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Fenīn

mnd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Fenīn m. n.

Bd. 2, Sp. 615
Fenīn m.n. [Münsterl nördl. OWestf, verstr. SWestf] 1. Gift [Münsterl, sonst verstr.]. Dat is Fernīn(t) sagt man, um vor etwas (z.B. einer Schlange) zu warnen (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@GemenkrücklingKr). Et ligg Venīn an’n Grund dass. (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). — Ra.: Ēn twē is Medsīn, drāi vēär is Fenīn sagt man vom Schnapstrinken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@MesumMs || ähnl. mehrf.). — Vk.: Kindern, die sich gerne auf Steine setzen und sich dadurch leicht eine Erkältung zuziehen, sagt man, daß Venin auf kalten Steinen liege (Kr. SteinfurtStf RECK 140). — 2. Eiter, gelbliche Flüssigkeitsabsonderung bei Entzündungen [OWestf, sonst verstr. bes. Münsterl]. — Spez.: (Haut-)Entzündung, Geschwür am Fingernagel. Bes üäwermuärn’n is de Fenīn der ūt (Kr. SteinfurtStf Rh). Då sitt Ve(r)nīn in’n Finger (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Dat es noch lange nit häile, do es noch viel Vernêyn an (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). — 3. Wut, Zorn, Ärger; Bosheit, Haß, Neid [verbr.]. Heu maket müi vell Fanüin (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). He konn kin Waort herutkrīgen, so nen Vernin harr he in’n Balge (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Hai huilt fan Ferneïn (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AfferdeAf). Däi Keerl sitt vuller Ve(r)nīn (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). De Augen glaiht öm in’n Kopp von Vönien (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DülmenDü). Emme (dem Teufel) slaig saun wahn Vernieen innen Balleg, dätte dai Hitte (Ziege) biem Swanze peck (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@BenolpeBe). — Ra.: ’n Vernien van’n Froumensk wütende, boshafte Frau (WMWB). — 4.1. Eifer; Energie, Willenskraft; Leidenschaft [Kr. BeckumBek Isl]. Met Vernīn arbeiten (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@LiesbornLb). Daor sitt noch wall Venien achter (WMWB). — 4.2. hohe Qualität, Leistung (bei Geräten), bes. die Schärfe einer Klinge [Kr. IserlohnIsl Arn]. Da is Ferneïn in die (Sense) ist scharf (WOEN = Kr. IserlohnIsl Ha). ⟨›Fenīn‹ [Münsterl], ›Fernīn‹ [verbr.], ›Fönīn‹ [verstr. Münsterl] u.a. — Genus: m. [OWestf, verstr. Münsterl], n. [Münsterl SWestf]⟩ ¶ Vgl. RHWB 9,96: Venin; NDSWB 4,152: Venīn. Zus.: → Hellen~.
2290 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    fenînn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ~fenîn, n. , Schlangengift. —

  2. modern
    Dialekt
    Feninn.,, m.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia MeckWBN Fenin n., m. Gift, teuflische Bosheit: 'de monneke don syck hir thosamende schycken, Wath fenyns se noc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fenin

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von fenin

fenn + -in

fenin leitet sich vom Lemma fenn ab mit Suffix -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

fenin‑ als Erstglied (6 von 6)

fenīnen

WWB

fenīnen V. vernuinen eine Wunde, ein Geschwür durch schlechte Behandlung oder Vernachlässigung schlimmer werden lassen (Lippe FROMMANN 6,492…

fenīnesk

WWB

fenin·esk

fenīnesk Adj. [OWestf] 1. eifrig, begierig. — 2.1. zornig, verdrießlich. — 2.2. bissig (vom Hund). En vernīnsken Hund ( Kr. Minden Min Ha).

feninig

MeckWB

Wossidia feninig giftig, boshaft: 'reitzen und kratzen jo so veninich, petisch und betisch' (Ro 1556) Jb. 19, 76.

Fenīnigheid

WWB

feninig·heid

Fenīnigheid f. Vernuinigkeut Erfülltsein von bösartigen Giftstoffen, von böser Gesinnung (Lippe OESTERH).

Fenīnkop

WWB

fenin·kop

Fenīn-kop m. Vernienkopp leicht erregbare Person ( Kr. Coesfeld Kos Bu).

feninus

MLW

* feninus (fę-, foe-), -a, -um. feneus, culmeus – aus (Heu-, Stroh-)Halmen geflochten, Stroh- : MLW Widuk. gest. 3,2 p. 105,4sqq. (rec. AB) …