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föhn

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DWB
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

föhn m. f.

Bd. 3, Sp. 1869
föhn [fön], m. f. aus dem it. favonio, lat. favonius übernommen, die den lieblichen westwind, zephyrus bedeuten. Rütte s. 25 nach Gotthelf 18, 268 erklärt föhn flühluft, heiszer südwind, der im frühling blätter und blüten versengt: südwind ist aber notus, also pluvius, procellosus, wie auch Frisius 878b und Maaler 139a mit notus fön und die vorstellung regenwind verbinden. bei Stalder 1, 390 heiszt fön, föhn, pfön, fün gleichfalls südwind, der den schnee im frühling plötzlich schmelzt. der welsche westwind wird zum schweizerischen südwind. die abkunft aus favonius bestärkt, dasz auch die romanische sprache in Graubünden favugn, favuogn, fagugn, fuogn für südwind aufweist (Carisch 54a). das merkwürdigste zeugnis legt eine alte glosse in Mones anz. 8, 503c ab, nach welcher das wort weiblich ist: fovnne, favonius. diu fovnne ist warm, und bringit den regen. eʒ kumit von phovnnun, bi der phovnnun. dies fovnne ist entweder fuonne oder fônne, funne, also weisend auf ein ahd. fuoniâ, funiâ. fön und fuoniâ, funiâ gemahnen an goth. fôn, funins, aus dem sich leicht ein f. fônjô, funjô könnte entfaltet haben; wäre das wort in unserer sprache tiefer verbreitet und die glosse za uunniuuinte, ad auram (Graff 1, 624) aufzulösen in vunniwinte, funniwinte, nicht in wunniwinte oder gar wiwinte, so gäbe ich der heimischen deutung den vorzug. doch deutet fuogn, favugn und die nähe von Italien auf favonio, dessen verwandtschaft mit favere und favilla eine weitere mit dem goth. fôn ignis, altn. funi favilla ignita nicht ausschlieszt (sp. 1581). die glut des feuers begegnet der des windes: solvitur acris hiems grata vice veris et favoni. Hor. carm. 1, 4, 1. jetz ist ein speck am himmel, dann gehet der fön vom nidergang, dann ist der mon wie ein ofenkrücken. Paracelsus chir. schr. 354a; um die mitte octobris hielt vil tage nach einanderen an ein ungemein starker und warmer fön oder mittagswind. Scheuchzer 1, 182; die pfähn macht schön, wann sie vergaht, fällt sie ins kaht. Frisch 1, 285a aus einer predigt des Balth. Philgus vom windsturm; der föhn ist los, ihr seht wie hoch der see geht. Schiller 517b. Hallers alpen kennen das wort wieder nicht. Adelung sucht irrig einen zusammenhang zwischen föhn und finne tuber, fenne lutum, palus.
2265 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Föhn

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Föhn , plur. inus. der Südwind, S. 1 Finne.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Föhn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Föhn ( Fön ), in der Schweiz ein aus der Höhe herabsteigender, stürmischer, heißer und trockner Wind in Gebirgstälern. E…

  3. Sprichwörter
    Föhn

    Wander (Sprichwörter)

    Föhn Der Föhn 1 macht das Wetter schön; wenn er vergohd, fällt er ins Koth. ( Luzern. ) 1 ) Südwind, besonders der, welc…

  4. Spezial
    Föhn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Föhn m. (-[e]s,-e) 1 ‹meteo› favogn m. , vënt cialdin m. 2 (Haartrockner) fön (-s) m. , assüiaciavëis m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit foehn

10 Bildungen · 8 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

foehn‑ als Erstglied (8 von 8)

föhnen

DWB

föhnen , nur unpersönlich: es föhnt, der föhn weht, bläst. doch soll nach Stalder 1, 390 föhnen auch heimlich entwenden ausdrücken, was bild…

föhnig

DWB

föhnig , pluviosus, ventosus.

föhnluft

DWB2

foehn·luft

föhnluft f. : ⟨1936⟩ Zuckmayer ges. w. (1960)2,172. 1976 Augustin raumlicht 187.

föhnwetter

DWB2

foehn·wetter

föhnwetter n. : ⟨1922⟩ Carossa (1949)2,78. 1965 frankf. allg. ztg. 299,1.

Föhnwind

GWB

foehn·wind

Föhnwind [ Vierwaldstätter See ] Die größten Stürme erregt der F., der im Frühjahr, besonders aber im Herbst über die Berge von Mittag kommt…

foehn als Zweitglied (2 von 2)

Morgenföhn

Wander

morgen·foehn

Morgenföhn Morgenföhn macht's Wetter höhn 1 . ( Luzern. ) 1 ) Zornig, unwillig; verhöhnen = verderben, zu Grunde richten. ( Stalder, II, 50.…

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APA
Cotta, M. (2026). „foehn". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/foehn/dwb?formid=F06785
MLA
Cotta, Marcel. „foehn". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/foehn/dwb?formid=F06785. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „foehn". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/foehn/dwb?formid=F06785.
BibTeX
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