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Elen

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Elen

Bd. 5, Sp. 701
Elen (Elenhirsch, Elentier [vom lit. élnis, »Hirsch«], Elch [althochd. ëlaho], Alces H. Sm.), Gattung der Hirsche (Cervidae) mit der einzigen Art A. palmatus Gray (Cervus alces L., s. Tafel »Hirsche II«, Fig. 2). Das E. ist bis 2,9 m lang, 1,9 m hoch, mit etwa 10 cm langem Schwanz, bis 500 kg (gewöhnlich 300–400 kg) schwer, mit verhältnismäßig kurzem, dickem Leib, kurzem, starkem Hals, großem, langgestrecktem Kopf mit langer, dicker, aufgetriebener Schnauze, kleinen Augen, großen Ohren und beim Bock mit einem Geweih (s. Abbildung), das aus einer großen, dreieckigen, platten, schaufelförmigen, gefurchten Krone besteht, die am Rand mit zahlreichen Zacken besetzt ist und von kurzen, dicken, gerundeten Stangen auf kurzen Rosenstöcken getragen wird. Die Beine sind sehr hoch und stark, die Hufe schmal, tief gespalten; die Afterklauen berühren leicht den Boden. Die Behaarung ist lang, dicht, rötlichbraun, an der Nackenmähne, die sich auf Hals und Vorderbrust fortsetzt, und an den Kopfseiten glänzend dunkel schwarzbraun, an den Beinen weißlich aschgrau. Das E. lebt in morastigen Wäldern rudelweise, nährt sich von Rinden, Knospen und Blättern, namentlich von Weidenschößlingen, und ist der Waldkultur sehr schädlich, während es Getreide nur während des Schossens nimmt und Hafer, wenn er in Milch steht. Es trottet sehr schnell und ausdauernd, geht gern ins Wasser, ist weit weniger scheu als Edelwild, nimmt verwundet den Jäger ohne weiteres an und weiß sich auch der Wölfe zu erwehren. Die Brunstzeit fällt in den Ostseeländern in den August. Das Weibchen setzt im April oder Mai zwei Kälber, die es fast bis zur nächsten Brunstzeit befangen. In Europa findet sich das E. in den baltischen Niederungen, in Litauen, Kur- u. Livland, Finnland (Gouv. Wiborg), Schweden, Norwegen und an einigen Stellen Rußlands. Im ostpreußischen Forst Ibenhorst und Tawellningken bei Tilsit ist noch unter strengster Schonung ein Bestand von ca. 190 Stück und in einigen andern Oberförstereien des Regierungsbezirks Königsberg sind zusammen noch 150 Stück erhalten. In Asien bewohnt es viel zahlreicher alle ausgedehnten Wälder nördlich vom 50. Breitengrad bis an den Amur. Das nordamerikanische Moosetier (Orignal der Franzosen, A. americanus), dessen Artselbständigkeit mindestens zweifelhaft ist, hat tief eingeschnittene, weit stärkere und schwerere Geweihschaufeln (bis 40 kg) als unsre Elche. Es findet sich in Kanada, Neubraunschweig und an der Fundybai und wird dort eifrig gejagt, indem man es ins Wasser treibt und vom Boot aus erschlägt. Während man in Rußland das E. fast nur im Treiben mit Hunden oder Treibern jagt, wird in Skandinavien die Birsch mit dem Elchhunde bevorzugt, der am Riemen die Fährte des Wildes verfolgt und durch sein Benehmen dessen Nähe verrät. In Litauen ahmt der Jäger den Brunftschrei des Schauflers nach und lockt ihn dadurch in Schußnähe, während in Kanada dasselbe durch die Nachahmung des Locktons der brunftigen Tiere erreicht wird. Das Fleisch des Elens, besonders von jüngern Tieren, ist schmackhaft, steht aber dem des Rotwildes nach; die knorpeligen Stangen, Ohren und Zunge gelten bei den nördlichen Völkern als Leckerbissen, und die Haut gibt festes, weiches Leder, das wegen seiner Widerstandsfähigkeit gegen Geschosse früher sehr gesucht war. Gustav Adolf trug bei Lützen ein Koller von Elenhaut. Sämisch gegerbtes Fell liefert weiche Decken. Die Knochen sind fest und weiß, lassen sich wie Elfenbein verarbeiten und vergilben nicht. Auch das Geweih ist für verschiedene technische Zwecke brauchbar. Die Klauen dienten früher als Heilmittel gegen Epilepsie, und Halsbänder davon wurden Kindern als Amulette gegen jenes Übel umgehängt. Das E. war in alter Zeit in Deutschland weitverbreitet und häufig. Cäsar spricht von seinem Vorkommen im Herzynischen Wald; in der Zeit zwischen 238 und 244 n. Chr. wurden zehn Tiere nach Rom gebracht, und Aurelian ließ sich mehrere in seinem Triumphzug voranführen. Im Mittelalter wird das Tier oft erwähnt, auch im Nibelungenlied neben dem Schelch (Riesenhirsch), Wisent und Auerochsen, die sämtlich im Wasgenwald vorkamen. Unter Otto d. Gr. wird das E. als Elo oder Schelo in einer Urkunde erwähnt, ebenso noch unter Konrad II. 1025. Olaus Magnus gab die ersten nähern Nachrichten über das E. Nach Kantzow lebte es 1530 auf den pommerschen Heiden; in Sachsen wurde das letzte E. 1746 erlegt, und in Schlesien, vielleicht auch in Pommern, hielt es sich noch 30 Jahre länger. In Ostpreußen war es damals noch weitverbreitet, aber nach dem Siebenjährigen Krieg erging schon ein Gebot zur Schonung des Elchwildstandes. Vgl. Brandt, Beiträge zur Naturgeschichte des Elens (Petersb. 1870); Altum, Die Geweihbildung des Elchhirsches (Berl. 1874); Czynk, Dombrowski u. a., Die hohe Jagd (das. 1898).
4784 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    elenN.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    elen , N. nhd. „Elen“, Elch Hw.: vgl. mnl. elen, mnd. elent Q.: Marner (13. Jh.) E.: s. lit. élnis, M., Hirsch, Elch; id…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    elenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    elen , elend , n. , besser m. cervus alces, es ist übel, dasz dieser, allem anschein nach, Slaven abgesehne name, unsern…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Elen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Elen ( Elenhirsch, Elentier [vom lit. élnis , »Hirsch«], Elch [althochd. ëlaho ], Alces H. Sm .), Gattung der Hirsche ( …

