Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dionôst
‚Dienstleistung, Verrich-〈Var.: thionōst, thionust, thionest,
tung, Kriegsdienst, servitium, ministerium,
militia‘
theonost, deonost, dionest, dienōst, dienist,
dienest〉. Das Wort wird im Ahd. zunächst im
christlichen Sinn gebraucht; die Bedeutung
‚Kult‘in den älteren Gl. beruht nach H. We-
sche, PBB 61 (1937), 27 f. auf den Glossenbe-
legen: Gl. 1, 493, 1. 2 Rb za chuninglihhemo
dhionoste
‚ad regio cultu‘(zu Esther 1, 5) für
Xerxes’ Anlage eines Hains; Gl. 1, 448, 13. 14
Rb dhionoste chuninglihhemu
‚cultu regio‘(zu
Regum liber III 22, 10) für Achabs und Josa-
phats Ausstattung; Gl. 1, 148, 34. 35 Pa deonost,
Kb theonost, Ra dionost für das Verb opfarot
‚obsequitur‘[ampahte
‚functione‘]; opfarôn
hatte im Abrogans noch nicht die Bedeutung
‚opfern‘(vgl. Splett, Abrogans-Studien 488).
dionôstîAWB f. īn-St., Bened.regel, Gl. 1, 248, 32
Kb:
‚Dienst‘〈Var.: deonosti, theonosti〉. Im
Falle der Gl. Kb theonosti
‚familiaritas,hat der Glossator familiaritas al-
Freundschaft‘
lerdings mit famulitas
‚Dienstbarkeit, Untertä-verwechselt (s. Splett, a. a. O. 367). –
nigkeit‘
Mhd. dienest, dienst st.m. n., nhd. Dienst m.
Vom 15. bis zum 18. Jh. ist gelegentlich ein sw.
Pl. belegt, der im Schweiz. und Westndd. noch
in jüngerer Zeit gilt.