Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gevilde
2 bergm. ‘Bereich des zu bearbeitenden Bodens’
1 ‘Land, Ebene, Feld’ manger wunne bilde / geschephet hât / meie mit der künfte sîn. / seht wie daz gevilde / geblüemet stât! KvWLd 4,4; SM:KvL 19: 1,11; Mügeln 399,4; swâ ich mich hin gekêre, / dân sihe ich ie nimêre / niwan ein toup gevilde [verdörrtes Land] / und wüeste unde wilde, / wilde velse und wilden sê Tr 2507; der künic hin ab mit valken reit, / über al daz gevilde breit Wh 197,20; Tannh 13,2; ReinFu K,1151; anger und daz gevilde GTroj 20052; über velt und über gevilde Tr 8935; der plân und daz gevilde KvWTurn 733; in dem holz und in dem gevilt EnikWchr A I,86; úber gebirg und uber gevild Seuse 549,7. – allg. ‘Bereich’ (?): so wirt daz wit gevilde / des himles und der erden ein HeslApk 20384; jch han dir geseit, daz die sternen breiter sint den daz geuilde der erden Lucid 54,7. – übertr.: Euclides, als ich reite, / der kunst gefilde hat besat Mügeln 285,12. – ‘Schlachtfeld’ vf dem gefilde / begunde stieben der melm. / man sluc die swert da in den helm Herb 6276; Troylus vnde Paris / mit sper vnde mit schilde / namen in [den Griechen] daz geuilde, / beide creiz vnde velt ebd. 12372 u.ö.; Parz 105,29; uns saget das der juden schrift / daz beligen an dem gevilde / so vil satele, sper und schilde [...] nach dem strite manic jar HeslApk 19019. – auf Gegenständen ‘Fläche’ breide schilde, / die hant ein wit gevilde Blanschandin 70,26; ym [Jesus] einen phennig brahten sie. / er sprach: ‘wez ist diz bilde / vnd schrift vm sin gefilde?’ / ‘des keysers,’ sprachen sie zu frist EvStPaul 888 2 bergm. ‘Bereich des zu bearbeitenden Bodens’ wir haben den ganch bestochen / wol eines lachters lanc, / iz ist ein unverschroten ganch / uf einem gantzen gevilde Erz III 56,49; ist aber, [...] das her der erste finder des gevildes ist BgRIglau 299,30
MWB 2 670,9; Bearbeiter: Graën