Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
duoder
‚dorthin‘. In dem Vers Eiris sazun idisi, sazun
hera duoder ist duoder hinter dem Adv. hera
‚hierhin‘ebenfalls am besten als Richtungsadv.
zu deuten:
‚Einst setzten sich Frauen, setzten. Stabträger im Halbvers
sich hierhin, dorthin‘
A sind eiris und idisi und im Halbvers B hera,
wobei entgegen den sonstigen Regeln der alt-
germ. Metrik anlautendes h den vokalischen
Stab anscheinend nicht verhindert (E. Sievers,
Altgerm. Metrik [Halle, 1893] § 138). Die be-
tonte Variante duo
‚da‘von dô (s. d.) ist mit ei-
nem aus dar geschwächten der
‚dahin‘(→ dâr)
verbunden. Da dô, duo im Ahd. sonst tempo-
rale Bedeutung hat, ist anzunehmen, daß die
Zusammenrückung duoder eine Fortsetzung
des temporal oder lokal noch undifferenzier-
ten Adv. urgerm. *þōn (zu weiteren möglichen
Vorformen s. dô) enthält, die durch Verbin-
dung mit dem Lokaladv. *þar ebenfalls zum
Lokaladv. wurde. Dagegen fungieren die Fü-
gungen do de/ dar (Tatian 104, 3 tho the stigun
... tho, 208, 4 thode oder Wess. Gebet 6 do dar
‚cum‘) als temporale nebensatzeinleitende
Konjunktionen.