Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erhungern swV.
1.1 ‘hungern, Hunger leiden’
1.2 ‘verhungern’
2 tr.
2.1 ‘ein Tier hungern lassen’ , nur Part.-Adj.
2.2 ‘jmdn. durch Hungernlassen zu etw. (Rückzug, Kapitulation) zwingen, aushungern’
1 intr. 1.1 ‘hungern, Hunger leiden’ die richen beduͦrfen unde erhungerten [ diuites eguerunt et esurierunt ] PsM 33,11; canis est reversus ad vomitum suum. [...] der hunt hat eine bose nature. swenne er erhungert unde sich denne erfullet unde er iz denne wider git, gespiet, so hevet er iz dar nach wider uf [vgl. Prv 26,11 und TPMA 8,232-234] PrMill 510. – ~ lâzen: ain wilder falk wirt sô haimlich, daz man in sêr læzt erhungern und in dar nâch äzt BdN 188,33; Seifrit 6414 1.2 ‘verhungern’ sine kint uf erden / nach des vater tode werden / von armmekeit und gebrechen / gar irhungern und verlechen Hiob 8012; sô ist der krebz erhungert und ist ain schedleich ezzen BdN 249,9 2 tr. 2.1 ‘ein Tier hungern lassen’, nur Part.-Adj.: durch die erhungeroten tier Konr 19,57 2.2 ‘jmdn. durch Hungernlassen zu etw. (Rückzug, Kapitulation) zwingen, aushungern’ in wolt der kunic von Ungern / ab dem veld erhungern Ottok 7039; do samete er ein her, und besas ein stetelin heiszet Wille, und zehant erhungert ers und gewan es ClosChr 48,2; al umbe und umbe [um die befestigte Stadt] gieng daz mer [...]. / blide noch werk do niht endohte / noch dehein her zuo dekeiner stunde, / wie gros mens erdenken konde. / ez [das belagernde Heer] möhte erhüngern ouch nieman ParzRapp 23,1. – subst.: der thurn was so fest das man sin nit mocht gewinnen on erhungern Lanc 374,31
MWB 1 1933,14; Bearbeiter: Tao