gebräche,
adj. verb. zu brechen,
passivisch und activisch (
s. 4),
mhd. gebræche,
ahd. gibrâchi (
s. 2). 11)
leicht brechend, brüchig, nur noch im bergbau erhalten: wo der gang besonders mächtig und gebräche ist. Veith 221; keilhauen brauchet man bei gebrächem gebirge. Hertwig 236; hier ist der gang mächtig und gebräch, aber arm. Novalis 1, 92.
auch mit e
gebrech (
aber mit langem vocal),
wie genehm
für mhd. genæme: gebrech, wenn das gebürge oder gestein milde und nicht allzu feste ist, dasz man es mit leichter mühe erbrechen oder gewinnen kann. Hertwig 156
a; man bedient sich aber des feuers nur als ein mittel, wodurch man die erze milder und gebrecher machen kann. Cancrinus 95. 22) Veith
findet die schreibung gebräch
unrichtig, weil es ja von brechen
komme. es ist aber vom praet. des zeitwortes, wie mhd. genæme
von nëmen,
sicher schon mhd. gebræche,
im bergmannsmunde zufällig erhalten, wie so manches sonst verlorne. liegt doch ahd. gibrâchi
vor, selbst in bildlicher anwendung auf menschen, in ungibrâchi
pertinax Graff 3, 269,
auch ohne gi-
in unprâchi
rigidus das., nicht leicht oder nicht zu brechen, starr; vgl. sp. 1617 (
ε).
vgl. auch mnd. brake,
mangelnd, gebrechend Sch.
u. L. 1, 413
b,
während das gebreke 2, 23
b vielmehr subst. scheint. 33)
das alte gebræche, gebrêche
im leben ist übrigens möglicherweise über und untergegangen in gebrechelich
fragilis Dief. 245
b, prechlich
frangibilis 246
a;
denn ebenso hat gäbe,
mhd. gæbe,
eine fortsetzung in gæbelich
sp. 1117
m. (
vgl. geblich), annehm
gleich angenehm
in annehmlich, gespräche
in gesprächig
u. dgl.; vgl. gebrechlich. 44)
auch folg. gebrech ist wol unser gebræche (
also mit ê),
nur in activischem sinne, wie gespräche
gesprächig: ab lûte komen vor einen siczenden rât unde .. vorloben sich (
verpflichten sich durch gegenseitiges gelübde) .. und einer des gebrêch wirt unde des bruches sich îmand zûhet an einen siczenden rât ..
Magdeb. fragen s. 35,
d. h. das gelübde bricht. ebenso activisch vridepreche
adj., der den frieden gebrochen hat, mhd. also vridebræche: pitten den richter, daʒ er sich underwinde eines vrideprechen mannes.
spiegel deutscher leute § 88,
im Sachsensp. I, 63, 1 sînes vredebrekêres. 55)
merkwürdig aber auch bruch adj. im activischen sinne, in den wbb. fehlend, bruch werden,
wie gebræche werden
vorhin (
nicht auch gebruch?);
die stelle in den Magd. fragen heiszt in einer andern hs.: ab lûte komen
u. s. w. und des bruch werden
s. 35
var.; auch han wir keinen zuospruch. warumbe wolln wir werden bruch an unserm edeln fürsten guot? Liliencron 1, 166
b,
d. h. treubrüchig werden, wie wir noch sagen; das brüchig
in treubrüchig, wortbrüchig
u. a., mhd. auch kurz brüchic (
sieh brüchig 2)
wird auf diesz adj. bruch
zurückgehn, nicht auf das subst., erweitert wie gesprächig
aus gespräche
adj.; es hiesz auch bruchlich Michelsen
rechtsd. 408.
am nächsten liegt das subst. brüchel (
s. d.)
gleich brecher
in kirchenbrüchel
u. ä., einfacher in ahd. piproh
corruptor Graff 3, 270,
s. auch mhd. schifbrüche,
schiffbrüchig Lexer 2, 730.