Wossidia
düüster düster, dunkel, finster, trübe, meist im Gegensatz zu hell 1. tenebricosus 'dster' Chytr. 19; furvus 'dster, dster schwart' 520; Mi 19
a a. der Grad der Dunkelheit wird durch Zss. und Vergleiche veranschaulicht: balken-, bickbalken-, bräken-, dickenbalken-, gnätern-, himmelbalken-, himmelstickenstiernbalken-, picken-, raben-, späuken-, stiernbalken-, sticken-, stickenbalken-, stickenhimmel-, stockenstiern-, stoff-, swart-, swarthimmel-, wulkendüüster; düüster as in 'n Sack RoRostock@KlockenhagenKlock; MaMalchin@GnoienGnoi; Hey. Kam. 193; as in 'n Keller StaStargard@WulkenzinWulk; as bi 'n Deuwel in de Höll RoRostock@RibnitzRibn;
as midden in 'n Noors PaParchim@DobbertinDobb;
hier is 't düüster as inne oll Koh StaStargard@FriedlandFriedl; Jeppe 45; as wenn 't Hemd in 'n Noors sitt HaHagenow@RedefinRed; so düüster, as wenn man in 'n Hunn'noors kickt STaGramm; ... in 'n Räukerwiem ... Müll.-Friese 80; auch tau 'n Gripen düüster PaParchim@DobbertinDobb. b. in Rdaa. oft von dunklen Gelassen,
z. B. im Beispielssprichw.: hier is 't düüster, säd' Glaser Plötz, dor set he mit 'n Kopp in de Torfkul Wo. Sa.; hier is 't œwer düüster, hadd' de Fleig' seggt, wir in 'n Swartsuerpott follen LuLudwigslust@DütschowDütsch; hier lett dat bannig düüster, säd' de Fleeg', dor stek de Jung' ehr int Blackfatt Ro; zum Essen ermuntert: ümmer sluck dal, in 'n Buk is 't düüster PaParchim@BurowBur; derb: in 'n Noors is 't düüster, un mank de Been is 't stiernklor Wi; Kindern droht man: du kümmst int düüster Lock LuLudwigslust@NeustadtNeust; MaMalchin@GnoienGnoi; im Volksreim: De Schufut up den düüstern Bœhn Dat wir de Brut ehr Süstersœhn Wo.
V. 2, 1534; 1606; Wur vör? wur vör? Vör de düüster Kamerdör 1578; 'Ock konden se damit dat Hensken hübsch vertüssen, Dat under dissem schuer im düstern keller lach' (im Mutterleibe) Laur. Schg. 2, 765; von atmosphärischen Erscheinungen: dat stiggt so düüster up Wi; dei Sünn würd düüster Luk. 23, 45; Hans, treck de Brauk up, Kümmt ne düster Wulk up RoRostock@KlockenhagenKlock;
s. Brauk
2 (1, 1122); auch von sehr schmutziger Wäsche: dat is, as wenn ne düüster Wulk rupkümmt StaStargard@WulkenzinWulk; Volkstanz: Nimm mi mit in 'n düstern Schatten Hey. Buerh. 122; weiterhin: dat Füer düüster maken das zu heiße Schmiedefeuer mit dem Löschquast dämpfen PaParchim@GoldbergGoldb; dee hett düüster maakt ist gestorben GüGüstrow@BützowBütz; dee maakt bald düüster geht dem Bankerott entgegen, muß seinen Laden schließen RoRostock@BörgerendeBörg; einen den helligen Dag düüster maken ihm das Leben erschweren HaHagenow@RedefinRed; PaParchim@DobbertinDobb; Wa; Quitz. 3, 89. c. in 'n Düüstern und ähnl.: 'im Dustern' (1639) Beitr. Rost. 3, 2, 97; in 'n Düüstern is got smüüstern, œwer keen god' Flöhfangen Ro; Wa; in 'n Düüstern is got flüstern GüGüstrow@LaageLaage; in 'n Düüstern is got klüüstern, œwer keen god' Schohflicken Sta Stargard@TriepkendorfTriepk; in 'n Düüstern sünd alle Katten gris RoRostock@RibnitzRibn; SchöSchönberg@DemernDem; MaMalchin@GnoienGnoi; denn' mücht ick ok nich alleen in 'n Düüstern begegen Ro Rostock@RibnitzRibn; Ausruf des Erstaunens: Gottsschock in 'n Düüstern, Moses, wat hett Jakob för lang' Been! Wa; ein unscheinbarer Mensch maakt sick as de swart Katt in 'n Düüstern WiWismar@PoelPoel; ... de swart Raw ... WaWaren@WredenhagenWred; die Schwätzerin
