geplärre,
geplärr,
n. nebel vor den augen, blendwerk, zu plarr, plärr, blerr,
n. f., falsches oder doppeltes sehen, augennebel, s. theil 2, 107
f. und 7, 1898,
sowie Schmeller
2 1, 461
und Frisch 1, 104
a:
aorasia vel aurisia, ein blindikeit
vel das geplerr vor den augen,
ut dum quis non vult notare quod omnis homo tenet suam uxorem pro meretrice, vel dum quis quaerit aliquid quod in manu tenet. Melber; du hast das geplerre,
e duobus tria vides Aler 898
a; oft macht ein schlecht argument einem ein geplärr und nebel fur den augen, wenn mans aber recht ansiehet, ein jglich stück in sonderheit, so kann man sich furm irrthum und betrug leichtlich hüten. Luther
tischr. 4, 558; der teufel machet jnen ein geplerr für die augen und betreuget sie. (1571) 213
a; spielwerck und augengeplerr. 275
a; ein geplerr und spiegelfechten machen. 89
b; damit (
mit geld und gut) sie (
die welt) uns ein geplerr für den augen machet, als sei es köstlich ding.
werke 6, 241
a; der teufel kömpt jmer wider, und bringet andere rencke, damit er uns bezaubere und ein geplerr für den augen mache, mit schönem fürgeben und schein. 5, 514
b; wir solten in unsern bosen greiffen, und erstlich sehen, was uns feilet. das thun wir nicht, sondern haben ein geplerr für den augen, das wir uns lassen schön düncken. 5, 430
b; da sperret sie (
die tolle vernunft) die augen auff, leszt sich füren mit solchem geplerre (
äuszerlichkeiten des mönchslebens in kleidern u. dgl.), welchs doch ein lauter falscher schein ist. 5, 446
b; welches wehret wol eine zeitlang, lesset sich ferben und schmücken, aber wenn das stündlin komet, so fellet doch solch geplerr alles dahin. 6, 53
a; ein blauer dunst, gespenst, geplerr und lAerer schein. S.
Frank paradoxa 40; ein geplerr und augenverblendung .. geplerr, betrug und illusiones. Fischart
Bodin 285; dasz dise verwandlung des künigs Nabuchodonsor war und kein fabelisch geplerr noch trügelwerk sei.
ebenda; nun ist gewiss, das Moses damals kein geplär vor den augen gemacht hat. 286; sie sprach, ich glaub du habst das gblerr in augen, und nicht wol kanst sehen. Eyering
bei Gödeke
d. dicht. 1, 125
b, 49; wenn man durchs teuffels hülff ... den leuten ein blawen dunst, geplemp oder geplerr für die augen machet, das man meine, man sehe, höre ... das doch an jm selber nur ein gespenst und trügnusz ist, das ... ist teuffelei, zauberei. Mathesius
post. 3, 38
b; Calipha hat in den tempel der statt Mecha gedachten sark gestellet, den tempel aber oben mit magnetsteinen besetzet, welche ihrer natur und tugend nach den eisenen sark an sich gezogen und dem gemeinen pöbel ein groszes geplerr gemacht haben.
wiszbad. wisenbr. 2, 168; dann weiln dise dinge alle unsichtbar und ein ohnbegreiffliches geplerr seind, werden wir keine mittel finden können, wie und an wem wir uns rechen möchten.
Harnisch aus Fleckenland 181.