DIEBISCH adj. mhd. diebisch.
mnd. dēvisch.
abl. von dieb
m. 1.
mhd. nbf. diubisch, deubisch,
vor allem unter 3,
wo möglicherweise beziehung auf deube
f. 1
hergestellt wird. 1
zur kennzeichnung von personen u. a. als dieben und von handlungen als von dieben ausgeführt. a
von lebewesen und von für diebstahlshandlungen geeigneten körperteilen und gegenständen; attributiv und prädikativ: 1328 daz êrst ist, ob si huorhait treibent in irs maisters haus, daz ander, ob si diufisch sint seines guots Ruprecht v. Freising
rechtsb. 280 C. u1425 daz sind die recht vber diepisch lewt
steiermärk. landrecht 161 B. 1509 du hast der muͦter gotts gezierdt/ mit diebschen klawen angeriert Murner
1,1,118 Sch. 1604 was aber bübisch, diebisch, tückisch .. ist, das wird sein vrtheil zu seiner zeit wol empfahen Colerus
oecon. 1,17. 1700 ich wolte dir deinen diebischen kopf zu rechte setzen Reuter
Ehrenfried 40. 1854 das diebische gesindel das sich hier herum aufhält, .. treibt sein schändliches gewerbe ohne scheu Gerstäcker
reisen (1853)4,141. 1953 dieses drohende gesindel, .. diebisch, .. feindselig und gefährlich, sobald sie
(farmersfrau) ihnen den rücken zukehrt Baum
rehe (1954)104. vor allem frnhd. allgemeiner als schimpfwort: hs.1493 nu wiste ich gerne soliche mere,/ were der dibsche morder were
frankf. passionssp. 2101 DNL. 1521 wasser yn den wein giessen ist menschen lere zu gottis wort thuͤn .. eyn solcher diebscher kretzmer ist der bapst auch Luther
w. 8,142 W. 1832 wie verhält sich’s denn mit dem diebischen schufte .. ? Mörike
2,26 M. –
substantiviert: 1803 ein gedächtniß doch,/ damit ich edel sterbe, laßt ihr/ trügrischen, diebischen, mir nachleben Hölderlin
(1943)2,1,58 B. 1887 längs der mauer sah ich etwas diebisches in langer gewandung schleichen C.
F. Meyer
13,200 Z./Z. b
seltener von handlungen, vorgängen, verhalten adverbial und, bei entsprechenden nomina, attributiv: 1488 sag, was hostu dan guts geschafft,/ dan eynem dibisch und verholn/ sein aller grosten schacz gestolln Folz
reimpaarsprüche 28,71 F. 1618 wer kein dieb sein will, der soll nicht diebisch gebaren Sandrub
kurzweil 96 HND. 1720 sie
(hat) aus der cammer folgende sachen diebisch entwendet Wellmann
Neumann 17. 1889 wenn der dieb wüßte, .. daß der beschädigte mit rücksichtsloser anwendung von gewalt sich seines diebischen eingriffs erwehrt Krohne
gefängniskde. 287. v1945
(der girondist) brach in rebengärten durstig ein,/ pflückte trauben,/ raffte diebisch süßes, reif und prall Kolmar
w. (1955)226. –substantiviert: 1776 der biber – hat .. in seinem instinkte nichts diebisches Goethe
I 37,352 W. 2
nach art von dieben; attributiv und adverbial. je nach bezugswort mit aspekten wie ‘heimlich, verstohlen’ oder ‘
listig, verschlagen’: 1512 noch kundt sy wincken also diebsch,/ das yeder meint, er wer der liebscht Murner
2,169 Sch. 1610 ein pfaw hat .. ein diebischen gang Hildebrand
magia 2,37a. 1782 sah ichs nicht, wie sie ein paar diebische tränen in den wein fallen ließ ..? Schiller
3,198 nat. 1937 die augenblickliche zwischenzeit benütze ich, um ‘Lotten’ rasch und diebisch noch ein stückchen vorwärts zu bringen Th. Mann
br. 2,40 M. – diebischer weise,
als adverbial verwendeter genitivischer ausdruck: 1586 das sie
(stadtvogt und kriegsleute) diebischer vnnd moͤrderischer weis jnen jhren getrewen seelhirten entfuͤren G. Müller
handel K 1a. 1814 warum hassen sie mich? .. ist es darum, daß sie mein gut .. mir diebischer weise zu entwenden gesucht haben? Chamisso
w. (1836)4,306. – verstärkend: 1626 baur friert dich auch, es ist diebisch kalt Zincgref
sprüch 373. sich diebisch freuen, diebische freude, mit den aspekten des erwartungsvollen oder der genugtuung: 1888 mein Karl wurde aber sparsam mit der zeit; seitdem der besitz einer richtig gehenden uhr ihm diebischen spaß machte, fing er
(auf der reise) an zu treiben Stinde
frau Buchholz 236. 1911 es war mein freund Tübicke, der sich über das gelingen meines planes diebisch freute Bebel
leben (1910)2,134. 1947 während Daluege eine diebische freude zeigte, daß der krach mit seinen SS-kumpanen wiederaufleben sollte Gisevius
ende 1,283. 3
gestohlen; attributiv, selten prädikativ von der entwendeten sache: 1235 swer wissentlichen roup koufet odir dubish gut
corp. altdt. originalurk. 1,17 W. 1497 diebsch habe vnd auch die die mit gewalt besessen seind. vnd ob sy so lang wie oben stat in guͦtem glauben besessen werden. so werden sy doch nicht prescribiert
clag antwurt 65b. 1684 es mag wol seyn, daß ein ding diebisch wird Döpler
d. rechnungs-beamte (1697)3,210. 1717 so würden mich die betrügerischen gastgeber und schencken, gar bald auch zum mörder machen, weilen ich ihnen ihre diebische nahrung entziehen will Happe
accise 157.V. Zimmermann