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gärtine

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gärtine f.

Bd. 4, Sp. 1418
gartine, gärtine, f. als flurname, eine lehrreiche weiterbildung von garten. 11) das erste bei Adelung (auch Krünitz 16, 404), aus der gegend von Könnern an der untern Saale beigebracht aus einer gerichtlichen anzeige, in der ein bäuerliches grundstück feil geboten ward, bestehend in einem busche, einer gartine auf der Pernener mark und 12 morgen acker, nach der stellung zwischen wald und feld vielleicht weidegrund. beide formen bei Vilmar 117 aus dem westfäl. theile von Niederhessen, in der breiten garthine, in der obersten gärthine u. ä., von Zierenberger flurtheilen; da er keine betonung angibt, ist wol gartîne gemeint, als wäre es romanisch. 22) es gehört ohne zweifel zu gart, garten als landmasz sp. 1392 und mag samt diesem sehr alt sein. die bildung ist im grunde dieselbe wie theils in ahd. wuostinna wüste, theils in dem altfränk. hôbunna hube, hufe (Graff 4, 753, Schilter 470b): duae ecclesiae cum atriis suis et duabus hobunnis ... una ecclesia cum atrio suo et una hobunna. Eccard. Franc. orient. 2, 883 fg., als kirchenhube; denn letzteres stellt sich zu der alts. form des ersten: wôstunnia, neben dem aber auch wôstinnia steht, das erste aber erscheint mhd. als wüestene oder wüesten f. wb. 3, 813a (wuosten Parz. 117, 9 var.), mnd. aber als wôstine desertum Diut. 2, 211b, mnl. woestîne (: scîne) de Vries wb. 1, 87, also zu dem nd. gartine stimmend; eine rein nd. aufzeichnung müszte gardine oder gerdine zeigen, gesprochen wahrscheinlich gárdîne, so wie im Hel. 1026 betont ist nicht wôstínnia, sondern wóstìnnia. über die endung und ihren vocalwechsel vgl. H. Kern die glossen in der lex salica s. 40 fg. (Zachers zeitschr. 4, 356). 33) die bildung wird aber vormals auch andern germ. stämmen eigen gewesen sein, denn sie ist wol auch die mutter von mlat. gardinum, gardinium (vgl. das alts. wôstinnia vorhin), die auch Adelung dazu stellte, und somit die mutter von franz. jardin u. s. w. (sp. 1399), es kann eine neutrale nebenform gegeben haben (vgl. Weinh. al. gr. s. 222), aber auch das fem. liegt rom. vor in ital. giardina. ebenso gieng wuostinna, wofür wahrsch. auch wastinna bestand (vgl. sp. 1380), ins frz. über in altfrz. woestine, guastine wüste (selbst adj. gastin) Diez 189, vgl. gâtine bei Littré. Alle drei bildungen und begriffe gehn auf das altgerm. landbauwesen zurück, gartine vermutlich ein eigentlich umzäuntes landstück als besitzeinheit (s. sp. 1392 unten), hôbunna, eigentlich hôbunnia ein solches in der grösze einer hube, wüestinne ein solches das nicht mehr gebaut wird, vielleicht auch wüste gartine, wüste hube. garten, hube, wüste erscheinen aber da mit der endung wie vermenschlicht? vgl. gramm. 3, 319. 1002. oder verkleinert? vgl. V, 2515 (2, b).
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gärtinef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gartine , gärtine , f. als flurname, eine lehrreiche weiterbildung von garten. 1 1) das erste bei Adelung ( auch Krünitz…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaertine

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Ableitung von gaertine

gaert + -in + -e

gaertine leitet sich vom Lemma gaert ab mit Suffixen -in und -e.

Zerlegung von gaertine 2 Komponenten

gaer+tine

gaertine setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — gaertine kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „gaertine". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gaertine/dwb?formid=G01633
MLA
Cotta, Marcel. „gaertine". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gaertine/dwb?formid=G01633. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gaertine". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gaertine/dwb?formid=G01633.
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