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Flapp

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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9 in 7 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Flapp

Bd. 2, Sp. 556
Flapp Pl. -pə(n), –bə(n) [selten flęp Neuw, Schleid-Blankenh; -pə Elbf] m. [Rhfrk, Mosfrk f.]: 1. das, was schlotternd, hin- u. herflappend schlaff herunterhängt, u. zwar a. Lappen an einer Stange Neuw-Datzeroth (f.). — b. Hosenlatz, Klappe an der Jungenhose Trier-Mehring Fell, Wittl-Meerf, Bitb. — c. Falle zum Vogelfangen; ein über einer Vertiefung aufgestelltes Brett, das zufällt, wenn der Vogel die Gabel, auf der das Brett ruht, betritt ebd.d. etwas, was von oben zuschlägt, wie der Klappdeckel am Schweinetroge, an der Mausefalle, an Hühnerställen WBitb. — e. Getreidesense mit Bügel, über den ein Tuch oder Draht gespannt ist, zum Roggenmähen, im Gegens. zur Hafersense, dem Räff Bernk-Sulzb. — f. eine Art Hammer der Pflasterer, der an der einen Seite ganz breit ist Aach. — g. flapen Pl. die Ohren des Schweines Rees. — h. verächtl. Mund, Hängemaul Saarbr-Völkl; -ę- Koch-Laub, May-Luxem, Aden-Borler; flępə f. Lippe, Önger-, Öəverfl. Gummb; ech schlahn der of die Fl.! Saarbr-Völkl; Bäbb (Barbara), halt dei Fl.! Koch-Laub. — 2. das, was breit wie ein loser Lappen daliegt, u. zwar a. Fläche, Fetzen, Flicken, allg. Grosses, Breites von etwas; e Fl. Duch (Tuch), Schwamm, Mist, Hei (Heu) udgl. Saar, Trier, Bitb, Daun, Prüm. — b. Kuhfladen, auch Kihfl. m., f. Wittl, Bitb, Prüm; -ā:- f. Trier-Stdt. — c. e Fläppchen kleiner Pfannenkuchen Wittl-Meerf, Prüm-Ringhuschd. — d. grosses, breites Feld, Wiese Saar, Trier, Bitb, Daun, Prüm, Eusk-OGartzem. — e. Kalkspeise Verbr. wie 2 a. — f. flabən m. verächtl. Zunge Siegld. — g. flępə Brief, in der Kundenspr. Wittl-Olkenb. — h. flępkə verächtl. kleine, leichte Mütze Geilk-Bracheln, Kemp-Kindt (doch heute wenig mehr bekannt). — i. je nach dem Zusammenhange auch = ein Weniges, ein bisschen; en Fl. Botter ein wenig B.; mer spielen noch en Fl. Solo noch ein wenig Prüm-Ihren. — 3.a. leichter Schlag mit der flachen Hand, Ohrfeige, Klaps; enem en Fl. gen; he het Fl.ə kregen Rip, Allg.; em en Fl. steche Simm. — Auch von Sachen; dat Deng, dat hät ene Fl. gekrege starken Preisabschlag Kref-Fischeln. — Fl. spielen Nachlaufesp. Bitb-Dudeld Echtershsn Kyllbg, Bernk-Lösnich, Neuw-Erpel. — b. enen Fl. weg (fort) han einen Hau, Klaps, Anfall von Narrheit haben, nicht recht gescheit sein, auch einfach enen Fl. han; de hät och en Fläppche; enen klenen Fl. weg han Rip, Nfrk; de hät en Fl. mit der Wannmölle Gummb-Hesselb, — met de Buakwetenmötsch Elbf; den hat en Fl. zu vill Prüm-Ihren. — c. enen Fl. rochen einen Zug Tabak rauchen Prüm.d. persönl. Geck, Narr, doch dabei gutmütig; halbverrückter Mensch m. LRip, SNfrk, Klevld (ausserdem Gummb, Wittl) [Schlingel Erk-Körrenz; Einfaltspinsel Aach; mürrischer Mensch Heinsb-Karken]. RA.: Du könns dech astelle wie ene halve Fl. Aach. Ene Fl. mak noch miəh op (verschwenden), äs sess Geschede beischoffe Heinsb-Dremmen. De Fl. agere (agieren) sich aufgeblasen benehmen Schleid-Hellenth; der Fl. afgeve den Dummen abgeben Eup. — Im Rhfrk u Mosfrk (Saar, Trier, Bitb (-ā:-), Prüm, Malm, Schleid-Marmag) nur f. für eine daherschlappende, unordentliche, tölpelhafte, läppische, flapsige, dabei gutmütige, oft auch halbnärrische Weibsperson (für einen Mann Flappes) [träges Weib Wend-Zaub, Birkf; Bezeichnung für ein Weib, der man andeuten will, dass man ihr eine Behauptung oder Mitteilung nicht glauben will Simm; alt Fl. alte Frau Birkf-Idar, Zell-Haserich]. — En Fläppchen Glimpfw. für ein kleines Kind, auch Kosew. Wend. — 4. flęp f. Büchse Neuw-Datzeroth; flap f. Tabakspfeife Prüm-Mürlenb; m. grosse Harke Aach-Cornelimünster. — 5. f. ehemalige ndl. Silbermünze, Flabbe im Werte von 32 Pfg., im Volkslied: Den ene (Bettler) kriegt en Fl., den annere en Oərt (ndl. oortje = 1¼ Pfg.) Prüm-Ihren. — Bitb-Wiersd unterscheidet Fl. m. Haufen, Kuhfladen von Fl. f. Hosenklappe, leichtsinniges Weib; Bitb, Trier flā:p grosses Feld, schlappiges Weib, von flap etwas, was von oben zuschlägt.
3968 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    flapp

