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elendiglich

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

elendiglich

elendiglich

elend Adj. ‘bedrückt durch Not, Armut, Unglück, ärmlich, leidend’. Das zusammengesetzte Adjektiv ahd. elilenti (8. Jh.), mhd. ellende ‘aus der Fremde kommend, nicht einheimisch’, substantiviert ‘Fremdling’, ferner ‘in der Fremde lebend, (aus der angeborenen Rechtsgemeinschaft) ausgewiesen, verbannt’, substantiviert ‘Vertriebener, Verbannter’, seit dem 11. Jh. auch ‘bedürftig, unglücklich, jammervoll’, asächs. elilendi, mnd. elende, aengl. ellende ist zu dem unter Land (s. d.) behandelten Wort gebildet, wie entsprechendes urnord. aljamarkiʀ ‘Fremder’ zu dem unter 1Mark (s. d.) dargestellten. Erstes Kompositionsglied ist der Pronominalstamm germ. *alja- ‘anderer’, der als Simplex in got. aljis ‘anderer’ erhalten ist, das mit gleichbed. griech. állos (ἄλλος), lat. alius (wozu lat. aliēnus ‘fremd’) auf ie. *ali̯os ‘anderer’ (adjektivische Ableitung von einem Adverb ie. *ali ‘dort’) zurückgeht. Das Adjektiv bezeichnet demnach eigentlich ‘den, dessen (Heimat)land ein anderes ist’ als das, in dem er sich (schutzlos) aufhält. In neuerer Sprache steht elend oft im Sinne von ‘gering, schlecht’ (elender Dichter, Schurke), auch lediglich als Verstärkung ‘sehr’ (es ist elend heiß). Aus dem Adjektiv entwickelt sich das Substantiv Elend n. ‘Not, Armut, Unglück’, ahd. elilenti ‘Fremde, Aufenthalt in der Fremde (im anderen Land), Heimatlosigkeit, Verbannung’ (9. Jh.), auch ‘leidvolles Dasein’ (um 1000), mhd. ellende, asächs. elilendi, mnd. elende, aengl. ellende. Noch im 18. Jh. begegnen Verwendungen, die die alte Bedeutung ‘Fremde’ resthaft bewahren (ins Elend gehen, schicken). elendig Adj., elendiglich Adj. (meist adverbial gebraucht) ‘elend, jämmerlich’, mhd. ellendec ‘fremd, jämmerlich’. Verelendung f. nach der Theorie von Marx gesetzmäßiger Prozeß der Verschlechterung der Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse im Kapitalismus (1867), häufig auch durch gleichbed. Verarmung, (Akkumulation von) Elend, Pauperismus ausgedrückt.
1943 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Elendiglichadv.

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    ≠ Elendiglich , adv. O. D. und meist veraltet für elend, elender Weise. Doch gebraucht es unter andern noch Wieland.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    elendiglich

    Goethe-Wörterbuch

    elendiglich jämmerlich, erbärmlich [ Amenaide: ] Soll ich nicht e. vergehn, | So muß ich fort .. | .. muß ihn [ Tancred …

  3. modern
    Dialekt
    elendiglich

    Schweizerisches Idiotikon

    elendiglich Band 1, Spalte 178 elendiglich 1,178

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit elendiglich

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Ableitung von elendiglich 2 Analysen

elendig + -lich

elendiglich leitet sich vom Lemma elendig ab mit Suffix -lich.

Alternativen: elend+-ig+-lich

Zerlegung von elendiglich 2 Komponenten

elend+iglich

elendiglich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — elendiglich kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „elendiglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/elendiglich/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „elendiglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/elendiglich/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „elendiglich". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/elendiglich/pfeifer_etym.
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