Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
doln swV.
1.1 mit Akk.-Obj.
1.2 mit Gen.-Obj.
1.3 mit Obj.-Satz
2 intr. ‘leiden’
3 ‘etw. büßen’
1 ‘etw. dulden, ertragen’ 1.1 mit Akk.-Obj.: si wolten den grimmigen tot dolen Rol 5459; swaz die moder redde / die tocher iz alliz dolete Roth 3264; ouch ergienc sîn gerihte / über si, daz grœzer nôt / wîp nie gedolte Parz 264,14; swaz ich durch si lîden sol, / daz ist kumber, den ich harte gerne dol MF:Reinm 18: 4,6; Kchr 6772; StrKD 4,681; TannhHofz 175. – ‘etw. (Angenehmes) erfahren’ dâ solten kurzwîle dolen / der wirt und sîne geste / âne jâmers überleste Wh 268,10; ir habt gedolt / in Franchrîche mangen prîs ebd. 303,6 1.2 mit Gen.-Obj.: mîn gir [La. sin ] kan sölher wünsche doln [ich weiß mich mit solchen Wünschen zu begnügen] , / daz et ich besæze ûf dem voln Parz 75,21 (Bartsch/Marti, Parz. u. Tit. fassen doln als subst. Inf. auf; Martin, Parz. erwägt ‘verzichten’). 1.3 mit Obj.-Satz: er íst mir so hóld. daz er nîeth dólan ne uuíl. daz míh îeman sîner mínnon írre Will 34,2; er dolt, daz man in retotit [l. ertotit ] , / e man in des genotte, / daz er wantele sin sinne HimmlJer 201; ich erledige si, oder ich dol / swaz ze lîden mir geschiht Wig 9887; Rol 5542 2 intr. ‘leiden’ si [Brangæne] dolte sô gemache, / daz ez gar âne braht beleip Tr 12598; diu herberge dûht in guot. / alsô stuont des heldes muot: / si dolt ouch wol, diu wirtîn Parz 64,11; vröwe mit rede daz herze mîn, / [...] / jâ verdien ich ez wol. / muge ez vor liebe niht gesîn, / sô soltu, saelic wîp, / dur ein wunder doln MF:Reinm 41: 2,6 3 ‘etw. büßen’ ir müzt mirs dolen, / wan ir seit ain rechter dieb StriegelW 394
MWB 1 1336,44; Bearbeiter: Schnell