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Digitālis

nhd. bis lat. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Digitālis

Bd. 5, Sp. 4
Digitālis L. (Fingerhut), Gattung der Skrofulariazeen, zwei- oder mehrjährige, kahle oder behaarte Kräuter, seltener Halbsträucher oder Sträucher mit abwechselnden, einfachen, am Grunde meist gehäuften Blättern, einseitigen, endständigen Blütentrauben, röhrig-glockenförmigen Blüten und eiförmigen, vielsamigen Kapseln, wächst in etwa 22 Arten in Europa, West- u. Mittelasien. D. purpurea L. (roter Fingerhut, s. Tafel »Giftpflanzen II«, Fig. 6), mit mehr als 1 m hohem Stengel, bis 20 cm langen, eiförmigen, gekerbten, rauhhaarigen Blättern und schönen purpurroten, innen behaarten, mit roten, weiß gesäumten Tropfen gefleckten Blüten, ist zweijährig und wächst in Gebirgswäldern Westeuropas. Die ganze Pflanze ist stark giftig. Die frisch widerlich, etwas narkotisch riechenden, ekelhaft scharf und bitter schmeckenden Blätter werden arzneilich benutzt und müssen von wild wachsenden blühenden Pflanzen gesammelt werden. Sie enthalten Digitalin (s. d.), Digitoxin und Digitonin. Die Blätter verlangsamen die Pulsfrequenz und führen sehr bedeutende Steigerung des mittlern arteriellen Blutdruckes herbei, bewirken also weniger häufige, aber ergiebigere Zusammenziehungen des Herzens, beseitigen die Stauung im venösen System und wirken infolge der Herstellung richtiger Druckverhältnisse in den Gefäßen bei Herzkranken harntreibend. D. stört meist die Verdauung, erzeugt Übelsein, Erbrechen und Durchfall. Bemerkenswert ist die kumulative Wirkung der D., die nach längerer Darreichung sehr kleiner Gaben plötzlich Vergiftungserscheinungen wie nach einer größern Dosis hervorruft. Der Tod erfolgt unter Lähmung des Herzens. Man benutzt D. bei Klappenfehlern des Herzens, Myokarditis und nervöser Erschlaffung des Herzens. Die Blätter wurden zuerst 1775 durch Withering in Birmingham in den Arzneischatz eingeführt. In Gärten kultiviert man den roten Fingerhut als Zierpflanze, besonders in der Varietät gloxiniae flora, ebenso D. ambigua Murr. (D. grandiflora All.) mit großen gelben, innen braun geäderten und gefleckten Blüten, aus Mittel- und Südeuropa, D. aurea Lindl., mit goldgelben, innen buntnetzartigen Blüten, aus Syrien und Griechenland, und die sehr heftig wirkende D. ferruginea L., mit rostfarbigen, inwendig gelblichen Blüten, aus Südosteuropa etc. Ein prächtiger, immergrüner Strauch auf den Kanaren ist D. sceptrum L., mit geradem Stamm, steifhaarigen Ästen und sehr schönen, herabhängenden, am Ende der Äste eine eiförmige Ähre bildenden gelblich rostfarbigen Blüten. Vgl. Lindley, Digitalium monographia (Lond. 1821).
2551 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    DIGITALISf.

    Grimm Neubearbeitung (1965–)

    DWB2 DIGITALIS f. , n. DWB2 fremdwort aus lat. digitalis adj. DWB2 DWB2 1 pflanzengattung fingerhut. genus fem.: 1876 Ke…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Digitalis

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Digitalis , Fingerhut , durch D. purpurea , rother F., sehr bekannte Pflanzengattung aus der Familie der Scrophularinae …

  3. Latein
    digitalis

    Lex. musicum Latinum · +1 Parallelbeleg

    digitalis -e et subst. -is f. Übersetzung von griech. ‚lichanos‘ für die Töne D (‚lichanos hypaton‘) bzw. G (‚lichanos m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit digitalis

6 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

digitalis‑ als Erstglied (5 von 5)

digitalisadú

LDWB1

digitalisadú [di·gi·ta·li·sa·dú] m. (-dus) ‹inform› Digitalisierer m., Digitizer m.

DIGITALISART

DWB2

digitalis·art

DWB2 DIGITALISART f. : DWB2 DWB2 1850 aus vermorschten stämmen stiegen riesige epilobien und digitalisarten mit einer unzahl roter und gelbe…

digitalisaziun

LDWB1

digitalisaziun [di·gi·ta·li·sa·ziụŋ] f. (-s) Digitalisierung f.

Digitalisierer

LDWB2

Di|gi|ta|li|sie|rer m. (-s,-) ‹inform› digitalisadú (-dus) m.

Ableitungen von digitalis (1 von 1)

digitalisé

LDWB1

digitalisé [di·gi·ta·li·sẹ́] vb.tr. (digitalisëia) ‹inform› digitalisieren. ▬ digitalisé dac Daten digitalisieren.