gäschen ,
schäumen, gären. 11) gäschen,
spumare, bullire, bullare Frisch 1, 320
c,
bei Stieler 610
nur geschung (
sonst gischen);
bei Adelung
z. b. »das bier gäscht,
wenn es gähret, noch mehr aber wenn es eingeschenket wird und einen brausenden schaum aufstöszet«. Stalder
braucht es sogar für das gären selber, indem er schweiz. jäsen (
sp. 1349)
mit gäschen
erklärt, 'verjäsen
aufhören zu gäschen' 2, 74,
vgl. mhd. unter 3,
b. auch Rädlein 317
b setzt gäschung
gleich gährung
an. 22)
nicht verschieden eigentlich ist jeschen
bei Steinbach 1, 814,
aber stark, part. gejoschen, der wein jischt
spumat; er unterscheidet es übrigens von jehren
fermentescere (
gären).
dem jischt
gleich stehn kann folg. schles. gischt
schäumt, von einem rosse: da gischt er, schäumt und schnaubt. Opitz 1, 9. 33)
schon mhd. ist geschen
bezeugt. 3@aa)
beim met sieden: giuʒ eʒ (wirze
und heven) under einander, daʒ eʒ gesschende (
so) werde. sô decke zuo, daʒ der brâdem iht ûʒ müge, einen tac und eine naht. Haupt 5, 13,
buch von guter speise § 14,
fränk. 14.
jahrh., neben dem geschen
wird erst später genannt jern,
gären, das drei tage dauern soll, während das eintägige geschen,
zumal da es zugedeckt geschehen soll, nicht das eigentliche gären sein kann, nur das schaum aufwerfen (
kurz aufwerfen
öcon. lex. s. v. meet), jesch aufwerfen
bei Steinbach
vorhin. 3@bb)
zeugnis gibt auch ein subst. geschikeit '
aufschäumen'
wb. 1, 536
a,
von gottes menschwerden in Marien schosze, aber vom gären selber wie es scheint: dô geist in geistes geschikeit zôch an sich menschen knochen in einer megede lîbe. Frauenlob 236, 14 (
MSH. 2, 351
a),
gottesgeist in menschengeiste, es könnte aber zugleich ein wortspiel sein zwischen geist
spiritus und geist
faex, fermentum (
sp. 1352),
denn die gebärende seele ist wol als in gärung befindlich, das werden als ein ergären gedacht, wie bergmännisch das wachsen der erze in dem besamten mutterschosze der erde sp. 1354,
vgl.erzmutter 1229
und das bergmännische gatten;
die geschikeit
scheint der zustand des gärenden geistes,
theils als seele gedacht theils als gärmittel oder gärmasse, denn solcher doppelsinn war beliebt und viel geübt in rätselrede (
vgl. Zachers
zeitschrift 2, 475
fg.),
wie sie Frauenlob
eben in jenem spruche auch anschlägt. 3@cc)
so scheint aber geschen
echt mit seinem auslaut, nicht mit -sch
aus -s
geworden (
s.gäsen),
wie J. Grimm
gramm. 1, 434
für gischen
annimmt, das schon fürs 15.
jh. bezeugt ist Dief. 459
a.
für mhd. gischen, geschen
in der bedeutung schluchzen u. ä. (
neben gissen, jessen, jeschen
u. ä.)
ist altes -sc
gesichert durch ahd. gescizan,
ags. giscian,
engl. yesk,
und beide gischen
haben nahe, vielleicht ursprüngliche berührung. danach mag aber auch das subst. gäsch
echt sein, nicht anders das sch
in gäscht (
s. d.). 44)
ein siebenb. gäschen
vom klange des plätschernden regens Fromm. 4, 410
kann nach der mundart eigentlich gischen
sein (
vgl. unter kischen);
aber Adelung
führt auch ein gäschen
an, das mehrfach einen dem schäumen ähnlichen andren schall bezeichne, vgl. gischen
zischen sp. 1352
m.