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drol

mnd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

drol m.

Bd. 2, Sp. 1427
drol droll trolle,m. was gedreht, gedrillt ist; vergl. drollen. das wort kommt zuerst gegen ende des 14ten jahrhunderts vor. aus seiner ursprünglichen bedeutung leiten sich folgende ab. 11. drol grober faden, grober draht Henisch 754. Schottel 1305. bei den webern heiszen trollen die fäden von dem am ende abgeschnittenen gewirk, woran der aufzug des künftigen gewebes geknüpft wird. die spinnerin, wenn sie den faden ungleich spinnt, bringt trollen (dickere theile) in denselben, ja sie vertrollt oder vertrolcht oft einen ganzen strang oder eine spule Schmeller 1, 489. 22. knäuel, der rund gerollt, an starken fäden zusammengedreht ist, res convoluta, teres et rotunda Henisch 754. Schottel 1305. Stieler 333. der trolle unter dem kinn; s.droller 2. troll quaste Reinwald Henneberg. idiot. 2, 128. trollen troddel, quaste, dann auch hopfenkätzchen Schmeller 1, 489. es tregt oft ein gute reb einen wintertrollen Agricola Sprichw. 58b. derhalben auf den rebentroll, es gilt dir voll ein boll, so wirst zeitlich doll Fischart Groszm. 116. troll kamm, stiel an den reben, woran die weinbeeren hängen, racemus Frisch 2, 389b. trola f. ein mit früchten dicht besetztes baumzweiglein Tobler 154b. in Osnabrück ist drull eine drüse Strodtmann 43. auch gehört wol hierher trüll im hanöverschen tropfwein, neige Brem. wörterb. 5, 117. troll nachbrühe des kaffes, aufgekochter nachsatz Schmidt Westerwäld. idiot. 267. 33. drl kreis, wirbel Castelli Östreich. wörterb. 113. hierher auch dorl kreisel, im Westerwald torle Schmidt 268; s. oben 1286. 44. droll kötel stercus duriusculum, teres, pila stercoraria Henisch, auch im niederländischen drol mit dieser bedeutung Weiland 1, 248. 55. tölpel, ein plumper, grober, bäurischer, starker kerl. troll Schmeller 1, 489. droll alberner, ungeschickter mensch der hin und her läuft und nichts zu stande bringt, ein blödsinniger Stieler 333. drol droll ein schelm Schmid Schwäb. wörterb. 142. niederd. troll klotz truncus, ein scheltwort Brem. wörterb. 5, 117. niederl. drol ein kurzer dickleibiger mensch Weiland 1, 248b, possenreiszer Kilian. engl. droll hanswurst, nichtswürdiger mensch, altnord. drioli ein groszer starker knecht, gälisch droll ein träger tölpischer träumer Macleod Gaelic dictionary 1, 255. si sluogen sô vil mangen veizten trollen durch sîn borst MSHag. 3, 288b. ee das ain grober trolle lit ellendt, armut, als vil manger weiser tuot, er liesz ee all sein freunt hie sterben um das guot. Wolkensteiner 117, 6, 11. dann wie solt ein voller throl thun, als der vernunft, sinn beraubt ist S. Frank Laster K j. da gilt ein alter oder beurischer troll weniger dann ein gerad jung stolz man ders. Weltbuch 101b. derselb veracht den waren got und ist ein grober trolle Ringwald Evang. Hh via. wo ist mein grober droll? Jac. Ayrer Singsp. 151b. darzu schlug er den trollen wol nieder nach der schwär Ambras. liederb. 129, 38. wie kompts das jetzt ir brüder all allein allzeit welt trinken? so bin ich auch ein voller troll, thu oft zun benken sinken 164, 48. die sach mag in ersprieszen den trollen zu verdrieszen Uhland Volksl. 660. dem unhöflichen troll einer von ihnen eine tapfere ohrfeige gab Salinde 324. vergl.ackerdrol, ackertrolle, bauerntroll, schmutztrolle. 66. ein elbisches wesen, das den menschen bald freundlich ist und ihnen hilfe leistet, bald sie plagt, neckt, drillt, verwirrt und bethört, wie man auch von einem blödsinnigen sagt dasz er elbisch sei. auch sagt man wie daz trollen in Norwegen sein sollen. nu hon ich verr durchvarn die lant, das mir kein troll nie wart bekant. Michael Beham in Wackern. lesebuch 1. 1008, 21. drol, bergmännle daemonum genus Henisch 754. Schottel 1305. droll hausgeist qui frequenter itat Stieler 333. das wort kommt in diesem sinn selten vor, Rädlein, Frisch, Steinbach, Adelung führen es nicht an: im Norden ist es gebräuchlicher, altn. tröll (neutr.), schwed. und norweg. troll, altschwed. trull, n. trold, wo man auch gewöhnlich die bergmännlein, elfen darunter versteht; vergl. Molbech Danske dialectlexicon 35. 606. im altnordischen ist die bedeutung ausgedehnter, es wird auch ein ungeheuer, riese, waldgeist, der teufel selbst damit bezeichnet (Deutsche mythol. 493. 956. 993), wie noch im friesischen troal der teufel oder ein hexenmeister ist Outzen 366. Oberlin führt an trull bierzeichen, kellertroll schenkzeichen 1670. damit müszte der drudenfusz gemeint sein oder ein laubbüschel, eine quaste.
4480 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    drolM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    drol , M. Vw.: s. drel (1) L.: MndHwb 1, 484 (drol)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    drolm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    drol droll trolle , m. was gedreht, gedrillt ist; vergl. drollen. das wort kommt zuerst gegen ende des 14 ten jahrhunder…

  3. modern
    Dialekt
    Drol

    Westfälisches Wb.