  4. modern
    Dialekt
    elen

    Nachträge (Rheinisch)

    elen = irden s. bei Erde.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit elen

2.549 Bildungen · 174 Erstglied · 2.372 Zweitglied · 3 Ableitungen

elen‑ als Erstglied (30 von 174)

Elenchtig

Idiotikon

Elenchtig Band 1, Spalte 178 Elenchtig 1,178

Elénchus

Meyers

Elénchus (griech.), Gegenbeweis, Widerlegung, Rüge; daher Elénktik , Überführungs- und Widerlegungskunst, beabsichtigt eine bessere Belehrun…

elenclīche

KöblerMhd

elenclīche , Adv. Vw.: s. alinclīche

Elend II

Idiotikon

Elend II Band 1, Spalte 178 Elend II 1,178

Elend III

Idiotikon

Elend III Band 1, Spalte 178 Elend III 1,178

Elend(s)tier

Idiotikon

Elend(s)tier Band 13, Spalte 1221 Elend(s)tier 13,1221

elend

FWB

1. ›Fremde, außerhalb des gewohnten Lebensraumes (des seinen, des erbvaterlandes, des standes, des klosters, der stat, von vater und mutter)…

Elend (Adj.)

Wander

Elend (Adj.) Elend (Adj.). 1. Der ist recht elend, der sein Elend nicht verbergen kann. Dän. : Den er ret elendig, som ei kand skjule eller …

Elende

Campe

≠ Elende , adj. u. adv. eine verwerfliche Form für elend.

