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dütsch

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ElsWB
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Eintrag · Elsässisches Wb.

dütsch

Bd. 2, Sp. 733b
dütsch, deütsch [tit fast allg.; tæìt N.] Adj. 1. deutsch. ‘Schweizer, Schwaben, Rheinländer durchkreuzten sich in ihren Trachten; hier klang es deutsch, dort ditsch; alles war Leben und Wechsel ..’ berichtet E. Stöber in seiner historischen Skizze »Die Züricher in Strassburg, oder das grosse Freischiessen und der Hirsebrei« Stöber III 71. ‘Treuherzigs Ditsch in Sprooch un Sitte’ ebd. VI. ‘So lang ze Strossburj ’s Münster steht In siner alte Majestät, Het ’s Ditsch in Stadt un Land rejiert, In Sitte, Sprooch un Sinn floriert’ ebd. ‘Mer redde dytsch; d'Kindskinder noch, In viele hundert Johre, Redde mit Freud iehr Muedersprooch, Nein, nie geht die verlore’ K. Bernhard im letzten Stück seiner Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856.. s. auch Sprach. ‘Mir sprechen hochdeütsch, Mir parlieren französisch Und redden ditsch’ s. parlieren. ‘Wir (Elsässer) reden deutsch’ Erw. 1838, 34 ff. u. Vorrede von Prof. Ed. Reuss zu den Gedichten des Strassburger Drechslermeisters Daniel Hirtz 1. Aufl. 1838. ‘Wie d’ Vätter in der alte Zit So redde mier au Ditsch noch hit’ Ad. Stöber im Schlüssele zuem Schatzkästel Schk. V. ‘I red halt wie ’s in Strossburj üebli ... Mer singe ditschi Lieder hiwwe Am Rhin, wie unsri Brüeder driwwe’ sagt die Ill zu der Wiese an Hebel's hundertjähriger Geburtstagsfeier am 10. 5. 1860 Ad. Stöber Schk. 67. ‘So lang noch steht der Münsterthurm ... Soll ditscher Gsang im Elsass lewe’ Schk. VI. ‘Mer saad, s dytsch isch gemein, trivial, for ’s Lumpepack! Un wer diss saad, der meint, er hett de beste Gschmack. Mer saad: Viel Köpf, viel Sinn, au Unsinn viel derzue’ Karl Bernhard Schk. 13. Im Str. Wochenbl. 1882 Nr. 78 erzählt der Monatschronist von den Eheerlebnissen einer Frau, die ‘us em Innere Frankrich isch gsin un d’ ditsch Sproch nur so ghackt het, wie mer saat’. Rda. Er ist drei Wuchen uf dem Nochbersdorf (Var. im Wëlschland) gewësen, jetz kann er nimmi ditsch Ingenh. Es ist kurjos, dass manche Lit nimmehr ditsch können, wann sie-n-e Johr in Baris gewësen sind! Lützelstn. Verächtlich blickte man auf den, der aus Frankreich heimkommend, seine gute alte Muttersprache nicht mehr recht konnte; der »alt Strossburjer« ruft: ‘Un Er, wo kummt Er häre? Er kann jo nimm guet dytsch’ Aug. Lamey 1856. ‘Red’ d'r Herr ditsch, d’ Lit kènnte sunst meine, m'r hèwe's mit'nander. Ièhr sinn jo vo Colmer unn kénne so guèt ditsch ass mièr’ sagte kurz nach dem Anschluss der Republik Mülhausen an die Republik Frankreich der Friedensrichter zu einem Kläger Stöber Mäder 44. Wird ein Junge zum ersten Mal auf einen weiteren Gang in eine unbekannte Gegend ausgeschickt, so wird ihm der Rat erteilt: Wënn den Wëj nimmer weist, ze fröjst (od. ze kannst jo fröjen), s ist jo ditsch Dunzenh. Ingenh. Mer kannt jo frogen, s ist ditsch Ruf. M. 2. offen und frei heraus, deutlich, grob, derb. Ich hab s dëm Lump ditsch in s Gesicht geseit Liebsd. Bf. Ingw. Eppis ditsch usen sagen, od. in s Gesicht sagen, in s Gefräss sagen; Var. Einem eppis ditsch ewëg sagen Ruf. s einem ditsch sagen Obhergh. Dem how ich s ditsch von der Brust ewëg geseit! ich habe ihm gehörig meine Meinung gesagt Dunzenh. ‘I bin e hiesi's Burjerskind! Un zell isch halt min Lust; Was fremd isch, schla i in de Wind, I sa's ditsch von der Brust’ E. Stöber Schk. 20. Ich hab's ihm deitsch annen gesagt! Ndrröd. Ich sag s ditsch herus! Str. ‘frey Teutsch herauss reden wie es mir vmb das Hertze ist’ Mosch. I 350. Ditsch mit einem reden Ruf. Hunaw. Dis ist jetz ditsch geredet! Bf. ‘es möchte doch wz daran seyn, weil du so Teutsch herauss redest’ Mosch. II 60. ‘s isch ehrli ditsch gemeint un gsaat, ‘s Herz spüert mer, wie's bim Redde schlaat’ Schk. V. 3. Rda. Uf dem ditschen Boden gehn mit zerrissenem Schuhzeug einhergehn Ruf. Bf. K. Z. (vor 1870 sagte man uf dem französischen Boden Ruf., so auch jetzt noch Betschd.). Wenn zwei oder mehrere Personen in eine Wirtschaft kommen und jeder bestellt etwas Besonderes, so sagt man verächtlich: Sie machen s uf der ditsch Moden Ruf. ‘ditscher Michel dummer Deutscher Str. Ulrich. Vgl. Turne. s. auch Polka. Zss. Dütschland, –länder, –wind. Bayer. 555.
4251 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dü̑tsch

    Mittelniederdeutsches Wb.

    dü̑tsch s. dü̑desch.

  2. modern
    Dialekt
    Dütsch

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Dütsch m. 1. der Deutsche, Altdeutsche, Kollektivbezeichnung für die Deutschen Obhergh. K. Z. Ëmeise n , d Dütsche n kom…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duetsch

7 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von duetsch 2 Komponenten

duet+sch

duetsch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

duetsch‑ als Erstglied (6 von 6)

dütschen

RhWB

duet·schen

dütschen -ø- schw.: 1. etwas d. a. verbeulen Waldbr-Geilenkhsn. — b. einen Klicker d., treffen Waldbr-Wallerhsn . — c. in der Wend.: Dem han…

dütschig

RhWB

dütschig -ø- Adj.: nicht recht gescheid Verbr. wie dütsch 2.

Dütschländer

ElsWB

Dütschländer [Titlantər Ingenh. ] m. Altdeutscher.

Dütschland

ElsWB

duetsch·land

Dütschland [Titlànt U. ] n. das über dem Rhein liegende Land. In s D. ge h n Z. s. auch Frankrich. ‘auss dem Teutschland in dise frembde or…

Dütschwind

ElsWB

duetsch·wind

Dütschwind [Titwì Liebsd. ; getrennt tər tit Wìnt Zinsw. ] m. Ostwind. Wenn d e r Ditschwing chunnt, gi b t ’s schön Wëtter Liebsd.

Ableitungen von duetsch (1 von 1)

dütsche

DWB

dütsche , f. dütschen , s. tütsche , tütschen .