Einmahl,
adv. aus ein, dem Zahl= und Deuteworte und
Mahl zusammengesetzt. 1) Mit ein, dem Zahlworte zusammengesetzt, hat es den Ton auf ein, und wird dem mehr, öfter entgegengesetzt. Ih bin in meinem Leben nur Einmahl da gewesen. Man lebt nur Einmahl. Das habe ich mehr als Einmahl erfahren. »It das mein Freund, dem ich mehr als Einmahl mein Haus und mein Vermögen angeboten habe?« Gellert. »Also fielen diese sieben auf Einmahl.« 2 Sam. 21, 9. Einmahl eins ist eins. Dann, Х schnell, plötzlich, unvermuthet. Wir waren sehr vergnügt, auf Einmahl störte unser Vergnügen ein Feuerlärm, wofür im
N. D. auch mit Einmahl, mit Eins gesagt wird. Einmahl für alle Mahl, oder Ein für alle Mahl, ein Ausdruck, den Nachdruck bei einem Befehle, Verbote, bei einer Versicherung zu verstärken, um es nicht mehrere Mahl wiederholen zu dürfen. Ih befehle dirs Ein für alle Mahl. Es ist Ein für alle Mahl verboten. I andern Fällen ist Einmahl nicht das Umstandswort, sondern ein ist dann das Zahl= und Beilegungswort, welches mit dem Grundworte Mahl verbunden, dann mit diesem umgeendet, und füglicher getrennt wird. Auf das Eine Mahl wird es ja nicht ankommen. Mit Einem Mahl läßt sich das nicht übersehen. S. Mahl. Oft wird einmahl ohne diesen bestimmten Begriff, und nur um eines besondern Nachdrucks und der Ründe der Rede wegen gesetzt, wo ein auch den Ton verliert. Es ist nun einmahl nicht anders. Was einmahl geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden. Da ich es einmahl angefangen habe, will ich es auch vollenden. Er will es nun einmahl so haben. Häufig kömmt es auch in Beziehung auf ein andres Mahl vor, wo es vollständiger das eine Mahl heißen müßte, und also richtiger getrennt geschrieben wird. »Ein Mahl reden sie so verliebt, daß man erschrickt, und das andere Mahl so gleichgültig, als wenn sie mich zum ersten Mahle sähen.« Gellert. Ein Mahl spricht er so, das andere Mahl anders. 2) Mit ein, dem unbestimmenden Deuteworte zusammengesetzt, wo es den Ton auf der letzten Silbe hat, und eine unbestimmte Zeit, sowol eine vergangene, als zukünftige und gegenwärtige bezeichnet. (1) Eine vergangene unbestimmte Zeit. Es war einmahl ein Mann. Ih habe einmahl etwas davon gehört. (2) Eine zukünftige unbestimmte Zeit. Wenn ich einmahl wieder bei euch sein werde. »Was wird ihr Herz empfinden, wenn es sich einmahl von ihm trennen soll?« Gellert. (3) Eine gegenwärtige gewissermaßen unbestimmte Zeit, da die eigentliche bestimmte schon vorbei ist. Kömmst du endlich einmahl? Endlich einmahl ist er fertig. Oft wird es auch nur des Nachdrucks wegen in der vertraulichen Sprechart gesetzt. Stellen Sie sich einmahl das Unglück vor. Komm doch einmahl her. Das soll einmahl eine Freude sein. (4) Oft wird es auch zu Verneinungen gesetzt, um diese zu verstärken. Ih habe es nicht einmahl gehört, und soll es nicht wieder sagen. »Und hatte nicht einmahl sauer dazu gesehen.« 1 Sam. 3, 13. »Ach ich mag nicht einmahl sagen, was er sagt.« Weiße. Das alles sagst du mir, und wirst nicht einmahl roth? Gellert. (5) Fehlerhaft wird einmahl zuweilen auch für erstens, erstlich gebraucht.