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Flē¹ge

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Flē¹ge f.

Bd. 2, Sp. 740
Flē¹ge f. [allg.] 1.1. Stubenfliege (Musca domestica, Brachycera). Deï Fleïge sitt beï de Mialke (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@BrackwedeBw). De Fleugen setten sik dem Jungen int Gesichte (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). — Phras. Vbdg.: Blanke Fläige (Kr. MindenMin Kr. Minden@FriedewaldeFw) Glühwürmchen [Kr. LübbeckeLüb Min]. Blinde Fleige (Kr. MindenMin Kr. Minden@KleinenbremenKb) a) Stechfliege, Viehbremse [verbr.]; Regenbremse (Tabanus pluviatilis) (Kr. BeckumBek Al): De bluin’n Floeigen sind säo biedsk, et giff ’n Gewidda (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo); b) Mücke (Kr. MindenMin Kr. Minden@MöllbergenMb). Dicke Fläg (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AhleAe) Stechfliege, Viehbremse [verstr.]. Wille Fleïge (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@MenneMe) dass. [bes. Kr. HöxterHöx Kr. WarburgWbg Wol]. — Floügen un Müggen „Leinendruckmuster mit großen und kleinen Tupfen, von denen kleine Striche strahlenförmig ausgehen“ (Ravensbg SCHONL 207). — Ra.: En iargert de Floigen anne Wand er ist leicht erregbar, er ärgert sich über jede Kleinigkeit (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || verbr.); iähm hinnert dä Flaige anne Wand dass. (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb || mehrf. Mark). He kann kinne Fleïgen anne Wand sehn dass. (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). He schlött twe Fleigen mit ene Klappe er erledigt zwei Aufgaben, erreicht einen doppelten Zweck auf einmal (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr || (ähnl.) mehrf.). Hä kann käne Fleige wat Leds dauhn er ist sehr gutmütig (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@PolsumPo || mehrf.); Steigerung: Dai dait kainer däoen Flaige wuat te Läie (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Hä schlött donoh as dä Osse noh dä Flaige a) er kann ihn nicht leiden, versucht ihm zu schaden; b) er wird keinen Erfolg haben (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Eck kann hïe sitten un Flaigen fangen ich habe nichts zu tun (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Dat krüpet doahiar at de Fleige in dr Buettermialke sie ist sehr langsam (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). So fien kaas kiene Fleege int Gatt träen sagt man, wenn jmd. übertrieben genau ist (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). He geit der rüm es de Fleige üm’n heeten Bri er wagt sich nicht an die heikle Sache heran (Münsterl BAHLM 103). Ick hewwe ïehm ne Fleige int Oahr satt ich habe ihn auf eine Sache aufmerksam gemacht (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AltenböggeAl). Wo de Fleigen hen- stricket, do gifft wat Sötes sagt man von einem umworbenen Mädchen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@OndrupOn || mehrf.). — Sprichw.: Inne Naut friett dä Düwel Flaigen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb || mehrf.). Better ne Fleige ass gar kenn Flesch (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh = ROTTMANN). Beatter ne Flaige gefangen as meitig (müßig) gegangen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Flaigen un Frönne kommet im Summer (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb || mehrf.). Wann ’t keine Fleigen giet, giet et ouk keinen Sommer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@HalverHa). Met geknuffelter (geballter) Fiust kann me känne Flaige fangen mit Drohungen erreicht man nichts (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). Holl de Mule, dann schlükeste ouk käine Flaigen „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Well van Huaonig iß, de plaogt de Fleigen Schönheit kann auch Nachteile haben (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Keine Fleige an der Wand, keine Fläoh im Berre un keine Lius im Schuorwe heißt es von schlechten Zeiten (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). — Sagw.: Dat ies doch mähr ä gar nicks, ha’ de Voß sagt, däo ha’ hai ne Flaige schnappet (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — Ortsspott: Marlsche Flaigen Bewohner von Marl (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh); Dörske Fleigen Bewohner von Dorsten (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@LippramsdorfLd). — Rätsel: Wat is inner Kiärke am frächsten: de Flaige; se settet sik seougar diäm Pasteoure uppen Rügg (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe || ähnl. mehrf.). — Lied: Keyk, do sitt ne Fleihe an dr Wand; / keyk do, wat se hopsen kann (Kr. BürenBür Kr. Büren@GrundsteinheimGr || ähnl. mehrf.). — 1.2. Stechfliege, Viehbremse [verstr.]. De Flāigen bītet (Kr. BeckumBek Vh). De Fleugen stiakt de Kögge (Kühe) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). De Floeigen sind bietsk (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 1.3. Mistkäfer (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). — 1.4. Arbeitsbiene (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BierenBr). — 2. leichtfertige, mannstolle Frau [verstr. Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek SWestf]. Dat es ne richtige Flāige, dai Däirne (Kr. IserlohnIsl Is). — 3. schmales, gestutztes Bärtchen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Lo di dä Flaige mä afmāken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 4. Fliege Kreisel (die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Stadt Witten@WittenWi). — 5. Fleig Fähre (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@BockumBo). ⟨g-Ausfall [Kr. DetmoldDet HPaderb (bes. Kr. HöxterHöx Wbg)], e-Apokope [verstr. Münsterl]⟩ ¶ Bed. 3 u. 4: Vgl. RHWB 2,607: Fliege, Bed. 2.a. — Bed. 5: Vgl. → Flē¹ger Bed. 2. Zus.: → Ärs~, As~, Bēst~, Biᵉse~, Bla~, Blind~, Brāden~, Brāme~, Brum~, Dassel~, Dēr~, Drāken~, Drek~, Drīte~, Dzn-dāges~, Fē~, Finster~, Fisiōns~, Flē²sk~, Fūl~, Gat~, Gold~, Johannes~, Kō¹~, Kō¹-schīten~, Kukkukes~, Lodder~, Māden~, Mes~, Ossen~, Pal~, Patke~, Piᵉrde~, Schinken~, Schīt~, Snuts~, Spek~, Spiᵉt~, Steªke~, Steªrt~, Stoªwen~, Turre~, Wāter~.
4105 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    flege

