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gezech

mhd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gezech

Bd. 7, Sp. 6917
gezech, gezeche I, adjectiv, vgl. das fem. zeche (s. d.). 11) den ausgangspunkt für die verwendungen des adjectivs wie für die neuere bedeutung des substantivs kennzeichnen die älteren belege für das verbum, das freilich im heutigen gebrauch von zechen (s. d.) weit davon abgerückt ist. 1@aa) althochd. ist zehôn, noch häufiger gazehôn, in sinnlicher bedeutung (für tingere) wie in abstracter verwendung (für committere u. a.) beobachtet und wird bei Graff 5, 584 in zusammenhang mit zawjan gebracht (vgl. auch gezau, gezäh oben sp. 6876 ff.; wo die formen mit guttural sp. 6882 zu beachten sind); vgl. tincta, cacehot; tincta, fuscata, kazehot Hrabanisch-Keronische glossen s. Steinmeyer-Sievers 1, 147; instauramus, cacehomes, kizoehmes 1, 176. 1@bb) die mittelhochd. dichtung zeigt die abstracten verwendungen des verbums reich entwickelt, vorwiegend an formen ohne präfix, vgl. mhd. wb. 3, 859b, 860a. 1@b@aα) füeg daʒ er mîn bîte unz daʒ ich in gespreche: mit dîner kunst daʒ zeche. Wolfram Parzival 627, 10 u. oft (zum theil mit der gleichen reimbindung); si gedâhte wie gezechen, das si den wolf noch mêr betrüge. Reinhart fuchs 309 J. Grimm; vgl. Rolandslied 305, 1; desgl. (gezeken) 8162; hie inne ne sal nieman mere sprechen, wen der die warheit gezechit. Trierer Sylvester 721 Kraus. vgl. auch (mac niht ... sich gezechen weder gehalden) mitteld. buch Hiob 10003 Karsten. 1@b@bβ) bemerkenswerth sind participialformen: war ir al iuwer habe verstecht sô wirtz iu lasterlîch gezecht, daʒ ein bûre sitzt dâ neben, dem müeʒt ir éwr tohter geben. der Teichner 286; ouch in dem selbin jâre sint iʒ alsô gezechte, daʒ man sach Albrechte ... dem herzogin von Ôstirrîch in strîte liggen obe. Jeroschin 25196. vgl. auch: darnach sol denn der erst wider anfachen mit seiner wochen, und sol also in der ordnung zechet umbgien dtsch. städtechron. 2, 275. 1@b@b@11)) mit solcher participialverwendung berühren sich mundartliche belege für das adjectiv: gezecht, eben recht, gelegen; das kommt uns gezecht (auch rheinl. main. unterpf. gezech = geläufig, geordnet) Autenrieth pfälz. idiot. 53. 1@b@b@22)) in der beziehung auf ein persönliches subject sind ältere und jüngere formen der bedeutungsentwicklung zu scheiden. die jüngere liegt in der parallele der gezechet, potus (vgl. Reyher g 4a) vor. zu der älteren entwicklungs stufe wird das folgende zu rechnen sein, das sich eng mit der pfälzischen wendung berührt: das umb eins heller oder gutten truncks willen, zuvor szo die guten gesellen, die ablaszkremer, lustig und wol getzecht waren, allerlei sund vorgeben wurden Luther 8, 692. 22) zu dieser deutung des particips bei Luther stimmt genau 2@aa) der älteste beleg für das adjectiv: die sint ouch ritter freche und alle wol gezeche. Ulrich v. Türheim Willehalm 241a. 2@bb) zu der adverbialen verwendung des particips in dtsch. städtechron. 2, 275 läszt sich das folgende stellen: und die kleinen vögellin die laʒʒen auch ir swigen sin, wenne sie sind also frech: in gent ir mnde so gezech, das si wol singen nu damit. daʒ ist gein dem sumer sit. könig v. Odenwald 2, 46 E. Schroeder 43. 2@cc) am längsten hält sich das adjectiv als prädicat, in der beziehung auf ein unpersönliches subject mit der richtung auf eine persönliche zielbestimmung: sie weisz die gantze schrifft, wo jedes sprüchlein sitzt, die frembde redensart aus Franckreich, welch an jetzt in vollem schwange geht, die ist ihr so gezeche, trotzdem ein mannes bild hierinnen sie weg steche. Wenzel Scherffer Grobianer (3, 3) 223; das stricken ist ihr gezeche ... es ist ihm gezeche Anton verz. Oberlausitzer wörter, nachtr. 2, 11.
3641 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gezëchadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-zëch adj. gefügt, geordnet, gerüstet. die sint ouch ritter freche und alle wol gezeche Ulr. Wh. 241 a ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gezech

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gezech , gezeche I , adjectiv, vgl. das fem. zeche ( s. d. ). 1 1) den ausgangspunkt für die verwendungen des adjectivs …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gezech

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gezech

ge- + zech

gezech leitet sich vom Lemma zech ab mit Präfix ge-.

gezech‑ als Erstglied (3 von 3)

gezechen

DWB

gezechen , verb. , verstärktes zechen, s. gezech I.

gezecher

DWB

gezecher , n. , nebenform zu gezech II ( von zechern? vgl. bechern): es beschwäre aber her old hin, so musz umb mich gezecher sin. J. Funkel…

Ableitungen von gezech (1 von 1)

gezeche

DWB

gezech , gezeche II , n. , verbalsubstantiv zu zechen in dessen neuerer bedeutung, vgl. zechgelage . 1 1) diese entwicklung des verbums geht…

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APA
Cotta, M. (2026). „gezech". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezech/dwb?formid=G15548
MLA
Cotta, Marcel. „gezech". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezech/dwb?formid=G15548. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gezech". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezech/dwb?formid=G15548.
BibTeX
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