dumpfig,
dumpficht dümpfig,
adj. und adv. wie dumpf,
doch zeigt es sich früher. niederd. dumpig, dumstig
Brem. wörterb. 1, 271.
fries. tumpicht Outzen 367,
und so setzt auch Steinbach tumpicht
an 2, 881, duffig
Brem. wörterb. 1, 265. Schambach 50
b.
man verbindet duffig
und dump
zur bezeichnung des dichten nebels, et is sau duffig und sau dump upn holte Schambach 313
b.
niederl. dompig.
vergl. dampfig dämpfig. 11.
dunstig, feucht, womit häufig dunkelheit und moderiger geruch oder geschmack verbunden ist, schwül. eine dumpfige kammer,
wo die luft nicht frisch und rein ist. ein dumpfiger keller
cella humida Frisch 1, 210
c. es riecht dumpfig als etwas das an einem feuchten ort gelegen
das. das brot schmeckt dumpfig, es ist aus dumpfigem mehl gebacken. der dumpfige geruch des ortes fieng an ihr beschwerlich zu werden Wieland 27, 279. die luft im gewölbe war schwer und dumpficht Klinger 3, 198. es ist so schwül, so dumpfig hie, und ist doch eben so warm nicht drausz Göthe 12, 141. es war sehr schwül, und die frauenzimmer äuszerten ihre besorgnis wegen eines gewitters, das sich in weiszgrauen dumpfichten wölkchen rings am horizonte zusammen zu ziehen schien 16, 26. wer ungeweiht, wer fremd ist dem heiligen, nimmer gemeinsam hat er das loos, auch ein todter im dumpfigen wuste des nachtreichs. Voss
Hymne an Demeter 484. schnell fuhr aus dumpfigem schlafe die jungfrau, blickte verstört ringsum und seufzete tief aus dem herzen. Voss
Luise 2, 580 (
letzte ausgabe),
in ihrer kammer nemlich hatten duftende blumen gestanden. wo des todes odem dumpfig säuselt, schauerluft die starren locken aufwärts kräuselt. Schiller
Schlimme monarchen in der Anthologie 1782. wir haben des schönen lebens öde küste nur wie ein umirrend räubervolk befahren, das, in sein dumpfig schiff gepreszt, im wüsten meer mit wüsten sitten haust. Schiller 336
a.
uneigentlich. denn zu haus ist dort die philisternatur und die dumpfige stubengelahrtheit, die düster und stier, mit der pfeif im mund, ein verdrieszliches maul zieht. Platen 275. 22.
schimmelig situlentus Schottelius 1306. Rädlein 204
b Frisch 1, 210
c.
auch im niederl. hat es diese bedeutung. die waaren sind in dem gewölbe dumpfig geworden Stieler 277. 33.
engbrüstig, kurzathmig, schnupfig, niederd. dümpsch Schambach 51
a. so thut om die brust weh, der hust und die lunge, und er ist dumpfig und ritig (
fieberhaft)
Handschriftliches gebetbüchlein wol aus dem 16
ten jh. bei Oberlin 260. ein dumpfig pferd Rädlein 204
b. er ist dümpfig, wolt sich gern laben, seim leib ein frisches erdrich haben. Eyring 1, 566. er ist gar ein dümpfiger man, geht stäts und bilt den kirchhof
an. 2, 245.
es heiszt auch heiser, denn ein dümfiger geruch in einer feuchten kammer besetzt die brust und hindert am athmen
Brem. wörterb. 1, 271. 44.
gedämpft, aber tieftönend. canonen, wegen eines starken südwestwindes sehr dumpfig knalleten
Felsenburg 2, 1. inmittelst fiel uns dieses, als etwas recht erschröckliches, in die ohren dasz bei ihrer ersten begegnung der geist des don Juans mit einer gräszlichen und dumpfigten stimme dem angekommenen also entgegen rief 'wer da? wer bist du?' 4, 333. verschiedene (
stiere) taumeln in höhlen und brüllen dumpficht heraus. E. v. Kleist 2, 28. der klüfte schlund brüllt dumpfigt 2, 119. disz zeugte den dumpfigten schall im bauch der eichen
ders. in weiter ferne tönten die frohen jagdhörner dumpfigt zu mir herüber Gerstenberg
Tändeleien 37. der pfarrer der aufs tanzen schalt und filz und wuchrer war, steht nachts als schwarze spuckgestalt um zwölf uhr am altar: pauckt dann mit dumpfigem geschrei die kanzel dasz es gellt Hölty
Ged. 43. schwermuthsvoll und dumpfig hallt geläute vom bemoosten kirchenthurm herab. 161. des raschen gespanns dumpfig erklappernder huf Salis 108. wenn das dorfgeläute dumpfig aus der weite durch der wipfel dämmrung hallt. Matthisson
Ged. 129. die thürme der verödeten abtei entragen schauervoll im bleichen licht dem wildernden gesträuch der felsenbai, wo dumpfig sich die matte woge bricht. 116. Fiesco zürnt sie dumpfig an 'du verhaszte!' Schiller 177
b. dumpfig und wie bienensummen klingt der glocken festgeläute. Heine
Buch der lieder 64.