    Althochdeutsches Wörterbuch

    flege Npw 118 E, 36 s. phlega.

  2. modern
    Dialekt
    Flegem.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Flege m. s. Fläg' .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flege

175 Bildungen · 145 Erstglied · 30 Zweitglied · 0 Ableitungen

flege‑ als Erstglied (30 von 145)

Flegelholm

SHW

Flegel-holm Band 2, Spalte 787-788

Flegelhut

SHW

Flegel-hut Band 2, Spalte 787-788

Flegelrute

SHW

Flegel-rute Band 2, Spalte 789-790

flegelwarm

SHW

flegel-warm Band 2, Spalte 789-790

Flegeldrusch

PfWB

flegel·drusch

Flegel-dreschen , Flegel-drescher , Flegel-drusch , Flegel-gehenke s. Flegelsdreschen , -drescher , -drusch , -gehenke .

Flegel, Eduard Robert

Meyers

Flegel, Eduard Robert , Afrikareisender, geb. 13. Okt. 1855 in Wilna, gest. 11. Okt. 1886 in Braß an der Nigermündung, trat 1869 als Lehrlin…

flegelei

DWB

flege·lei

flegelei , f. rusticitas: artige flegelei. Harnisch 294; sis ä flegelei, üch an jedem biedermann zreibä, der üch nit thät nach üerm gustus s…

Flêgelēy

Adelung

flege·ley

† Die Flêgelēy , plur. die -en, in der niedrigsten Sprechart, ein im hohen Grade bäuerisches, grobes, ungesittetes Betragen.

flegelg(e)drescheⁿ

Idiotikon

flegelg(e)drescheⁿ Band 14, Spalte 1356 flegelg(e)drescheⁿ 14,1356

flege als Zweitglied (30 von 30)

auflege

DWB

auf·lege

auflege , f. ἐπίθεμα : ein gar gut auflege oder umbschlag für grosze heubtwehe. Bartisch augend. 77 . Stieler 1114 hat auch anlege pensum, a…

hauptpflege

DWB

haupt·pflege

hauptpflege , f. : bei uns musz der musiksinn wesentlich im theater seine hauptpflege empfangen. neue zeitschr. für musik 1866 s. 407.

