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Gezeter

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gezeter

Gezeter

zetern Vb. ‘wehklagend schreien’ (18. Jh.), ‘keifend schimpfen’ (19. Jh.), abgeleitet von zeter Interjektion, mhd. zēter, zēther, auch (unter Einfluß von zittern?) zetter, ursprünglich (2. Hälfte 13. Jh.) Not- und Hilferuf eines Angegriffenen bei Mordversuch, Raub, Diebstahl, Vergewaltigung, der die Mitbürger zur Hilfe und zur Verfolgung des Täters verpflichtet; dann Anklageruf zu Beginn der Gerichtsverhandlung, der vom Kläger dreimal erhoben wird (um 1300, vgl. Zeter schreien, um 1400), woraus sich ein allgemeiner Klageruf entwickelt. Die ursprünglich omd. Interjektion breitet sich im 16. Jh. ins Obd., Anfang des 17. Jhs. ins Nd. aus; vgl. ähnliche Not- und Hilferufe wie mhd. (frk. obd.) wāfen(ā), jüngeres alem.-rhein. mordio (15. Jh.) und mnd. tiōdūte, tō jōdūt(e), jōdūte. Die Etymologie ist umstritten. Nach Törnquist in: Studia Neophilologica 11 (1938/39) 318 ff. entstanden aus (mhd.) ze æhte her ‘zur Verfolgung her’ (s. 1Acht; das ē in zēter wird als md. Wiedergabe von mhd. æ in æhte gedeutet). Dagegen führt Hammerich Clamor (1941) 170 ff. mhd. zēter und mnd. tiōdūte auf *zi-jōthera ‘zum Kampf her’ bzw. *ti-jōd-ūta ‘zum Kampf heraus’ zurück, Bildungen zu germ. *jauð- (ahd. *jōt, mnd. *jōd) ‘Kampf’, das er mit aind. yúdh- ‘Kampf’, yúdhyatē ‘(be)kämpft’, lat. iubēre ‘befehlen’, lit. judė́ti ‘sich bewegen, sich regen, sich rühren’ an die Wurzel ie. *i̯eudh- ‘in heftiger Bewegung sein, kämpfen’ anschließt. – Gezeter, älter auch Gezetter n. ‘lautes Geschrei, Wehklagen, Schimpfen’ (18. Jh.).
1514 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gezetern.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gezeter , gezetter , n. , zu zeter, zetter ( s. d. ) vgl.: zume dritten mal sal he schrien vor dem dinchus also 'cetar u…

  2. modern
    Dialekt
    Gezetern.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-zeter n. : ' Streit, Lärm '; e Gezedeʳ mache [PS-Hermbg BZ-Dernb Keiler 14]. Südhess. II 1347 ; Rhein. IX 757 .

  3. Spezial
    Gezeter

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|ze|ter n. (-s) 1 (Geschrei) scraiamënt (-nc) m. 2 (Gejammer) lamënc m.pl.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gezeter

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Ableitung von gezeter 2 Analysen

ge- + zeter

gezeter leitet sich vom Lemma zeter ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+zetern+-er

Keine Komposita gefunden — gezeter kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „gezeter". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezeter/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „gezeter". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezeter/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gezeter". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezeter/pfeifer_etym.
BibTeX
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