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Drīte

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Drīte f. m.

Bd. 2, Sp. 265
Drīte f.(m.) [(westl.) Münsterl Mark Kr. SoestSos Arn, verstr. KSauerl] 1. Ausscheidung, Absonderung des Körpers. — 1.1. Ausscheidung des Darms, Kot. — Spez.: Stalldung (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WulfenWu). Drīte wiin z.B. Runkelrüben mit Jauche besprengen, damit das Wild nicht daran geht (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr). — Ra.: Ūt de Drīte wassen groß werden (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Fan de Miege in de Drīte kuemen von einer unangenehmen Lage in die nächste geraten (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Di). He giff Miege weg un krigg de Driete för weer er glaubt sich zu verbessern, verschlechtert sich aber (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Hä hät Driete am Ächtern er hat sich etwas zu Schulden kommen lassen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Deïrne, ik hewwe diek so leef, wöll wual ’n Punt diner Drīte frïeten sagt (übertreibend) der Verliebte (WOENL). — Sprichw.: Je mär me in de Driete röührt, je mär stinket et (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). — 1.2. Ohrenschmalz, Sekret im äußeren Gehörgang. Du hïest wuoll Driete inne Ohn sagt man, wenn ein Kind nicht hört oder hören will (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@GeiseckeGs). — 1.3. Absonderung des Auges. Du häss ja noch den Driet in de Augen sitten (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@BuldernBu). — 1.4. Absonderung einer Wunde, Eiter. — 2. (häufig nicht eindeutig von Bed. 1.1 zu trennen) Dreck; Schlamm, (fester) Schmutz, Staub. Ne Handfull Dreïte (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Af). Du häß de Drite an dine Holsken gants indrügen laoten (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: De Kahr ut d’r Drite teihen eine unangenehme Angelegenheit wieder in Ordnung bringen, wieder schuldenfrei werden (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Hei stieket bis üöber de Ohren in diär Driete ihm geht es sehr schlecht (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@EiringhausenEi || (ähnl.) mehrf.). Hai hiät sick üut ’e Dreïte krasset a) er hat sich emporgearbeitet; b) er hat sich nett angezogen (Kr. IserlohnIsl Is). He leig, dat em de Driete in den Nacken schleig er lügt hemmungslos (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@BulmkeBk). Hä hät ’n Kopp em Hiämel un dä Bäine in dä Driete er nimmt sich viel vor, hat aber keinen Erfolg (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Dei schmert die Huanneg ümmet Muhl un Driete drin er/sie ist hinterlistig, seine/ihre Freundlichkeit ist nur gespielt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa). Ick mott alle Dreïte trampelen ich muß immer die minderwertige Arbeit verrichten (Kr. BrilonBri Ri). Dat es met Driete behangen das ist völlig wertlos (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Māk mi kāine Dreïte in’n Läimen kümmere dich nicht um meine Angelegenheiten, verdirb mir die Sache nicht (Kr. IserlohnIsl Dh || (ähnl.) mehrf.). He hüült üm jeeden Driet er weint bei jeder Gelegenheit, wegen jeder Kleinigkeit (WMWB). Dä, nu heffi de Driete nun wird es unangenehm (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || mehrf.). Nu stäiht dä Kah’ in dä Driete dass. (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Du häs auk Driet in de Hann sagt man, wenn jmdm. alles aus den Händen fällt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). Driete es ümmer awtewaschen, sä bliewet nich an dä Pauten hangen sagt man, wenn sich jmd. scheut, schmutzige Dinge anzufassen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Äh’ dat ’n Rüer ’n Knuoken friät, maut hä ’ne düer dä Driete schliepen sagt man, wenn jmd. eine Sache abfällig beurteilt, sie aber dennoch gerne nimmt (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Settken, gaoh du män üäöwert Pättken, ick sall wuell döör de Driete smettken sagt der Verliebte (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — Sprichw.: Wann dä Asse briäkt, ligget dä ganze Kah’ in dä Driete (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Drite schüürt den Magen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || mehrf.). Bim Outkiähn finnt sik de Dreyte (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs || mehrf.). Wann me Driete an de Wand schmitt, blitt luter wat hangen von Verdächtigungen bleibt immer etwas hängen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa || mehrf.). — Sagw.: De Ärappeln sind nit äher sieker, as bis me se im Magen hiät, saggte de Buer, doa was iäme nen Stücke Pannekauken in de Driete fallen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Man draf nix dür de Driete schliepen loaten, siägg dä Düwel, da kniep hä sien Bessmuor dän Stiärt af (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@WattenscheidWa). — Berufsspott: Mett Gewaolt kanns kinn’n Buern in de Driete jagen (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@GescherGe || (ähnl.) mehrf.). — Wetterregel: Wann de Schneele (Schnecke) Driete op em Stäht het, giet et Renen (Regen) (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa || (ähnl.) mehrf.). — 3.1. Unrat, Abfall, Schutt. — 3.2. Ausschußware (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HertenHe). — 4. Unkraut [Kr. CoesfeldKos Lhs, sonst verstr.]. Driet uttrecken (Kr. MünsterMün Kr. Münster@AmelsbürenAm). ⟨›Drīte‹ [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Mark Kr. SoestSos Arn, verstr. Münsterl KSauerl], ›Drīt‹ [Kr. SteinfurtStf Kr. AhausAhs Kr. CoesfeldKos Kr. MünsterMün Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Lhs]. — Genus: f. [verbr.], m. (›Drīt‹) [verstr. WMünsterl Kos]⟩ ¶ Vgl. → Driᵉt, Driᵉte (unter driᵉten). Zus.: → As~, Dünne~, Geªde~, Katten~, Kiᵉr~, Kniᵉter~, Kō¹~, Mes~, Ō²gen~, Ōr~, Ossen~, Pīlen~, Rūten~, Slap~, Straten~.
4192 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    driteNum. Ord.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    drite , Num. Ord. Vw.: s. dritte

