Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gedingede stNF.
1.1 allg.
1.2 in/mit (dem/solhem/sôgetânem) ~ ‘mit der Abrede/Zusicherung, unter der (vertragl. festgelegten) Bedingung’ ;
1.3 âne (alliu) ~ ‘bedingungslos, ohne Vorbehalt’
2 ‘Ausbedingung’ (bedingte Verleihung/ Überantwortung eines Gutes oder Lehens)
1 ‘rechtl. Vereinbarung, vertragl. (Einzel-)Bestimmung, Bedingung’ 1.1 allg.: vnd daz div gedingede vnd der kavf aller dinge steit blibe, dar vmbe ist dirre brief verinsigilt UrkCorp (WMU) N210,29; diz gedingedes vnd diz almvsens ist gezvͦch her Rvͦdolf Hasenzagel ebd. 2761,32; den selbin zehendin zi Gachingin koft er siner elichin wirtinni [...] svndirbar mit svnderlichim gidingidi ebd. 3245,30; so sol ich zwene ersame rittere dar antwurten in der selber gedingede [unter/zu derselben Bedingung] , rehte alse ich selbe da were ebd. N15,27. 1345,3. 2607,17. – mit ~ ‘vertragsmäßig, -gemäß’ div sol vns mit gedingede geben iægelich [l. iær- ] zehen malter rocken vnd eilfw dinkels UrkCorp (WMU) 1085,12. 2245,44; swaz er [der Ehemann] varendes guotes hât, daz gît er dem wîbe gar, ob er wil, [...]; ez sî danne mit gedinge [La. gedingede ] dar komen SchwSp(W) 144,9. – auf Simonie bezogen: unde swer dehein guot drumbe [für die Verwaltung der Sakramente] næme mit gedingede, der wære êwiclîche verlorn PrBerth 1:293,38 1.2 in/mit (dem/solhem/sôgetânem) ~ ‘mit der Abrede/Zusicherung, unter der (vertragl. festgelegten) Bedingung’; meist mit daʒ-Satz: unde sint dâ kint diu ûz gestiuret sint mit gedinge [La. gedingede ] , daz si sich verzigen hânt ir vater guotes [...], sô hânt si niht rehtes dar an SchwSp(W) 144,3; in dem gedingede, dc sie v́ndern bvrgern ein michel tore machen niderthalp der ziegelmv́lj UrkCorp (WMU) 347,33; vnd aber also vnd mit solhem gedingede, daz ich die vorgenanten gvͤt sol inne haben vnd nizen, die wil ich lebe ebd. 2129,7. 2056,42. N208,28; UrkWürzb 41,426 (a. 1350); StRAugsb 136,10. – mit folgendem Hauptsatz: vnd ist diz lihen mit svzlichem gedingde beschehen: swelr der vorgeschriben sv́bene stirbet, des teil wahset den andern vnd vallet an die lebenden UrkCorp (WMU) N157(3),24,18,30. 2913,20 1.3 âne (alliu) ~ ‘bedingungslos, ohne Vorbehalt’ daz vns die bruͦder des heiligen spitalis von Ierusalem [...] inphangen hant [...] in den ordin, da siv inne sint, rehte vnd redilich ane alliv gidingedi [...] ze rehten bruͦdern UrkCorp (WMU) 164,25; StRAugsb 50,28 2 ‘Ausbedingung’ (bedingte Verleihung/ Überantwortung eines Gutes oder Lehens): lihet ein herre wibe vnd man mit ein ander ein gedingede an eim gvͦte SchwSp 200b; stirbet der herre [...] in der iarzal, so ein man sin gvͦt [als Lehen] von im enphahen sol [...], er [der man ] volge sinem gvͦte vnd vnderwinde sich des, nit fvr ein gedingede, wan fvr ein reht lehen ebd. 201a; stirbet ein man in der wile vnd sin wip kint treit, vnd hat er sin lehen einem man [d.h. einem Dritten] gedinget mit des herren willen [...], der man sol sich des gvͦtes mit rehte vnderwinden, vnz div frowe des kindes genist. vnd ist ez ein svn, so ist daz gedingede zerbrochen ebd. 216a. 223a
MWB 2 214,13; Bearbeiter: Bohnert