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frigen2

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

frigen2 Präp., refl., Akk., refl., Dat.

Bd. 2, Sp. 1083
Wossidia frigen2 , friden, frien freien, werben, heiraten: friden ist im W, frigen im O üblich, daneben selten das ohne Übergangslaut gebildete frien: 'unde fryet froychen N., hertich Jurgens dochter van Misen' (1500) Slagg. 123; 'van frien schnacken' Laur. Nd. Jb. 13, 46; 'dit Fryen' (1736) Kohf. Hg. 24, 2a; biet (beim) Friegend (Ro 1790) 36, 2a; frigen Mi 23b; fri·dn Kolz 111. 1. sprachlicher Niederschlag: wenn de Jungen frigen, warden de Ollen suer inkaakt RoRostock@KlockenhagenKlock; wer Snack hebben will, möt frigen, wer lawt warden will, möt dot bliben PaParchim@DobbertinDob; wer frigen deit un Pierd' hannelt, dee hett den meisten Snack RoRostock@GresenhorstGres; beim Freien ist Vorsicht geboten, denn 'dat fryent ys neen Perdekoep noch Kinderspyl' Gry. Wed. L 1a; mod.: Frigen is keen Pierkop, wer frigen will, do de Ogen up Gü; und Liebe macht blind: dee frigen will, hett sœben Hüd' œwer de Ogen GüGüstrow@GülzowGülz; deshalb soll man seine Wahl in der Heimat treffen: 'frye vor der DOere, so heffstu wessel und kOer' Gry. Wed. N 5a; Fri œwern Meß, Denn weist du, wat du hest; Fri Nahwers Kind, Denn weist du, wat du findst HaHagenow@BelschBelsch; die Folgen machen sich dann in der Ehe bemerkbar: Wer will frien, Hett väl Scheperien, Is de Fri erworben, Sünd de Schap verstorben Gü; dat is nich so, as Hans frig' du man, ick will ok nich väl äten, Un as ick den Deuwel nam, wat künn de Satan fräten Schw Gad; wenn de Hunger den Döst frig't, spreckt de Düwel den Sägen Bri. Volkssp. 24; nu is 't Frigen kein Kunst mihr, säd' de Scheper, de slimmst heff ick weg GüGüstrow@GülzowGülz; frig' du man ierst, hett de Scheper tau sinen Hund seggt, nahst ward'st den Stiert all hängen laten Ostmeckl. Heim. 3, 148b; er meint: wenn 't Kaken un Flicken nich wir, hadd' 'n sonn' Dummheiten as dat Frigen ok nich nödig ebda; zu jung oder zu alt freien ist vom Übel: dee frigen will, möt irst utdenen H. Reinh. Schg. 86; olt frigen, abends dat Bedd' maken un in 'n Winter heuen hett kein Oort HaHagenow@RedefinRed; ebensowenig taugt eine zu lange Brautschaft: wer lang' kackt, denn' ward de Hinnelst kolt, un wer lang' frig't, denn' ward de Leew olt Gü; der Alte, der auf Freiersfüßen geht, wird verspottet: dee is in dat Frien verbiestert ebda; denn' is dat Frigen in 'n groten Tehn schaten Ha Hagenow@GammGamm; frig't möt warden un wenn 't in de Hunn'dag' is Reut. Unterhbl. 71; fri't möt warden, wenn ok nich danzt ward SchöSchönberg@DemernDem; eine unerwünschte Heirat wird von den Eltern derb abgelehnt: Diern, du kannst frigen, wekkern du wist, œwer wenn du Fritz N. nich nimmst, slah ick di de Knaken in 'n Liw entwei PaParchim@PlauPlau; ein Mädchen, das die Hacken schief gelaufen hat, geiht upt Frien ut Ro; MaMalchin@RemplinRempl; eine alte Jungfer mit geringen Heiratsaussichten friegt, wenn de Kreigen wegtrecken Wa; einem Mädchen, das vorgibt, nicht heiraten zu wollen, wird geantwortet: je duller se schrig't, je ihre se frig't RoRostock@KlockenhagenKlock; Bri. Volkssp. 