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    flapp Interjektion ‘klapp, klatsch’ in der Nachahmung entsprechender Geräusche. Die folgenden Ableitungen entwickeln in …

  2. modern
    Dialekt
    Flappf.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Flapp [flàp Bi. Geinsl. u. s.; Pl. flàbə, Demin. flèbəl] f. Schlag, Ohrfeige. — els. 2, 885 Flapp (Watsch). s. flappen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flapp

73 Bildungen · 69 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

flapp‑ als Erstglied (30 von 69)

flappchen

SHW

flapp-chen Band 2, Spalte 769-770

Flappes

SHW

Flapp-es Band 2, Spalte 769-770

flappschen

SHW

flapp-schen Band 2, Spalte 769-770

Flappbeil

RhWB

flapp·beil

Flapp-beil Sieg , Bergh , Dür , Jül n.: 1. das breite B. des Zimmermanns, um die Stämme zu beschlagen. — 2. in der RA.: Mem Fl. gehaue sen h…

Flappch

SHW

Flappch Band 2, Spalte 767-768

flappchen

PfWB

flapp·chen

flappchen schw. : 1. 'tappenden Schrittes gehen', flappche [ KU-Kaulb ]; vgl. flappen 1. — 2. 'mit schallenden Schlägen traktieren, ohrfeige…

flappchig

SHW

flappchig Band 2, Spalte 769-770

Flappdeckel

RhWBN

flapp·deckel

Flapp-deckel m.: Klappe an der Knabenhose, Bitb u. Prüm verbr., Malm-Schönbg . — 2. nicht ernst zu nehmender Mensch Koch-Hambuch .

flappen

DWB

flappen , plaudere, crepitare, klappen: der kerl ist geflappt. Callenbach quasi 64 . schlagen. Frommann 6, 14 .

Flappenplatz

RhWB

flappen·platz

Flappen-platz -blā:ts Prüm-Burb f.: üppig wuchernde Grasstelle um einen Kuhflappen.

Flappens

PfWB

flapp·ens

 Flappens n. : ' Schläge '. Hoscht Flappes kriet? [ Don-Werb ]. — Zu flappen 1. — Rhein. II 558 Flappes I.

Flapperdōr

WWB

flapp·er·dor

Flapperdōr m. (junge) Person mit schlechten Manieren, schlacksige Person ( Dor Bo ). ⟨ -bb- ⟩

Flapperei

RhWBN

flappe·rei

Flapperei f.: 1. Unsinn, Dummheiten Schleid-Hellenth . — 2. Schwindel, Lüge Simm-Laub ; dat is Flabberei.

flappern

RhWB

flapp·ern

flappern -ab- schw.: 1. unbeständig sein Neuw-Datzeroth . — 2. mit den Augen zwinkern Bitb-Mettend . — 3. nicht tief pflügen Mörs-Rumeln .

Flapperrose

PfWB

flapp·er·rose

Flapper-rose f. : ' Klatschmohn ', Flappeʳros [ZW-Gr'bundb Wilde 130]; vgl. Flackerrose . Syn. s. Klapperrose . Südhess. II 770 ; Rhein. II …

Flappert

RhWB

flapp·ert

Flappert -bərt, Pl. -dən m.: 1. -ā:- Halbnarr Bitb-Rittersd . — 2. -a- Motorrad, in der Kinderspr. Bitb-NWeis .

Flapperte

WWB

Flapperte Ohrfeige ( Arn Ar ). ⟨ -bb- ⟩

Ableitungen von flapp (4 von 4)

beflappen

RhWB

be-flappen: einen b., verhätscheln, beschmeicheln (o. O.).

flappe

DWB

flappe , f. os hians, die schreibung flabbe ist mehr niederdeutsch und verhält sich wie ribbe zu rippe, nnl. flap, nd. flabb ( Danneil 51 b …

Geflapp

LothWB

Ge-flapp [-flap Fa. ] n. Grobheit, Unschliff. s. flappich, Flappes.

verflappen

PfWB

ver-flappen schw. : ' verprügeln ', eigentl. 'mit einem flachen Gegenstand schlagen', veflappe [ FR-Gr'niedh ]; vgl. durchflappen . Syn. s. …