schnell wie möglich, aus Leibeskräften [verstr.]: Hai laip wat gïeste, wat hiäste (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@FröndenbergFb). Hä gïet ’t im Lïepel un nïemt ’t im Schïepel er ist geizig und habsüchtig (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Wat dä giet, dat stinkt er ist sehr geizig (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh). Lodden wisken, Gott giffen frisken Trost, wenn eine Frau von ihrem Partner verlassen worden ist (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Sprichw.: Wat me gïet, es me kwit (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Well giff, wat he hett, iss wähd, dat he liäwet (Münsterl BAHLM || mehrf.). Giff God Jung, dan giff he ok Buksen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt || mehrf.). Giwt Gott ’n Amt, giwt he ok Verstand (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). Goat gïet woa ne Kau, owwer kän Strick dertau (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). ’n gegewwen Piärd dröw me nich in de Mule kieken (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd || (ähnl.) mehrf.). Eïnmol gïeb’m un wīernïem’m is Dǖwels Kind (Kr. BeckumBek Vh). Eïnmal giewen un wier niämmen es schlimmer at Stiällen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || (ähnl.) mehrf.). ’n mot so gewen, dat ’n gümmer gewen kann (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). Gefft so, dat ih Gewwende bliewt (WMWB || mehrf.). — 1.2.1. (jmdm. etwas) aushändigen. Sai gäffen di en Grosken (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — 1.2.2. leihen. He will mü köen Chelt chieben (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@BrokhausenBh). — 1.3. (etwas) ausgeben, bezahlen (für etwas); (etwas) zahlen, entrichten. Wat giffse mi daorfö? (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Dai deh fejfväierl fiär de Iälle giewen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). He gav einen Dahler buam’m Bott (über das Gebot hinaus) (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo). — 2. (jmdm. etwas) reichen, zureichen. Giff mei mol ne Gaffel (Kr. BürenBür Kr. Büren@SalzkottenSk). Jïef mi dai Braotwurst! (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AttendornAt). Gi mui de Kǟse! (Kr. HöxterHöx Sb). Gïef mi noch äine Snīe! (Kr. IserlohnIsl El). Gif mi de Schūd’n! (Spaten) (Kr. TecklenburgTek Me). Bęm hiäße den Brāif gīem? (Kr. IserlohnIsl El). Se lāid’n sick Hǟrink gïeb’m bi’t Fröüstück (Kr. BeckumBek Vh). Gew den Ȫme gauw ’n Hänneken! (Kr. AhausAhs We). Gïe mi van däm, wo de Pastauer van drinket (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Wä gïet? beim Kartenspiel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Rätsel: Ett hänkt an de Wand un giwt jedereen de Hand: Handtuch (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh || mehrf.). — 3.1. (jmdm. etwas) versetzen, beibringen, zufügen. Eene giewen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HervestHv). Giw ’n wecke ub’m Balch! (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Gif ne dǖet wecke! (Kr. HöxterHöx Lü). Gif em ēn’n an’n Bas! (Kr. SteinfurtStf Rh). Ick giewe dey ennen an’n Dääts (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@WiemeringhausenWh). Wuatt op den Bast gibben (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@GeiseckeGs). Wat opte Finger gïem’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: Dat heäd us ne Klap egaf das hat uns sehr betroffen gemacht (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — Sagw.: Gien es sialeger at niahmen, saggte Päiter, doa gaffte hei Kasper äinen an de Schnute (Wortspiel mit Bed. 1) (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). — 3.2. (jmdm.) mit Worten zurechtweisen, (jmdm.) die Meinung, Wahrheit sagen. Ik häbb ’t em gewwen ich habe ihn zurecht gewiesen (WMWB). — 4.1. (jmdm. etwas zu einem best. Zweck) übergeben, überlassen. Te eegen gäwwen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr). Iätwas te Bate giewen milde Gabe (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@BrakelBr). Wat ’e liäwen gïewen (Kr. SteinfurtStf Rh). En Braif opte Post gïem’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Inne Hänne giewen anvertrauen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATE-NAUWB). — Ra.: Tom besten gïewen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@GladbeckGb). Giff ’n näo wat teo Geo! nimm es nicht so genau (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — Sagw.: Nu es dat Loupen ame Doktor, saggte de Apeteiker, doa har hei ’me wat te laxeieren egafft (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 4.2. (jmdn. jmdm. zu einem best. Zweck) übergeben, anvertrauen. Buinanner gīewen jmdn. trauen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Sik gib’n loten (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@ReelkirchenRk) sich trauen lassen [Det]: De beuden hät seck giewen loten (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). — 5. irgendwohin tun. In’n Pott giewen (als Einsatz beim Spiel) (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). — 6.1. (etwas) hervorbringen, erzeugen. De Keū givt Melke (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MarksbergMa). Dat gitt en guden Klang (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). — 6.2. (etwas) ergeben, zum Ergebnis haben. Twǟi un