Elende (der)

Wander

elend·eder

Elende (der) 1. Der elend ist auch vnbegraben todt. – Henisch, 873. 2. Der Elend ist vnbegraben. – Lehmann, II, 62, 103. 3. Der Elende gehet…

elende, ellende

LW

elende·ellende

elende, ellende, n. 1. die Fremde, das Wohnen im fremden Lande, Verbannung, Heimatlosigkeit. 2. Elend, Trübsal. — Als fem. auch: Einöde, Wüs…

elendegōt

KöblerMnd

elendegōt , N. nhd. erbloses Gut des Fremden E.: s. elende (2), gōt (2) L.: MndHwb 1, 527 (elendegôt)

elendeis

DWB

elen·deis

elendeis , n.? das ungläublich grosz urthier, welches den Gargantua trug und im groszen forst mit seinem schwanz alle bäume, stock und staud…

elenden

DWB

elen·den

elenden , exulare, peregrinari, ins elend gehn, ahd. elilentôn, ellendôn, mhd. ellenden: dise ding spricht Jacob dein bruder, ich hab geelle…

elenden

FWB

1. ›sich von einem bestimmten Status lösen und einen anderen annehmen‹ (allgemein); meist speziell: ›sich in ein anderes Land begeben, sich …

elendenambacht

KöblerMnd

elenden·ambacht

elendenambacht , N. nhd. Amt das für die Heimatlosen zu sorgen hat E.: s. elende (3), ambacht L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü 94b (elen…

elendenbrodere

KöblerMnd

elendenbrodere , M. Vw.: s. elendenbrōder

elendenbrōder

KöblerMnd

elendenbrōder , M. nhd. Bruder der Elendengilde Hw.: s. elendesbrōder E.: s. elende (3), brōder L.: MndHwb 1, 527 (elende/elendenbrōder), Lü…

elendenbrȫderschop

KöblerMnd

elenden·brȫderschop

elendenbrȫderschop , F. nhd. Elendenbrüderschaft, Amt zur Unterstützung der Heimatlosen, Brüderschaft zur Unterstützung der Heimatlosen E.: …

elendenbōle

KöblerMnd

elendenbōle , M. nhd. Bruder der Elendengilde Hw.: s. elendesbōle E.: s. elende (3), bōle (2) L.: MndHwb 1, 527 (elende/elendenbôle)

elendengilde

KöblerMnd

elenden·gilde

elendengilde , F., N. nhd. Gilde für die Elenden zur Unterstützung der Fremden E.: s. elende (3), gilde L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü…

elendenhûs

MNWB

elenden·hus

elendenhûs , elende hûs , gasthûs , der elenden manne hûs Hospital für sieche elende, Krankenhaus, Leprosenhaus.

elen als Zweitglied (30 von 2.372)

aberīselen

KöblerMhd

*aberīselen , V. nhd. „abreiseln“ E.: s. aberīsel

behagelen

KöblerMhd

*behagelen , Adj. nhd. wohlgefällig sein (V.) Hw.: s. behagelet E.: s. behagen W.: nhd. (ält.) behageln, Adj., behageln, DW 1, 1318

beknüppelen

KöblerMnd

*beknüppelen , sw. V. nhd. verknüppeln, mit Klöppelspitzen verzieren Hw.: s. unbeknüppelet E.: s. be, knüppelen

bekrunkelen

KöblerMnd

*bekrunkelen , sw. V. nhd. faltig machen Hw.: s. bekrunkelet E.: s. be, krunkelen

bemangelen

KöblerMnd

*bemangelen , sw. V. nhd. einschränken Hw.: s. bemangelet E.: s. be, mangelen (1)

bemākelen

KöblerMnd

*bemākelen , sw. V. nhd. beeinflussen Hw.: s. *bemākelet? E.: s. be, mākelen (1)

besoddelen

KöblerMnd

*besoddelen , sw. V. nhd. besudeln Hw.: s. besoddelt E.: s. be, ?