    Drol- gast m. [Mark] Person, die ohne Einladung an einer (Hochzeits-)Feier teilnimmt. ¶ Vgl. MNDHWB 1,488: drul.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drol

59 Bildungen · 57 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

drol‑ als Erstglied (30 von 57)

drolech

LothWB

drol·ech

drolech [dróleχ D. Si. ] adj. u. adv. drollig, wunderlich. — lux. 72; frz. drôle.

Drolerie

Meyers

drol·e·rie

Drolerie , Drolligkeit, Schnurre, schalkhafte Skizze, übermütige Gebilde der Phantasie (Larven, Halbmenschen, Momente aus der Tierfabel, Mön…

Droles

RhWB

dro·les

Droles -- Wittl-Bruch , Prüm-Weinsh Weinsf Mützenich Schwirzh m.: Dummkopf, vergesslicher, täppischer Mensch.

drôlich

Lexer

drol·ich

drô-lich adj. BMZ drohend, bedrohlich Barl. diu drôlîchen wort Rud. weltchr. 147 a ;

drôlîche

Lexer

dro·liche

drô-lîche adv. der truoc in sîner hant drôlîch ein swert, daʒ was blôʒ Rud. weltchr. 76 b .

drôlîcho

EWA

drôlîchoAWB adv., nur Notker und Gl. 1, 420, 46. 473, 5; 2, 217, 11: ‚drohend; ange- strengt, gespannt, intente, magnopere‘ (mhd. drôliche).…

drolig

RhWB

drolig Adj.: dumm, komisch.

drôlîh

EWA

drôlîchoAWB adv., nur Notker und Gl. 1, 420, 46. 473, 5; 2, 217, 11: ‚drohend; ange- strengt, gespannt, intente, magnopere‘ (mhd. drôliche).…

Drollarsch

SHW

Droll-arsch Band 1, Spalte 1749-1750

Drollbacken

SHW

Droll-backen Band 1, Spalte 1749-1750

drollbackig

SHW

droll-backig Band 1, Spalte 1749-1750

Drolles

SHW

Droll-es Band 1, Spalte 1751-1752

drollbach

DWB

drollbach , m. gieszbach, waldstrom, der sich dahin wälzt, tröhlbach Stalder 1, 307 .

drollbirne

DWB

drollbirne trollbirn, f. grosze birne Frisch 2, 389 b . Brem. wörterb. 5, 117. vergl. dolbirne. droll hat also, wie in andern zusammensetzun…

drollblume

DWB

drollblume trollblume, f. 1 1. glotzblume, knollenblume trollius europaeus Nemnich 1, 1499 . 2 2. ranunculus platani folius 2, 1131.

drolle

DWB

drolle trulle trul trül, f. 1 1. eine rohe, gemeine, bäurische weibsperson, eine träge schlampe, eine die dick, fett und rund ist. trolle St…

drollen

DWB

drol·len

drollen , n. das trolen und ungestümme eines steins, so man in wirft saxi turbo Maaler 409 c . wirbel des wassers Tobler 155 a . s. drollung…

droller

DWB

drol·ler

droller , m. 1 1. tröler kreisel Tobler 154 a ; s. dorl und droll 2. 2 2. troller fleischiges unterkinn, weil es rund und dick ist Schmeller…

drollerei

DWB

drollerei , f. 1 1. trölerei das verdrehen des schlichten sinns durch geschwätz und redekünste, weil dies bei rechtshändeln vorkommt, auch p…

drollernen

DWB

drol·lernen

drollernen , pl. eine kirschenart, amarellen Nemnich Wörterb. 114 . Schmid Schwäb. wörterb. 142 .

drollfisch

DWB

drollfisch , m. trollfisch, kaschelot mit langem kopf, physeter macrocephalus, dän. troldhval Nemnich 1, 958 .

drollfusz

DWB

drollfusz , m. trollfusz wie dolfusz Tobler 155 a . in Hessen drollfusicht klumpfüszig Schmidt Westerwäld. idiot. 267 .

drollgast

DWB

drollgast , m. trollgast, ein ungebetener gast der als schmarozer einem andern sich anhängt Reinwald Henneb. idiot. 1, 172 . Schmidt Westerw…

drol als Zweitglied (1 von 1)

gedrol

Lexer

ged·rol

ge-drol adj. BMZ s. v. a. gedrollen Wolfd. ( Hpt. 4 ) 2,2. 338,2;

Ableitungen von drol (1 von 1)

gedrol

Lexer

ge-drol adj. BMZ s. v. a. gedrollen Wolfd. ( Hpt. 4 ) 2,2. 338,2;