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    drît(e)f.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    drît(e) , drēt , f. , Kot („merdes”).

  3. modern
    Dialekt
    Drītef. m.

    Westfälisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Drīte f. ( m. ) [(westl.) Münsterl Mark Sos Arn, verstr. KSauerl] 1. Ausscheidung, Absonderung des Körpers. — 1.1. Aussc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drite

25 Bildungen · 25 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

drite‑ als Erstglied (25 von 25)

drîtegec

Lexer

dri·tegec

drî-tegec adj. BMZ dreitägig, triduus Dfg. 596 a ; ebenso .

driteggi

KöblerAhd

driteggi , Adj. Vw.: s. drīteggi*

drîtegic

LexerN

drîtegic W. v. Rh. 38,34. er wart siech von dem drû tegigen ritten Dom. 82.

dritegīg

KöblerAhd

dritegīg , Adj. Vw.: s. drītagīg*

Drītekke

WWB

Drīt-ekke f. idW.: De Wind kömmt ūt’e Drītecke (aus Nordwesten) es ist schlechtes Wetter ( Dor Wl ).

drītenat

WWB

drite·nat

drīte-nat Adj. völlig durchnäßt. Se häff ’t Gatt drietenatt kreggen (WMWB).

drītendikke

WWB

drīten-dikke Adj. [westl. Münsterl Mark] stark betrunken. He is dritendick ( Ahs Ah).

drītendünne

WWB

driten·duenne

drīten-dünne Adj. idW.: Dao ies mi doch säo druitendünne tau das ist mir völlig gleichgültig ( Sos Am).

drītenful

WWB

driten·ful

drīten-ful Adj. stark betrunken. Bäter drietenvull as vull ( Bor Bo).

Drītenklöier

WWB

Drīten-klöier m. [Isl] Dreïtenklaier ( Isl Dh ) Kind, das im Dreck wühlt, noch nicht stubenrein ist; unreifer Junge. Diu bis noch en Droiten…

drītepol

WWB

drite·pol

drīte-pol m. [WMünsterl] Drietpoll ( Ahs St ) üppiges Gras auf der Weide, das an der Stelle der Kuhfladen oder um sie herum wächst. — Ra.: W…

drītepot

WWB

drite·pot

drīte-pot m. [verstr.] Abortkübel. — Sprichw.: Wann mä ut’m Drietpott ’n Bratpott mäkt, dann stinkt et ( Wit Wi || mehrf.).

drīterē¹me

WWB

drite·reme

drīte-rē¹me m. [verstr.] Drihtraim ( Rek Hr ) gemeine, niederträchtige Person (Schimpfwort).

drîterîe

MNWB

drite·rie

* drîterîe , f. , (im weiteren Sinne, wie heute „ schît ”, gebraucht).

drīterig

WWB

drite·rig

drīterig Adj. [Mark, verstr. westl Münsterl] 1. schmutzig, dreckig; unklar. — Ra.: Drietreg as en Schwien sehr schmutzig ( Alt Lü ). — Spric…

drītesak

WWB

drite·sak

drīte-sak m. [westl. Münsterl Mark Sos] dass. He iß ’n aollen Drietsack van’n Kähl ( Ahs Gx ). — Dreiveel üm dä Ticketack, un du büß ’n Drie…

drīteweg

WWB

drite·weg

drīte-weg m. schlechter, nicht instandgehaltener, schmutziger Weg (WMWB).