Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Feldscher
Feldscher
Feld n. ‘Ackerland, Teil einer Fläche, Kriegsschauplatz’, ahd. feld ‘Feld, Ebene, Fläche’ (8. Jh.), mhd. velt, mnd. mnl. velt, asächs. feld, nl. veld, aengl. feld, engl. field und schwundstufig asächs. folda, anord. fold ‘Erde, Land’ gehören als Dentalerweiterungen zur Wurzel ie. *pelə-, *plā- ‘breit und flach, ausbreiten, breitschlagen, breitklatschen’ (s. auch Flur). Außergerm. verwandt sind russ. póle (поле) ‘Feld’ (vgl. Polen), tschech. planina ‘Ebene’, lat. palam ‘öffentlich, offen’, plānus ‘flach, eben, glatt’. Mhd. velt entwickelt die Bedeutung ‘Lager-, Turnierplatz’, vor allem aber ‘Kampfplatz, Schlachtfeld’ (so vereinzelt bereits im Ahd.), da kriegerische Auseinandersetzungen in der Regel auf offenem Gelände ausgetragen werden; vgl. Zusammensetzungen wie Feldhauptmann, -heer, -marschall, -zug (alle 16. Jh.) und die Wendungen zu Felde ziehen, im Felde stehen u. dgl. Dazu auch Feldscher m. ‘Militärwundarzt’, älter Feldscherer (16. Jh.), dann verkürzt zu Feldscher (17. Jh.); das Grundwort Scherer ist Nomen agentis zu 1scheren ‘schneiden, rasieren’ (s. d.), eigentlich der ‘Bartscherer’, der jedoch auch niedere chirurgische Dienste verrichtet. – Feldstecher m. ‘kleines Doppelfernrohr’ (19. Jh.), anfangs daneben auch Stecher.