bewortelen

KöblerMnd

*bewortelen , sw. V. nhd. fest verwurzelt sein (V.), verwurzeln, Wurzel fassen Hw.: s. bewortelet; vgl. mhd. bewurzelen, mnl. bewortelen E.:…

bördelen

KöblerMnd

*bördelen , sw. V. nhd. mit einem Saum (M.) (1) einfassen, umsäumen Vw.: s. in- E.: s. bōrde (1)

bürgelen

KöblerMhd

*bürgelen , sw. V. nhd. bürgen Vw.: s. ver- E.: s. bürgen W.: nhd. DW-

bīgeselen

KöblerMhd

*bīgeselen , V. nhd. „beigesellen“ E.: s. bī, gesellen W.: nhd. beigesellen, sw. V., beigesellen, DW 1, 1372, DW2 4, 757

bōdelen

KöblerMnd

*bōdelen , sw. V. nhd. Grundbesitz übergeben (V.), bewegliches Vermögen übertragen (V.) Vw.: s. ūt- E.: s. bōdel

dammelen

KöblerMhd

*dammelen , sw. V. nhd. verdammen Vw.: s. ver- E.: s. damnen W.: nhd. DW2-

dinkelen

KöblerMhd

*dinkelen , V. nhd. „(?)“ Hw.: s. gedinkelet* E.: s. dinkel

erviselen

KöblerMhd

*erviselen , V. nhd. „enthülsen“ Hw.: s. erviselunge E.: s. er, viselen

erwelen?

KöblerMhd

*erwelen? , (subst. Inf.=)st. N. nhd. Erwählen, Wählen, Bestimmen Vw.: s. ūz- E.: s. erwelen (1) W.: nhd. Erwählen, N., Erwählen, DW2 8, 226…

firmelen

KöblerMhd

*firmelen , V. nhd. firmen Hw.: s. firmelunge; vgl. mnd. fermelen E.: s. firme (2) W.: nhd. DW2-

forhelen

KöblerAfries

*forhelen , Adj. Vw.: s. un- E.: s. for- (1), *helen L.: Hh 118a

gespüelen

KöblerMhd

*gespüelen , sw. V. Vw.: s. abe- E.: s. ge, spüelen W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 925 (gespüelen), Benecke/Müller/Zarncke II/2, 554b (gespüele…

gesāmelen

KöblerMnd

*gesāmelen , sw. V. nhd. sammeln, versammeln Vw.: s. in- Hw.: s. gesāmelinge, gesāmenen, gesāmen E.: s. ge, sāmelen

gezobelen

KöblerMhd

*gezobelen , V. nhd. mit Zobel besetzen (V.) E.: s. ge, zobelen W.: nhd. DW-

geöugelen

KöblerMhd

*geöugelen , V. nhd. mit Augen besetzen (V.) E.: s. ge, öugelen W.: nhd. DW-

gungelen

KöblerMnd

*gungelen , sw. V. nhd. betteln Hw.: s. gungelære E.: Herkunft ungeklärt?

hasselen

KöblerMnd

*hasselen , Adj.? nhd. „Hasel...“ Hw.: s. hasselenbōm, hasselenbusch, hasselenholt, hasselenhōn, hasselenhorst, hasselenlōf, hasselenmīs, ha…

helen

KöblerAfries

*helen , Adj. Vw.: s. *for-, unfor- E.: s. hela L.: Hh 118a

hoppenhandelen

KöblerMnd

*hoppenhandelen , V. nhd. mit Hopfen handeln Hw.: s. hoppenhandelinge E.: s. hoppe (1), handelen

hummelen

KöblerMnd

*hummelen , sw. V. nhd. „hummen“, summen Hw.: s. hummele E.: s. hummel

hupfelen

KöblerMhd

*hupfelen , sw. V. Vw.: s. ent- E.: s. hupfen (1)

hutelen

KöblerMnd

*hutelen , sw. V. nhd. hüten, verbergen Hw.: s. hutelære, hudelen E.: s. hudelen

Ableitungen von elen (3 von 3)

Beelen

WWB

Beelen ON Kr. Warendorf. Ortsneckereien (alle nach Büld 103): „ Beilske Ruschuocken (Rauhbeine)“ ( Wdf Gf Hw Of ), „ Beilske Sandhasen “ ( W…

Elêne

BMZ

Elêne s. Helêne.

entelen

KöblerMnd

entelen , Adv. Vw.: s. ēntelen

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „elen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/elen/meyers?formid=E02161
MLA
Cotta, Marcel. „elen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/elen/meyers?formid=E02161. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „elen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/elen/meyers?formid=E02161.
BibTeX
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