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fühllos

nhd. bis GWB · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

fühllos

fühllos

fühlen Vb. ‘mit dem Tastsinn wahrnehmen, empfinden’, ahd. fuolen ‘befühlen, betasten, empfinden’ (um 800), mhd. vüelen (mit Erweiterung auf seelisches Erleben) ‘wahrnehmen, empfinden’, asächs. gifōlian, mnd. vȫlen, vǖlen, mnl. nl. voelen, aengl. fēlan, engl. to feel. Herkunft unsicher. Verwandt sind vielleicht lat. pollex ‘Daumen, große Zehe’, pollēre ‘stark sein, vermögen’ und bulg. pálam (палам) ‘suche’, aruss. palьcь ‘Daumen’, russ. pálec (палец) ‘Finger, Zehe’, so daß ie. *pō̌l- ‘geschwollen, dick, groß’ angenommen werden kann. Als Ausgangsbedeutung für fühlen wäre dann ‘mit dem Daumen, Finger betasten’ anzusetzen. Erwogen wird andererseits Zusammenhang des Verbs mit lat. palma ‘Hand’, griech. palámē (παλάμη) ‘flache Hand’, ahd. folma ‘flache Hand’ (8. Jh.) und Anschluß an die Wurzel ie. *pelə-, *plā- ‘breit und flach’ (s. Feld); doch stößt die Verknüpfung mit den dazugehörigen Wörtern auf erhebliche lautliche und semantische Bedenken. Anstelle von fühlen bevorzugt das Obd. in gesprochener Sprache empfinden (bair.-öst.) und spüren, merken (schwäb.-alem.). – Fühler m. mit Sinnesorganen versehene paarige Antennen bei Insekten, Krebsen, Borstenwürmern, Schnecken (als Verdeutschung von lat. antemna, s. Antenne), älter allgemein ‘wer mit den Fingern prüfend abtastet’ (17. Jh.). Fühlung f. ‘Berührung’ (16. Jh.), ‘Empfindung’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. vielfach in militärsprachlichen Wendungen wie Fühlung haben, (be)halten, in Fühlung bleiben, stehen, Fühlung nehmen ‘Verbindung, Berührung haben’ u. dgl. Gefühl n. ‘Empfindung, Tastsinn’, im 17. Jh. wohl nach Vorbildern wie Gehör, Geschmack, Gesicht entstanden, älteres gleichbed. Fühle f., mhd. vüele ablösend. fühllos Adj. ‘empfindungslos’ (17. Jh.), zu Fühle (s. oben) gebildet, dafür heute gefühllos Adj. (18. Jh.).
1792 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fühllos

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Fühllos , -er, -este, des Gefühls beraubt, ohne Gefühl, so wohl in der eigentlichen, als weitern und figürlichen Bedeutu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fühllos

    Goethe-Wörterbuch

    fühllos 1 pejor: seel-emotional od geistig unempfindlich, ohne Gespür a seelisch (schmerzl) nicht zu berühren, zu erschü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fuehllos

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von fuehllos 2 Komponenten

fuhl+los

fuehllos setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fuehllos‑ als Erstglied (1 von 1)

fühllosigkeit

DWB

fuhl·losigkeit

fühllosigkeit [füllosigkeit], f. , eine erst im 18. jh. gebildete zusammensetzung von fühllos und keit, mit unorganischem ig, wie bei allen …

fuehllos als Zweitglied (1 von 1)

gefühllos

DWB

gefuehl·los

gefühllos , ohne gefühl, unempfindlich ( vgl. fühllos): das gefühl ist zwar eigentlich in der hand am empfindlichsten. gleichwohl ist die ga…

Ableitungen von fuehllos (1 von 1)

gefühllos

DWB

gefühllos , ohne gefühl, unempfindlich ( vgl. fühllos): das gefühl ist zwar eigentlich in der hand am empfindlichsten. gleichwohl ist die ga…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „fuehllos". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fuehllos/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „fuehllos". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fuehllos/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fuehllos". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fuehllos/pfeifer_etym.
BibTeX
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