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Florenz

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Florenz

Bd. 2, Sp. 725
Florenz, ital. Firenze, Hauptst. des Großherzogthums Toscana, am Arno in schöner Umgegend mit 8800 Häusern und beinahe 112000 E., nächst Mailand die blühendste u. reichste Stadt Italiens, ausgezeichnet durch Geschichte, Schätze der Kunst und Wissenschaft, Industrie u. Bildung der Bewohner; die Straßen sind meistentheils eng und winklig, weil im Mittelalter angelegt, auch ihre Paläste stammen meistens aus dem 14. und 15. Jahrh., und sind massenhaft, im kräftigen Styl ausgeführt. Ueber den Arno führen 6 Brücken; von den 17 öffentlichen Plätzen sind die bedeutendsten: die Piazza di St. Croce, die Piazza Gran-Ducale, der Palazzo Vecchio, die Loggia dei Lanzi, die Piazza St. Maria, die Piazza della Annunziata, die Piazza del Duomo etc., alle großartig ausgeschmückt und mit herrlichen Werken der Baukunst umgeben. Unter den 170 Kirchen und Kapellen enthält die von St. Lorenzo die prachtvolle Gruft der Mediceer mit Statuen von Michel Angelo; die Kathedrale St. Maria del Fiore hat 500' Länge und eine von Brunelleschi erbaute 380' hohe Kuppel, einen freistehenden prächtigen Thurm von 290' Höhe; St. Croce enthält die Grabdenkmäler von Dante, Michel Angelo, Galilei, Machiavelli; prachtvoll und mit herrlichen Kunstwerken reich geschmückt sind auch Santissima Annunziata, San Michele etc. Der Palast Pitti, großherzogl. Residenz, enthält in seinen täglich dem Publicum geöffneten Sälen so viele Schätze der antiken und neuen italien. Kunst, daß nur Rom Werthvolleres aufzuweisen hat; die Loggia dei Lanzi ist durch Sculpturen ausgezeichnet, der Palazzo degli Uffizii enthält eine Sammlung von 8000 Handschriften und 5000 Incunabeln, die laurentin. od. Mediceische Bibliothek 9000 Handschriften etc.; höchst bedeutende öffentliche Bibliotheken sind ferner: die Magliabecchiana, die Marucelliana, die Palatina u. Riccardiana. F. hat eine 1438 gegründete Universität, ein schönes naturhistor. Museum, Sternwarte und botan. Garten, eine ausgezeichnete Kunstschule, treffliche Gewerbsschule, zahlreiche Volksschulen. Für das Sprachstudium ist die Academia della Crusca thätig, für die schönen Künste die Societa promotrice delle belle arti, für die Musik die Societa filarmonica, für die Landwirthschaft die Academia dei Georgofili. Milde Stiftungen sind viele und trefflich eingerichtete vorhanden; für Unterhaltung sorgen unter anderem 9 Theater. Die sehr bedeutende Industrie liefert: Seidewaaren, Farben, Mosaik-, Alabaster-, Metallarbeiten, Lack, Kutschen, die weltbekannten Strohhüte, mathemat. und physikal. Instrumente, Seifen, Essenzen etc., die bildende Kunst in Marmor, Alabaster und Mosaik beschäftigt viele Menschen. — F., zu Cäsars Zeit die röm. Militärcolonie Florentia, wurde erst um 1298 von Bedeutung, als sie sich gegen Kaiser Heinrich VI. an die Spitze der toscanischen Guelfen stellte. Damals war F. aristokrat. Republik; mit Hilfe des guelfischen Adels vertrieb das Volk den ghibellinischen und nahm später 1282 auch dem guelfischen seine Rechte. Die Zünfte bemächtigten sich der Gewalt und ihre Vorsteher wurden die höchsten Staatsbeamten; 1292 wurde die Würde des Gonfaloniere errichtet, eine demokrat. Executive, und dadurch verlor der Adel seine letzte Handhabe, das Commando der Bürgermiliz, und als er sich nicht fügen wollte, wurde er sogar politisch rechtlos erklärt. Nun entbrannte aber ein ebenso erbitterter Streit zwischen den oberen Zünften, den reichen Bürgern und dem gemeinen Volke, und eine Revolution im J. 1378 machte F. zur reinen Demokratie, ohne daß jedoch die Lage der Dinge sich anders gestalten konnte oder der Frieden in der Republik dauernd hergestellt wurde. Mitten unter diesen bürgerlichen Unruhen trachtete F. beständig nach der Herrschaft über Mittelitalien, unterwarf Pisa nach hartnäckigem Widerstande, und allmälig den größten Theil des heutigen Toscana; daneben blühten die Gewerbe, namentlich das in Seide, beispiellos, F. wurde die erste Geldmacht Europas, florentinische Bankiers waren im Besitze des Geldhandels u. beuteten die Finanzoperationen großer Staaten aus. Mit dem Reichthume entfalteten sich Kunst und Wissenschaft, weil sie die ihnen nöthige Pflege fanden, so daß F. das Athen der neueren Zeit wurde. Gleich zeitig bildete sich aber ein neuer Adel aus den reichen Bürgerfamilien. u. aus diesem Adel gingen die späteren Fürsten über F. hervor. Das Haus Medici erwarb sich die höchsten Staatsämter und bleibenden Einfluß, weil sein Sturz zu gleich den Wohlstand der Stadt vernichtet hätte; denn die medic. Kasse war die Creditanstalt für Industrie u. Handel. Schon Cosimo leitete von 1428 bis 69 die Republik, sein Sohn Lorenzo bis 1492, welcher auch die Einsetzung eines bleibenden Rathes zur Leitung der wichtigsten Staatsangelegenheiten bewirkte. Nach seinem Tode erfolgte zwar eine Reaction gegen die Mediceer, sie wurden vertrieben, aber schon 1521 wieder aufgenommen, als es sich zeigte, daß die Republik in den damaligen Zeitverhältnissen eine Unmöglichkeit sei. Ein abermaliger demokrat. Ausbruch vertrieb die Mediceer wieder, aber Kaiser Karl V. belagerte nun die Stadt. zwang sie zur Uebergabe und setzte 1530 Alexander Medici als erblichen Herzog ein. Verschwörungen und Meuchelmorde gaben F. die republikan. Verfassung nicht zurück; Herzog Cosmo I. eroberte 1555 als Bundesgenosse des Kaisers Siena, erhielt es abgetreten und vereinigte es mit seiner Herrschaft, wodurch er der Stifter des toscan. Staates wurde, dessen Schicksale F. seitdem theilte; s. Toscana.
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    Dialekt
    Florenz

    Rheinisches Wb.

    Florenz m.: der hl. Florentinus. Sent Fl. es de Knollepatron Klev , Rees .

  4. Sprichwörter
    Florenz

    Wander (Sprichwörter)

    Florenz Man sollte Florenz seiner Schönheit halber nur an Feyer-Tagen und hohen Festen sehen lassen. – Berckenmeyer, 166…

  5. Spezial
    Florenz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Flo|renz nom. propr. n. ‹topon› Firenze.

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Wortbildung

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Zerlegung von florenz 2 Komponenten

flor+enz

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florenz‑ als Erstglied (3 von 3)

florenzen

DWB

flor·enzen

florenzen : sie ( die Tartaren ) seind auch daran, wie die Saracenen, nicht ersettigt, sie florenzen oder erkennen auch, das schendlich ist …