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Gewåld

mhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
2 in 2 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Gewåld f.

Bd. 5, Sp. 1129
Ge-wåld f. [verbr.] 1.1. Macht, Befugnis, das Recht und die Mittel, über jmdn., etwas zu bestimmen, zu herrschen. Hä hïet ne inn’e Gewolt hat Macht über ihn (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Ra.: Ik hadde meï nit mähr in der Gewalt konnte mich nicht mehr beherrschen (Kr. LippstadtLst Ge). — 1.2. großer bäuerlicher Grundbesitz (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh). — 2.1. unrechtmäßiges Vorgehen, wodurch jmd. zu etwas gezwungen wird. Gewalt goit vor Recht (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 2.2. Mid Gewåld unbedingt, unter allen Umständen; sehr schnell: Däi well mit Gewalt rike weren (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Hei well met Gewalt no Huus (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@WesterbönenWb). — 3. (gegen jmdn., etwas rücksichtslos angewendete) physische oder psychische Kraft, mit der etwas erreicht wird. Dat Unkrūt brück Gewolt wenn das Unkraut überhand nimmt (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Dai Muüse daut Gewolt ’ran die Mäuse fallen wie toll darüber her (z.B. über die lagernden Vorräte) (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Met Gewolt gǟit dat nit (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Sprichw.: Mit Gewaolt ka’ me alles (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Met Gewolt ka’ me Īsen tebreäken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Met Gewold kaas ne Vioole an den Boom kaputtschlaon Aufforderung, vorher ruhig zu überlegen (WmWb || (ähnl.) mehrf.). Auk mie Gewolt ess keun Osse teo mälken (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Mett Gewaolt kanns nich äß ne Koh bi’n Stiätt ut’n Stall trecken eine unsinnige Sache soll man nicht mit Gewalt erzwingen wollen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Met Gewolt kann man ’ne Siege (Ziege) ächen opbüören (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl || (ähnl.) mehrf.). Niks met Gewolt, alls met Mōate! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Sagw.: Dau mi Gewolt ān, dann dau ’k känne Sünne, sach de Dǟiene (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 4. elementare Kraft von zwingender Wirkung. Et rïenget mit []Gewaolt sehr stark (Kr. TecklenburgTek Me). Et wasset mit Gewaolt wächst zusehends (Kr. TecklenburgTek Me). ⟨Vokalismus: a [Kr. HerfordHfd Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. HalleHal sowie Kr. HöxterHöx Kr. LippstadtLst Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Olp], ›ō²‹ (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@GüterslohGü), sonst ›å‹⟩
2931 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewald

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    ge-wald- s. gewalt-.

  2. modern
    Dialekt
    Gewåldf.

    Westfälisches Wb.

    Ge-wåld f. [verbr.] 1.1. Macht, Befugnis, das Recht und die Mittel, über jmdn., etwas zu bestimmen, zu herrschen. Hä hïe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewald

20 Bildungen · 16 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gewald

ge- + wald

gewald leitet sich vom Lemma wald ab mit Präfix ge-.

gewald‑ als Erstglied (16 von 16)

gewald

KöblerMhd

gewald... , . Vw.: s. gewalt...

gewaldeclīche

KöblerMhd

gewaldeclīche , Adv. Vw.: s. gewalticlīche

gewā̆lden

MNWB

gewā̆lden , gewōlden , gewelden , stv. , swv. , (walten, Gewalt über etwas haben, Gewalttat üben) s. wā̆lden, wōlden.

gewā̆ldich

MNWB

gewald·ich

gewā̆ldich , geweldich , gewōldich , gewȫldich , wā̆ldich , weldich , wōldich , wȫldich , adj. , adv. , gewaltig, mit Gewalt, Macht; Gewalt …

gewā̆ldichlĩk

MNWB

gewaldich·lik

gewā̆ldichlĩk , adj. , -lĩken , -weldich- , wōldichlĩken , adv. , 1. gewaltig, mächtig; eigenmächtig . 2. mit Gewalt.

gewaldiclīche

KöblerMhd

gewaldiclīche , Adv. Vw.: s. gewalticlīche

gewā̆ldige

MNWB

gewā̆ldige , geweldige , m. ( subst. adj. ), 1. Gewalthaber, Machthaber, Gewaltiger, Mächtiger . 2. Vormund, Verfügungsberechtigter. 3. Bevo…

gewaldrecht

DWB

gewald·recht

gewaldrecht , n. , häufiger waldrecht. in unserer form angezogen bei Chomel 4, 1040 . Adelung 2, 646 . Weidenbach 436 b (1025 b waldrecht he…

gewaldrechten

DWB

gewald·rechten

gewaldrechten , verbum , vgl. DWB bewaldrechten , theil 1, sp. 1765: gewaldrechten, das nutzholz im walde aus dem gröbsten herausarbeiten un…

Gewåldsdērne

WWB

gewald·s·derne

Ge-wålds-dērne f. äußerst tüchtiges Mädchen ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

gewald als Zweitglied (3 von 3)

hegewald

DWB

hege·wald

hegewald , m. gehegter, geschonter wald ( vgl. auch hagwald sp. 157): lucus, ein hegwalt, non est caeduus. Alb. Ee 4 b ; was schaden in iren…

Ableitungen von gewald (1 von 1)

gewā̆lde

MNWB

(gewā̆lde) ° gewōlde (-wolte) , n. , Walten.