hauspflege

DWB

haus·pflege

hauspflege , f. : dann wie könte on ehliche saat das land erbawet, .. die hauszpfleg verweset .. werden. Garg. 65 a .

heiligenpflege

KöblerMhd

heiligen·pflege

heiligenpflege , st. F. nhd. „Heiligenpflege“, Verwaltung des Kirchenvermögens Q.: WeistGr (1484) E.: s. heilic, pflege W.: nhd. DW- L.: Lex…

kouflege

KöblerMhd

kouf·lege

kouflege , st. F. nhd. Lager für Kaufmannswaren Q.: DRW (15. Jh.) E.: s. kouf, lege (2) W.: nhd. DW- L.: DRW

Pfarrpflege

DRW

pfarr·pflege

Pfarrpflege, f. Pfarrbezirk eberbachische pfarrpfleg 1628 Kramer,Simultan. 158 zumahlen die gefaͤll der pfarr-pfleg præcise auff den unterha…

ratspflege

DWB

rat·s·pflege

ratspflege , f. pflege des rates, beratung ( vergl. rates pflegen sp. 164): so dasz wir unsere rathspflege wohlgemuth und mit aller besonnen…

rechtspflege

DWB

rechts·pflege

rechtspflege , f. pflege, handhabung des rechts oder der gesetze. Adelung ; bereiteste rechtspfleg ist hier gewonnen wie bei der fehme dunkl…

reichspflege

DWB

reich·s·pflege

reichspflege , f. im alten deutschen reiche 1 1) ein reichsunmittelbares gebiet: die vier ehemalige königliche dörffer oder reichspflege. Mo…

schulpflege

DWB

schulp·flege

schulpflege , f. : wie er nun aufs neue gewählt werden sollte, wuszte der stadtpfarrer als vorstand der schulpflege seine bestätigung bei de…

Schwanenpflege

DRW

schwanen·pflege

Schwanenpflege, f. zu Pflege (VI) wie Schwanenrecht inmaßen wir [könig] daselbst ... eine schwaanen-pflege und jacht gehalten, bey welcher u…

Seelpflege

DRW

seel·pflege

Seelpflege, f. auch Seelen- wie Seelsorge [wir haben der Stadt] für fry erblichen aigen die hernach-benante gietere an spitaln, sondersieche…

Spendpflege

DRW

Spendpflege, f. wie Spendmeisteramt hat man mich der spendtphleg erlassen, damit ich dem gericht desto bösser uswarten konde 2. Hälfte 16. J…

Spitalpflege

DRW

spital·pflege

Spitalpflege, f. Posten, Stelle eines Spitalpflegers (I); Aufsichtsbehörde über das Spitalwesen bdv.: Spitalamt er sey ein rathsherr gewesen…

stadtpflege

DWB

stadt·pflege

stadtpflege , f. obrigkeitliche und gerichtliche verwaltung der stadt ( Campe ), das bürgermeisteramt. stadtpflege als unterschrift von erla…

Stipendiatenpflege

DRW

stipendiat·en·pflege

Stipendiatenpflege, f. Fonds zur Finanzierung insb. von Stipendien (I); auch die zugehörige Verwaltung [die catholischen geniessen] gantz ei…

sunderpflege

KöblerMhd

sunder·pflege

sunderpflege , st. F. nhd. Sonderpflege Q.: Ot (1301-1319) (FB sunderphlege) E.: s. sunder (1), pflege W.: nhd. DW-

Unpflege

Campe

Die Unpflege , o. Mz . der Mangel der Pflege. Oberlin.

zepflege

KöblerMhd

zepflege , Adv. nhd. zu Pflege Q.: BDan (um 1331) (FB zephlege) E.: s. ze, pflege W.: nhd. DW- L.: FB 484a (zephlege)

zuopflege

KöblerMhd

zuo·pflege

zuopflege , st. F. nhd. Lebensweise, Handlungsweise, Unterstützung Q.: Hiob (FB zuopflege), PassI/II (Ende 13. Jh.), PassIII (Ende 13. Jh.) …

zūpflege

KöblerMhd

zūpflege , st. F. Vw.: s. zuopflege

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „flege". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/flege/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „flege". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/flege/wwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „flege". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/flege/wwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„flege"},
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