Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
gelâʒe stv.
I. intransit. mit adv. er gelieʒ harte jêmerlîche bot einen jammervollen anblick dar Herb. 7530 u. anm. 11929. 13736. 14956. vgl. lâʒe und gelâʒ.
II. transitiv.
1. mit accus. der person. er gelieʒ in niemer vrî vor spotte Iw. 64. — jâ möhte ich michs an in niht wol gelâʒen daʒ er wol behuote sich Walth. 113.
2. mit accus. der sache.
a. lasse los. der gelieʒ nie vorhtlîchen sweiʒ Parz. 145, 6.
b. erlasse, verzeihe. wîp, dir sî dîn sünde gelân Barl. 110,31.
c. unterlasse. owê durch daʒ mag ich strenge sorge niht gelâʒen MS. 1,148. a. nît unde haʒ mac niht gelân hinderrede Bon. 3,5. 'daʒ du lâst die rede — ' ine mag ir niht gelâʒen Nib. 766,1. jane mag ichs niht gelâʒen, ich muoʒ mit iu strîten das. 2115,1.
d. lasse nieder. unz sich der nebel ûf daʒ mos gelie Wigal. 6766.
e. mit präpos. geruochet ir eʒ danne an got gelâʒen anheim geben unde an mich Trist. 6159.