Drīwer
m. [verbr.] 1. jmd., der bei einer Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt. Bi de Driewjaggd mött’t de Driewers ’t meerste Wark doon (WMWB). — 2.1. jmd., der Vieh auf die Weide treibt; Kuh-, Ziegen-, Schweinehirte. — 2.2. jmd., der Lasttiere führt. — Ra.: Do hät sä ’n Iäsel tom Driewer gemakt er/sie ist für die Position, Stellung ungeeignet, untauglich (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Tint (nächstes) Johr werd et wuall biätter seyn; dann is entweder de Iesel däut oder de Dreywer sagte man während der Besatzungszeit nach dem 1. Weltkrieg (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@SerkenrodeSr || mehrf.). — Sprichw.: Wai et meïste döüt, jiät (hat) et meïste nit, süss härre de Ïesel mähr at de Driewer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm). De Isel un de Drüiwer denkt selten öwweröine (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd || (ähnl.) mehrf.). Dä Iäsel un dä Driewer, dat sün twäi Liewer (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Wann sick de Drīwer besinnt, besinnt sick de Ïesel auk (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl || (ähnl.) mehrf.). — 2.3. Person, die am Thomastag (21. Dezember) als zweitletzter aufsteht oder zur Schule kommt [verstr.]. — Vk.: Dem Dreywer wird eine Rute hingelegt; der letzte heißt Thomas-Iesel (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — 3.1. jmd., der (
z.B. bei der Arbeit, beim Freien) antreibt,
z.B. zu schnellerer Arbeit mahnt. De Fraou was den Driewer (WMWB). — Ra.: Do sall wal eun Drüiwer achtersitten sagt man, wenn ein junges Mädchen überstürzt heiratet (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATE-NAUWB). — 3.2. jmd., der zu schnell und unüberlegt arbeitet (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi). — 4.1. kleiner Junge, der noch nicht zur Schule geht (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). — 4.2. wildes, jungenhaftes Mädchen; Mädchen, das am liebsten mit Jungen spielt [Kr. SteinfurtStf Kr. TecklenburgTek Hfd]. Dat es en aulen Druibat (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@ElverdissenEd). — 5. Dreiwert Person, die viel und Schlechtes über andere redet (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). — 6.1. haltbarer, robuster Stoff (für Anzüge oder Frauenkleider). — 6.2. Kleidungsstück aus diesem Stoff: Mantel, Anzug. He häff ne gudden Driewert an (WMWB). — 7. Maschinen- oder Werkzeugteil. — Spez.: Holzkeil, der in die Kerbe der →
Prāme (Presse) vorgetrieben wird und den Holzschuh festklemmt [Kr. SteinfurtStf Kr. AhausAhs = BÜLDB]. — 8. Sproß, Trieb; junger, sich gerade bildender Teil einer Pflanze, der später Blätter entwickelt und oft verholzt (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@LockhausenLo). — 9. Druiwert Abort (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@RüthenRü). ⟨›Drīwer‹ [verbr.], ›Drīwert‹ [verstr.]. — Genus:
m. [verbr.],
f. ’Holzkeil’ (BÜLDB)⟩ Zus.: →
Bāren~,
Buk~,
Dik~,
Dō²d~,
Döppeken~,
Dul~,
Dweªrs~,
Fē~,
Gō²se~,
Heiden~,
Hē²me~,
Her-ümme~ Her-ümme-heªr~, Heªrwest~, Iᵉsels~, Kō¹~, Koªl~, Kweªr~, Kwinten~, Los~, Molken~, Mütteken~, Ossen~, Piᵉrde~, Plō¹g~, Potte~, Slo²pen~, Snakken~, Stilleke(n)~, Suᵉge~, Swīne~, Tīd-fer~, Weªrs~, Weide~.