Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
dickfellig
dickfellig
Fell n. ‘behaarte Tierhaut, Pelz’, ahd. fel (8. Jh.), mhd. vel (Genitiv velles), asächs. fell, mnd. mnl. nl. vel, aengl. fel(l), engl. fell, anord. -fell, got. -fill in þrūtsfill ‘Aussatz’ gehen mit griech. péllās (πέλλας) ‘Häute’ (Akkusativ Plur.), lat. pellis ‘Fell, Haut, Pelz, Leder’ (s. Pelle, Pelz) auf die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ zurück; s. auch verwandtes befehlen, empfehlen und mit m-Formans gebildetes Film. Die Verdopplung -ll- beruht auf Assimilation einer Wurzelerweiterung mit n-Formans. Verwandt sind ferner aslaw. pelena ‘Windel’, russ. pelená (пелена), lit. plẽnė̃ ‘dünnes Häutchen, Membrane’. Fell bezeichnet bis ins 16. Jh. die tierische wie auch die menschliche Haut; erst mit Luthers Bibelübersetzung setzt sich eine Differenzierung in Fell ‘Tierhaut’, später ‘behaarte Tierhaut, Pelz’, und Haut ‘menschliche Haut’ durch. Häufig in redensartlichen Wendungen wie jmdm. das Fell über die Ohren ziehen ‘betrügen’ aus der Sprache des Abdeckers (17. Jh.), die Felle schwimmen einem davon ‘jmds. Hoffnungen zerrinnen, vergehen’ aus der Sprache des Gerberhandwerks, ebenso jmdm. das Fell gerben ‘verprügeln’, ein dickes Fell haben ‘unempfindlich sein’. – dickfellig Adj. ‘unempfindlich’ (18. Jh.).