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gefühllos

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gefühllos

gefühllos

fühlen Vb. ‘mit dem Tastsinn wahrnehmen, empfinden’, ahd. fuolen ‘befühlen, betasten, empfinden’ (um 800), mhd. vüelen (mit Erweiterung auf seelisches Erleben) ‘wahrnehmen, empfinden’, asächs. gifōlian, mnd. vȫlen, vǖlen, mnl. nl. voelen, aengl. fēlan, engl. to feel. Herkunft unsicher. Verwandt sind vielleicht lat. pollex ‘Daumen, große Zehe’, pollēre ‘stark sein, vermögen’ und bulg. pálam (палам) ‘suche’, aruss. palьcь ‘Daumen’, russ. pálec (палец) ‘Finger, Zehe’, so daß ie. *pō̌l- ‘geschwollen, dick, groß’ angenommen werden kann. Als Ausgangsbedeutung für fühlen wäre dann ‘mit dem Daumen, Finger betasten’ anzusetzen. Erwogen wird andererseits Zusammenhang des Verbs mit lat. palma ‘Hand’, griech. palámē (παλάμη) ‘flache Hand’, ahd. folma ‘flache Hand’ (8. Jh.) und Anschluß an die Wurzel ie. *pelə-, *plā- ‘breit und flach’ (s. Feld); doch stößt die Verknüpfung mit den dazugehörigen Wörtern auf erhebliche lautliche und semantische Bedenken. Anstelle von fühlen bevorzugt das Obd. in gesprochener Sprache empfinden (bair.-öst.) und spüren, merken (schwäb.-alem.). – Fühler m. mit Sinnesorganen versehene paarige Antennen bei Insekten, Krebsen, Borstenwürmern, Schnecken (als Verdeutschung von lat. antemna, s. Antenne), älter allgemein ‘wer mit den Fingern prüfend abtastet’ (17. Jh.). Fühlung f. ‘Berührung’ (16. Jh.), ‘Empfindung’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. vielfach in militärsprachlichen Wendungen wie Fühlung haben, (be)halten, in Fühlung bleiben, stehen, Fühlung nehmen ‘Verbindung, Berührung haben’ u. dgl. Gefühl n. ‘Empfindung, Tastsinn’, im 17. Jh. wohl nach Vorbildern wie Gehör, Geschmack, Gesicht entstanden, älteres gleichbed. Fühle f., mhd. vüele ablösend. fühllos Adj. ‘empfindungslos’ (17. Jh.), zu Fühle (s. oben) gebildet, dafür heute gefühllos Adj. (18. Jh.).
1792 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gefühllos

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gefühllos , -er, -este, adj et adv. des Gefühles beraubt, ohne Gefühl. Ein gefühlloser Mensch. Ein gefühlloses Herz. Geg…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gefühllos

    Goethe-Wörterbuch

    gefühllos 22 Belege gegenüber 7 für ‘fühllos’; relativ häufig in der Frühzeit 1 als Mangel, Beeinträchtigung: empfindung…

  3. modern
    Dialekt
    gefühllos

    Rheinisches Wb.

    ge-fühl-los,

  4. Spezial
    gefühllos

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|fühl|los adj. 1 insensibl (-i, -a), zënza sentimënt 2 (herzlos) zënza cör 3 (kalt) frëit (-ic, -ida), indeferënt (-nc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gefuehllos

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gefuehllos

ge- + fuehllos

gefuehllos leitet sich vom Lemma fuehllos ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gefuehllos 2 Komponenten

gefuehl+los

gefuehllos setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gefuehllos‑ als Erstglied (1 von 1)

gefühllosigkeit

DWB

gefuehl·losigkeit

gefühllosigkeit , f. unempfindlichkeit, hartherzigkeit u. ä.: die starre, stumme und taube gefühllosigkeit ( stupidité ). Bode Montaigne 1, …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gefuehllos". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gefuehllos/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gefuehllos". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gefuehllos/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gefuehllos". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gefuehllos/pfeifer_etym.
BibTeX
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