Hauptquelle · Grimm (DWB, 1854–1961)
genöt
genöt , gezwungen, part. zu nöten ( eig. genött), aus vielem gebrauch in alter zeit mit eigener entwickelung. 1 1) genöt adjectivisch: der schickt sich guot heüchlerisch und mit einer genöten angenummen andacht darzuo, beicht u. s. w. S. Frank weltb. 132 a ; genöte freud thut selten gut. Ambr. lb. 178, 3, andacht, freude, die man erzwingt, sich selber abzwingt ( vergl. ginôti contra naturam Graff 2, 1042 ); dieweil aber alle hohe schulen wöllen ein iglichen zu einem doctor machen und einer musz doctor werden vor vier und zwanzig jahren, so es also ein genöter handel ist, so musz er ein doctor …