fürschub,
m. ,
s. vorschub. 11)
etwas zum vorschieben, um dadurch zu sperren oder zu verschlieszen. obex, ein fürschub oder fürwurff, sperling, allerley das man etwar für thuot oder fürstoszt den durchgang zeverschliessen oder zeversperren, als rigel, sparren, gatter, thürle, schlosz, schrancken. Frisius (1556) 891
a,
vgl. hernach 2).
ein querholz oder eisen, das sich schieben läszt, zum sperren: wenn du wirst eingelassen werden und durch die thür durchgegangen seyn, schleusz sie zu und schieb den riegel oder nur den fürschub (oder sperrling) für. Comenius
sprachenthür (1639)
s. 139
nr. 542,
wo durch riegel
pessulum, durch fürschub
obicem übersetzt wird. obex, ein riegel, schlosz, fürschub. Weismann 1, 352
a. fürschub,
obex, repagulum. Kirsch (1723) 2, 125
b,
mit verweisung auf fürhang,
eben so bei dem nachtretenden Matthiä (1761) 2, 161
a.
im besondern das riegelartige eisen im thürschlosse, das mittelst des schlüssels in den schlieszkloben bewegt wird, wodurch die thüre verschlossen ist, aber auch so viel als riegel. fürschub, sperrling am schlosz,
pessulus, obex, ferrum in sera, cui subjecta clavis reserat fores. Henisch 1304, 17. fürschub, thürrigel. Hulsius 51
a. fürschub, rigel,
pessulus, obex. Dentzler 2, 118
b. Stieler 1785
läszt in diesem besonderen sinne nur fürschub
gelten, während er in der unter 4)
angegebenen bedeutung vorschub
wie fürschub
hat. aber im 18.
jh. wird hier dieses durch jenes verdrängt, wie denn Hederich 2545
und Nieremberger S sssss
b nur vorschub,
thürriegel, verzeichnen. 22)
etwas, mit dem durch einschieben eine öffnung verschlossen, dieselbe verstopft wird. obthuramentum, etwas darmit man verstoppet, verstopfft, oder verstoszt, ein zapff u.
s. w., fürschub. Frisius (1556) 900
a und danach bei Maaler 150
a,
der auszerdem noch durch obex erklärt. 33)
was vorstosz
an einem kleide oder an pelzwerk. noch und zwar mehr mundartlich erhalten. 44)
ein weiterschieben auf spätere zeit, ein aufschub. der übliche ausdruck ist verschub,
s. d. 55)
förderung durch beihelfende thätigkeit, förderung durch ein beihelfendes mittel. fürschuob,
subsidium. Alberus
dict. F 4
b. dise keren allen fleisz an, geben hilf, radt, fürschub unnd fürdernüsz dar zuo, das (
dasz) teutsch landt ye mer und mer von den Romanisten beraubet und geschunden werde. Ulrich v. Hutten
klagschrift B iij
b (W. Wackernagels
lesebuch 3, 1, 222, 28); furschub fur andern hatte. Luther; ich meyn ich wöll durch dise kunst auszleschen der jungfrawen gunst, der er sich vor hoch uberhub und hett von jr grossen fürschub. H. Sachs III (1588). 2, 185
d; villeicht kan ich dir beystandt than durch fürschub meiner stadtlichen freundt. Ayrer 115
a.
fenestram ad aliquid alicui patefacere, einem fürschub, ursach und anleitung zu etwas geben. Corvinus
fons latinitatis (
Francof. 1660) 1, 253
a,
vgl. Terent. heautontimorumenos 3, 1, 72. Stieler 1785
hat hier, wie vorhin bereits bemerkt wurde, fürschub
wie vorschub,
eben so Rädlein,
dagegen nehmen Wilhelmi, Dentzler
nur fürschub
auf, Weismann, Kirsch,
auch Steinbach 2, 485
und Frisch 2, 230
b allein vorschub,
während Hederich
und Nieremberger
zwar furschub
anführen, aber auf vorschub
verweisen. spätere wörterbücher verzeichnen das im schriftdeutschen erloschene und nur noch mundartlich fortdauernde fürschub
nicht mehr, sondern blosz vorschub.