twǟi gïet vǟier (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Water giff Lüse in’n Buuk (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Swattbraud giww Speck up de Ribben (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd). Bat sall dat giewen! (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). Dat gīt Unglück (Kr. IserlohnIsl Is). Dat gïet ’n Maloä (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Dat gaf ’n Upstant (Kr. BeckumBek Vh). Met den Verkaup, dat häff nicks gïewen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Sprichw.: Lustige Doiers gitt tahme Fruggens (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Vüel Sǖege (Schweine) gïet ’n dünn’n Drank bei vielen Kindern gibt es wenig zu vererben (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Üd). ’n ollen Hahn un ’ne junge Henne get Küken de Menge (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@GelsenkirchenGk). — Sagw.: Dat gyt Luft, sāchte de Frougge, do läit se äinen stryken (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@ObermarsbergOm). — Bauernregel: Lechtmissen (2. Februar) von boiden (Wärme und Kälte) gifft Rowwen (Roggen) und Woiden (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Lechmiss (2. Februar) hell un klor, giwt ’n goddet Roggenjohr (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). — 6.3. Ertrag bringen. De Rogen jit slächt (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). — 7. werden. Ïek hewe hoot, hai studäiere! Dä gïet Väihdokter (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). Gïet dat dīne Frau? (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Dat maut ’n Pār gïewen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — 8. (etwas) veranstalten, ausrichten, aufführen. Wat wät van Ōamt gegïem’m? (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 9. (+ van sik). — 9.1. sich äußern. Hä kann dat nit sau van sik gïem’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 9.2. sich erbrechen: He häff alls wier van sick giewen, wat he giätten harr (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 10. In Vbdg. mit füᵉr, ümme, up: (auf etwas) Wert legen, (einer Sache) Bedeutung beimessen. He giff daor nix üm (WMWB). Fiär diek giww ek kainen Pfifferlink (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Üm Wīn gïef ek niks (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Ik gaff der wat üm, wenn ’k herutkrigen konn, of de Käl ächter dat Wicht her is (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Se gefft de nich vull mähr üm er ist todkrank (WMWB || mehrf.). He giff nix up sik er ist nachlässig, schlampig (WMWB). ’ne Fleitpiep drüm giewen es aufs Äußerste ankommen lassen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HochlarHl). — 11. In Vbdg. mit einem Inf. mit tō: lassen. — Ra.: Ek giew di ’ne bittere Pille te sluken ich muss dir etwas Unangenehmes mitteilen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@BochumBo). — 12. In verblaßter Bedeutung: Eck giew Acht (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WaltropWp). Hai gaf mi kāine Antwoät (Kr. IserlohnIsl Dh). ... un keiner gitt ne Antwort (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Dat gïef ik Bīfal dem stimme ich zu (Kr. BeckumBek Vh). Vullmacht giewen bemächtigen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@UlfkotteAd). ’n Äogen de Kost gïewen aufmerksam zusehen (Kr. IserlohnIsl Dh || mehrf.). Gif ti kinne Mǖe bemühe dich nicht (Kr. LüdinghausenLhs Dr). Ik gïewe di Uäder (Nachricht) (Kr. SteinfurtStf Rh). Gïew es pas! paß auf (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). Gïeft mi Beschāid, wannEr i kuemt (Kr. SteinfurtStf Rh). Et Wōat drop gïem’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 13. (+ sik). — 13.1. sich fügen, nachgeben. Dǫ maut me sik in gīb’m (Kr. IserlohnIsl Is). Se häff sick drin gïewen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). He giff sik nich gibt nicht auf (WMWB). Klööwen dee wi met de schaore Äxen, bes dat Holt sik gaff (WMWB). — 13.2. sich beruhigen, mäßigen. Häi könn sick gümmer no nich giäben (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — 13.3. nachlassen und aufhören; vergehen. Dat sal sik wul gïeb’m (Kr. BeckumBek Vh). Dat Unwēer häff sick gïewen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Dat giff sick, wenn ’t oeis vobui es sagt man scherzhaft zum Trost (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 13.4. sich begeben. Sik uppt Blaude gïeben sich in die Öffentlichkeit wagen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 13.5. (+ an mit Infinitiv) anfangen, etwas zu tun. Hai gafte sik an’t Springen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@HerscheidHs). Se gaf sik ant Grīnen (Kr. BeckumBek Vh). He gaff sick an’t Laupen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). He giff sik an’t Sööken (WMWB). Et gïet sik ant Reängen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). De Buer sagte: Ik mot mik eis de Peipe ansteken, un gawte sik ant Stoppen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). — 14. Unpers. — 14.1. vorhanden sein, existieren, vorkommen. Dat gïet ’t (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Wat gifft Nīes? (Kr. TecklenburgTek Me). Et git niks mǟr (Kr. BrilonBri Mf). Āme Lüü gaf t’r süs kinne (Kr. BeckumBek Vh). Deeh mot niemen, wat et güfft (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@BorgholzBg). Do gieret nix te ackedäiern (handeln, um den Preis feilschen) (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — Sprichw.: Ett giff nicks, watt’t nich giff (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Et gitt mähr Kuien (Ketten) ärr dulle Ruiens (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Ett gett mähr bunte Rüerns as eenen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LindenLi || mehrf.). — 14.2. gestattet, erlaubt sein. Abends gitt kein Jūchen (Umherlaufen) (Kr. IserlohnIsl La). Otten (Speisen auf dem Teller lassen) giwt nich (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). — Ra.: Apptit dräöffs di halen; män sattätten gifft in Huse sagt die Ehefrau, wenn der Mann mit einer anderen Frau schäkert (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). — 14.3. stattfinden, sich ereignen; entstehen. Pūs effen de Lucht ūt, dat ’t kin’n Brand gif in Hūse (Kr. SteinfurtStf Rh). Do he et bale en grouten Krach jejan (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@OlpeOl). Op einmol gawte et en graut Gepulter (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). Ett goffte enn groete Oppregunge (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@WendenWn). ’t gif ’n graut Geschrāi (Kr. LüdinghausenLhs Dr). Et gïet glīk Strīt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 14.4. sein werden, kommen (werden), zu erwarten sein. — 14.4.1. (von Witterungsvorgängen). Et gift sicher wat (Regen) (Kr. HöxterHöx Sb). Ett gitt slecht Wiär (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Et güft Rēn (Kr. BürenBür Hb). Et giet Etter un Blaut Schnee und Regen vermischt (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — Bauernregel: Wänn de Miulworp schmitt, gitt et schlächt Wär (Kr. BürenBür Kr. Büren@BleiwäscheBl). — Wetterregel: Ovendräut schwatt, dann giet wuot int Fatt; Ovendräut witt, dann riägent iät nit (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HüstenHü). — 14.4.2. (von Prügel). Ett gett watt langs de Bänne (Schläge) (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LindenLi). Et hiät düde Klöppe gīwen (Kr. LippstadtLst Ge). — 14.5. idW.: dat/et gift man bekommt/erhält. Do gift et nit viel vör das ist nicht viel wert (Kr. SoestSos Kr. Soest@SchwefeSw). — 14.6. (von Speisen) gereicht, angeboten werden. Et gïet Riesebrie mett Hittenhoren (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@SchönebeckeSb). Dǫ gīd et Hüusmannskost (Kr. IserlohnIsl Is). ’t gif graute Baunnen (Kr. BeckumBek Vh). Bat gïed et vam Middach? (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). ⟨Inf.: ›giᵉwen‹ bzw. (soweit zu erkennen) ›gīᵉwen‹ [verbr.], ›giᵉn‹ [Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Olp], ›gēªwen‹ [Olp], ›geªn‹ (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@DrolshagenDh). — Präs.: 3. Sg.: ›giᵉft‹ [Rek], gift [Kr. MindenMin Kr. HerfordHfd Lippe Kr. BielefeldBie HPaderb Lst], güft [Kr. PaderbornPad Bür], gif [Kr. LübbeckeLüb Münsterl Kr. HerfordHfd Kr. HalleHal Kr. WiedenbrückWie Pad], gef [verstr. Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Rek], ›giᵉt‹ [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek SWestf], git [Kr. BürenBür Kr. BrilonBri Wal], güt u. göt (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@WendenWn). Prät.: 1./3. Sg.: gaf [verbr.], gāf (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh), gof (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@Groß RekenGr), gēif (wohl ›ē¹‹) (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe), ›gǟf‹ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LooseLo), gafte [Kr. SoestSos Kr. IserlohnIsl KSauerl Alt]; Pl.: ›gē¹wen‹ [Kr. MindenMin Lippe Höx], ›gǟwen‹ [Kr. HerfordHfd Wie], gāwen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh), gäffen [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. WiedenbrückWie die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. IserlohnIsl Alt], göffen (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@GescherGe), gaffen/gawwen [WMünsterl Kr. WarendorfWdf Kr. BeckumBek Ennepe-Ruhr-KreisEnr Wal], gaften [Kr. ArnsbergArn Kr. MeschedeMes Olp], geften [Kr. SoestSos Kr. ArnsbergArn Mes]; Part.: ›giᵉwen‹ [verbr.], egowwen [WMünsterl], (ge)gaf(t) [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Mark Ennepe-Ruhr-KreisEnr Kr. IserlohnIsl KSauerl], geft (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@Groß RekenGr), egoft (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BarloBa), egit [Wal]; Imp. Sg.: ›giᵉf‹ [WMünsterl Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Mark Ennepe-Ruhr-KreisEnr Kr. IserlohnIsl Arn], gif [Münsterl OWestf Kr. IserlohnIsl KSauerl], göf (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@WendenWn), ›giᵉt‹ (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl), git (Kr. BrilonBri Ri)⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1066: geben; NDSWB 5, 178: gēven.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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- 15.–20. Jh.
-
modern
DialektgiᵉwenV.
Westfälisches Wb.
giᵉwen V. [allg.] geben. — 1.1. als Eigentum geben, zukommen lassen, schenken, spenden. — Paarformel: Günnen un giewen (…
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit giewen
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