24; ähnl. von scheinbar untröstlichen Witwen: je mihr se schrien, je ihre s' wedder frien Raabe Proph. 1848, S. 32; iron. von Unternehmungen und Umständen, zu denen alle Voraussetzungen fehlen: dat ward 'n Läben, wenn Johann frig't un hett denn kein Brut HaHagenow@RedefinRed; bei einer unvorhergesehenen größeren Ausgabe tröstet man sich: ick fri dusend Daler riker, denn bün ick den Schaden nah HaHagenow@RedefinRed; sprw.: dag's Oß un nachts Bull, säd' Köster Pickhamel, as de Preister wedder frigen wull Bri. Volkssp. 22; Mudder, wenn du wedder frigen wist, denn bün ick doch de neg'st, hett de Jung' seggt Wo. V. 3, 787; bei starker Kälte heißt es: hüt vergeiht eenen dat Frigen Wa; mit Präp.: üm ehr frigen sich um sie bewerben, um sie anhalten allgem.; as de Lehnschult ... üm sei frig't hadd' Bri. 5, 153; frigen nah: 'ick hedde ock wol einen anderen de na my gefryet unde my gerne genamen hedde, fryen unde nehmen mOegen' Gry. Wed. P 2a; H. Schröd. Buerh. 1, 110; selten frien mit: keen will mit em frigen sich auf eine Brautschaft mit ihm einlassen Wa; rezipr.: se hebben sick œwer sœben Johr friet Arch. Landesk. 17, 452; refl. sich verheiraten: 'da er sich reich gefreiet' (WiWismar@SternbergSternb 1606) Spald. Land. 1, 297; wenn Lüd' sick frigen Reut. 6. 104; mit Akk. und refl. Dat.: 'here Hinrick de Lowe heft syck ghefryet froychen Agneta' Slagg. 81; Wenn einer sick 'ne Fru hett fri't Reut. 1, 294; dei hadd' sick 'n Teigler frig't WaWaren@PenzlinPenzl. 2. im Volksreim: Kikeriki seggt uns' oll bunt Hahn, He will hüt abend nah 'n Frigen gahn Wo. V. 2, 1505; Morgen will he nah 'n Friden gahn 1512 ff.; Smetterling, sett di, Kes' un Botter smeckt mi, All' Lüd' freugen sick, Brut un Brüjam frigen sick 1488; Tanzlieder: Mädchen, wist du frigen, Denn kumm du man to mi, Dusend Daler heff ick noch, Gäben kann ick s' di StaStargard@WesenbergWes; Hans mit de bunten Hosen, den Kutscher, frig' ick, Krig' ick den Kutscher nich, Frig' ick minläder nich Wo. Rim. 5; Leberreim: De Läwer is von 'n Hääkt un nich von 'n Hoppenstaken, Wer dit Johr frig't, möt tokumm Johr Kinnelbier maken Buernh. 59. 3. Brauch und Glaube s. Ostmeckl. Heim. 3, 147; wenn ein Mädchen beim Wäschetrocknen unner ne Stütt geiht, möt se noch sœben Johr töben, bet se frigen kann Gü Güstrow@SchwaanSchwaan; ebenso, wenn sie die Suppe œwer 't Henk von de Schöttel infüllt Wa; Bartsch 2, 57; sœben Johr ümsüs frigen möt, wer beim Essen an der Tischecke sitzt HaHagenow@RedefinRed; wer die Butter anschneidet Bartsch 2, 57; wenn man jem. auf die Hacken tritt, perrt man em dat Frigen af SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; von der Möwe sagt man, sie sei eine verwunschene Nonne, die immer noch rufe: hadd' 'ck man frig't, hadd' 'ck man frig't Wo. V. 2, 1012. 4. Zss.: be-, hen-, in-, tuusch-, verfrigen; vgl. heuraten, sick verännern. — Mnd. vrîen, vrîgen. — Br. Wb. 1, 455; Dä. 133a; Kü. 1, 508; Me. 2, 227; Schu. 76.
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