Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
ertwingen stV.
2 ‘jmdn. (im Kampf) bezwingen’
3 ‘sich jmdn. unterwerfen’
1 ‘etw. (von jmdm.) erzwingen’, mit Akk.: ist daz ich [Paligan] in selbe ersihe, / daz er unter minem swerte gelige, / oder flucht erdwingen Rol 8381; swer solhe helfe ertwinge / mit sîner ellenthaften hant, / den mac man hân für prîs Parz 676,20; swer mit leide wil ertwingen liep, der tœret sich vil gar KLD:BvH 15: 4,1. – an jmdm. ~ (vgl. ane ertwingen): vaste riefe du mich an: / waz woltste an mir ertwingen? Parz 49,29; ich [Siegfried] trouwe an in ertwingen beide liute unde lant NibB 55,4; ist daz iemen liep oder leit: / ich wil an iu ertwingen, swaz ir muget hân ebd. 110,3; HvdHageMarg 946 2 ‘jmdn. (im Kampf) bezwingen’ dâ mit [ hervart ] ich [Siegfried] solde ertwingen die vil wætlîchen meit NibB 58,4. 115,2; der tiefel hat gesait / [...] / in chünne niemand ertwingenn Märt 9005; ob Orilus ertwunge die rotte groz, da mit er hie urliuget JTit 4525,2. – ‘eine Stadt erobern’ Terramêr vil rehte ersach / daz deheines sturmes ungemach / Oransche möht ertwingen Wh 111,3; Raben unde Meilan / han ich [Dietrich] wider ertwngen Dietr 7442 3 ‘sich jmdn. unterwerfen’ ich wilz sus versuochen, ob ich ertwingen kan / dich mir ze einem gîsel NibB 2351,3
MWB 1 2125,35; Bearbeiter: Pfefferkorn