Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
fâhan
prät. gifangan), in literarischen Quellen und Gl.
von 800 an:
‚(er-)greifen, fangen, empfangen,〈Var.: fhāen, faen; ph-〉. – Mhd. vâhen,
(fest-)nehmen, etwas in Besitz nehmen, sich
eine Krankheit zuziehen, capere, tenere, arri-
pere‘
vân (prät. vienc/vie, viengen, gevangen/ge-
vân)
‚fassen, fangen, (er-)greifen, gefangen, nhd. fangen. Noch bei Lu-
nehmen, festhalten‘
ther findet sich zumeist fahen; die grammati-
schen Wechsel aufweisende Ausgleichsform
fangen setzt sich etwa mit Schottel (1663)
durch. Von da an lebt fahen in poetischer Spra-
che noch bis ins 19. Jh. fort (s. Paul, Dt. Gr. II,
242), mdartl. bis in die Gegenwart (z. B.
schweiz. fāhen [Schweiz. Id. I, 716 f.], schwäb.
fahen, fachen [Fischer, Schwäb. Wb. II,
914 ff.]). -ie- des red. Prät. vienc ist zuerst im
Md. verkürzt, die Graphie fieng hält sich unter
obd. Einfluß; Adelungs Schreibung fing hat
sich dann doch durchgesetzt.