ERBLOS adj. ahd. erbi-, erbelôs,
mhd. erbelô
s. mnd. erf- lō
s. abl. von erbe.
zugrunde liegen ahd. erbo
m. und erbi
n., die schon spätahd. lautlich zusammengefallen sind. die bedeutungen folgen der semantischen zuordnung zu erbe
m. und zu erbe
n. nbf. unter 2
vereinzelt auch erbenlos. 1
von der erbschaft ausgeschlossen, arm: ⟨v1022⟩ nim in daz erbe des sancta ęcclesia bîtet .. tûo sîe erbelôs Notker
3,1,18 ATB. ⟨v1150⟩ des himeles machet er unsich erbelos armer Hartmann
39,14 M. ⟨1264⟩ dû muost ein basthart sîn êlôs und erbelôs
(bearbeitung) Berthold v. Regensburg
1,413 P./S. ⟨u1328/38⟩ auch stet anderswa gesc.: der keiser hat den vettern virboten, daz sie die kint nicht vnrecht erbeloz machen
keyserrecht 47 E. ⟨E14.jh.⟩ der vormunde .. sal keyn royber sin .., darvone her erbelocz mochte werdin Rothe
rechtsb. 120 R. 1534/44 den so die zinse, wie die vorsessen, hetten sollen vorricht werden, hetten jr viel aus der lants. erblos bleiben mussen
script. rer. lusat., n. f. 4,301. 1669 die gewisseste wahrsagerey wird von denen armen .. vätern geleistet gegen ihre erblose kinder Praetorius
glückstopf 132. 1792 unter den ursachen, welche erblos machen können, wird auch die lebensart eines katzenritters genennt Siebenkees
v. letzten willen 121. 1815 bei den Franken wurden .. die kinder des hochverräthers .. für erblos erklärt Winter
majestäts-verbrechen 61. 1926 eine ‘revolution’, die .. kleine diebstähle erbloser .. mit dem tode bestrafte Ehrenstein
menschen 155. –
noch in wörterbüchern: 1983
Duden dt. universalwb. 358a. 2
ohne erben oder nachkommen: ⟨v1022⟩
ille nuptiis felix, orbvs liberis. nutrit censum alieno heredi. sumelichêr ist uuola gehîet unde aber erbelôsêr. scazzôt er unerbôn Notker
1,1,92 ATB. ⟨1150/60⟩ die werthin die crone/ deme richen eruelosan man
könig Rother 2949 F./K. ⟨u1230⟩ ein lant hiez Forei wert,/ daz was erblôs worden Heinrich v.
d. Türlin
krone 7908 LV. ⟨1301/19⟩ swenn ich stirbe, sâ zehant/ sô ist daz lant erbelôs Ottokar
öst. reimchr. 21906 MGH. ⟨1534⟩ wj dann ain erbenloser vatter gehabter kinder .. mangelt
in: Schwarzenberg
Cicero (1535)57a. 1678 der obverstanden erblose todtfahl Bertoldi war nicht allein die vrsach, warumben die graffschafft Tirol an die hertzogen von Sachsen kommen Brandis
ehren-kräntzel 1,90. ⟨1772⟩ die nachricht von dem tode des königs .., und von der zerrüttung, in welche das erbenlose reich dadurch gestürzt worden sey Wieland
I 9,224 ak. 1889 das recht des reiches auf erbloses gut Schröder
rechtsgesch. 513. 1930 die wirklichen thronfolgeaussichten seiner söhne bei einem erbelosen tode Philipps II. Brandi
ref. [1927]2,63. –
noch in wörterbüchern: 1983
Duden dt. universalwb. 358a.Rahnenführer