zawwelt in 'n Düüstern SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; oft vom Überklugen: dee kann Gras wassen hüren in 'n Düüstern RoRostock@DoberanDob; dei kann in 'n Düüstern ut 't Finster kiken WaWaren@JabelJab; dei kann in 'n Düüstern in de Stuw schiten HaHagenow@RedefinRed; dei is so klauk, kann in 'n Düüstern denken GüGüstrow@SchwaanSchwaan; ..., kann Kattenschit in 'n Düüstern rüken HaHagenow@RedefinRed; SchwSchwerin@PampowPamp; MaMalchin@GnoienGnoi; büst so klauk, kannst in 'n Düüstern in 'n Schäpel schiten, bruukst keinen Trechter MaMalchin@GielowGiel; ..., kannst Piermaden in 'n Düüstern blaffen hüren WaWaren@RöbelRöb; ..., kannst in 'n Düüstern 'n Stutenbodding upäten MaMalchin@GnoienGnoi; derb abweisend: du hest Daten dan as Schultentrin, dee hett in 'n Düüstern inne Stuw kackt Ro; wer gaut leigen kann, kann in 'n Düüstern kiken RoRostock@RibnitzRibn; daher warnend: vör denn' nimm di in Acht, dei kann in 'n Düüstern kiken ebda; den Kater in 'n Düüstern knipen (im Geheimen ein ausschweifendes Leben führen): Zinck Lustsp. 28; dat Spill in 'n Düüstern spälen ohne den Blinden beim Kartenspiel aufzudecken Ro Rostock@KühlungsbornKühl; scherzhaft bei einbrechender Dunkelheit: Mine, stick Licht an, oder ick starw in 'n Düüstern WaWaren@MalchowMalch; 'Worm scholde wi den unse schmucke Titten Verbergen un laten in dstern sitten?' Laur. Schg. 2, 70; Jürgen im Düstern Dummkopf Mantz. Ruh. 7, 32; ebenso:
Anna Mariek in 'n Düüstern Ro; ick bün
dumm Ann in 'n Düüstern Wa;
s. Anna; auf die Frage wer is dat? erfolgt die Antwort: wer kennt anner Lüd' ehr Kinner, dei in 'n Düüstern maakt sünd HaHagenow@BelschBelsch; übertr. von einem dunklen Geschäft: dat wir mi so in 'n Düüstern ich traute der Sache nicht RoRostock@KühlungsbornKühl; von einer ungewissen Erinnerung: in 'n Düüstern is mi dat, as wenn ick dat kennen ded' WaWaren@PenzlinPenzl; GKelle; einen in 'n Düüstern hollen in Ungewißheit StaStargard@NeuendorfNeuend; gah ut 'n Düüstern geh aus dem Licht Ro Rostock@AltheideAHeide; bet Düüsterwarden (bis zum Einbruch der Dunkelheit) Stillfr. Köst. 2, 73; der Dummkopf weit von Gott kein Düüsterwarden HaHagenow@RedefinRed; weit von 'n (von sinen) helligen Dag kein Düüsterwarden SchöSchönberg@KlützKlütz; MaMalchin@GnoienGnoi.
d. bes. Bedeutungen; von Örtlichkeiten einsam: dee läwt so in 'n Düüstern in einer öden Gegend Wa; unheimlich: 'De dar sytten an desser dusteren grunt' Red. Ost. 274; auf geistigem Gebiet dumm:
dee is düüster StaStargard@UserinUser; Trin Düüster dummes Frauenzimmer HaHagenow@RedefinRed; auch Fiken Düüstern Wa; dat düüster Vierteljohr des Neugeborenen Lu;
s. dumm; schwer verständlich: 'Forstenbreve sind duster to lesen vam gemeinen man' Dietr.
V. Lohe 24; sin Red wir ehr tau düster Luk. 18, 34; vom Gemütsleben schwer, trübe: Liggt 't em so düster up den Sinn, As hadd hei Gott un Welt verraden Reut. 5, 354; he iß ümmer so düster Mantz. Ruh. 7, 33. 2. Aberglaube: in eine neue Dienststelle sall man in 'n Düüstern tautrecken, denn ward einen dat Johr nich lang mehrf.; wenn de Twölften gaut düüster sünd, warden de Schüüns ok düüster
d. h. dann gibt es eine gute Ernte WaWaren@MalchowMalch. 3. FN.: in 'n Düüstern; düüster Barg, Brauk, Busch, Döns, Duurn, Grund, Hoff, Holt, Hop, Horst, Kamer, Kul, Rie, See, Soll, Wisch, Weg, Woold; ut de düüster Bäk kamen de Jungens, de Dierns kamen ut de hell Bäk WaWaren@ZislowZisl; PN. 'Hinricus Dusterwolt' (WaWaren@GrüssowGrüss 1294) UB. 3, 543. — Mnd. dster. — Br. Wb. 1, 277; Dä. 93
a; Kü. 1, 396; Me. 1, 947; Schu. 29; Teu. 1, 72.